25 Jahre Charta gegen Gewalt im öffentlichen Verkehr

Rund 50 Transportunternehmen und die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV haben am 25. November 2025 in Bern die erneuerte Charta gegen Gewalt unterzeichnet. Die Vereinbarung bekräftigt den gemeinsamen Einsatz für mehr Sicherheit für Fahrgäste und Mitarbeitende und markiert zugleich das 25-Jahr-Jubiläum der Initiative.
Erweiterte Verpflichtungen
Die neue Fassung der Charta reagiert auf die Zunahme von Übergriffen in den vergangenen Jahren. Gewalt und Aggressionen werden nun klarer definiert, verbale Übergriffe sollen systematisch angezeigt werden. Ein besonderer Schwerpunkt betrifft Gewalt gegen Frauen im öffentlichen Verkehr. Zudem ist eine jährliche Bilanzierung der erzielten Fortschritte vorgesehen.
Positionen der Branche
SEV-Präsident Matthias Hartwich betonte vor den 150 anwesenden Gästen, dass Sicherheit im öffentlichen Verkehr oberste Priorität habe und eine Kultur des Respekts nötig sei. VöV-Direktor Ueli Stückelberger unterstrich die gemeinsame Haltung von Transportunternehmen und Sozialpartnern, dass Gewalt gegen Mitarbeitende und Fahrgäste nicht tolerierbar ist.
Rückblick auf die Entwicklung
Seit der Einführung der ersten Charta im Jahr 2000 dokumentieren paritätische Arbeitsgruppen Gewaltvorfälle und erarbeiten Massnahmen. Ein wichtiger Schritt war 2007 die Einführung von Artikel 59 Personenbeförderungsgesetz, der Übergriffe als Offizialdelikt festlegt. Da die kantonale Anwendung uneinheitlich bleibt, haben SEV und VöV die 26 Staatsanwaltschaften zur konsequenten Verfolgung von Gewalt und Drohungen gegen öV-Personal aufgefordert.
Bedeutung der Sozialpartnerschaft
Der langjährige Gewerkschafter Gilbert D’Alessandro hob den Charakter der Charta als Ausdruck von Dialog und gemeinschaftlichem Handeln hervor. Petra Breuer vom Bundesamt für Verkehr erinnerte daran, dass kontinuierliche Aufmerksamkeit und entschlossenes Eingreifen notwendig bleiben, um den Schutz von Fahrgästen und Beschäftigten zu stärken.