35 Jahre Buslinie 100 in Berlin

Die Buslinie 100 nahm am 26. November 1990 den Betrieb auf und verband erstmals nach der Wiedervereinigung den Ost- und Westteil der Stadt. Der Start erfolgte am Hardenbergplatz um 7 Uhr, begleitet von den damaligen Stadtoberhäuptern Walter Momper und Tino Schwierzina.
Die Route führt bis heute an zentralen Sehenswürdigkeiten vorbei, darunter Gedächtniskirche, Siegessäule, Brandenburger Tor, Berliner Dom und Fernsehturm. Viele Fahrgäste nutzten die Linie in den Anfangsjahren, um den jeweils anderen Teil der Stadt kennenzulernen.
Der Betrieb war organisatorisch anspruchsvoll. Zwei Verkehrsbetriebe arbeiteten zusammen, zwei Tarifsysteme blieben bis Januar 1995 parallel bestehen. West-Berliner zahlten 2.70 D-Mark, Ost-Berliner:Innen 20 Pfennige im Abschnitt zwischen Mollstrasse und Brandenburger Tor. Für Fahrten über die damalige innerstädtische Grenze war ein zusätzlicher Fahrschein erforderlich.
Ab 26. Mai 1992 führte die Route durch das Brandenburger Tor. Diese Durchfahrt war bis zur Sanierung Anfang der 2000er-Jahre möglich. 1995 kam auf der Linie der erste niederflurige Doppeldecker zum Einsatz. Aufgrund späterer Gewichtsbeschränkungen verkehren heute keine Doppeldecker mehr.
Die Linie 100 dokumentiert in ihrem Verlauf die städtische Entwicklung nach der Wiedervereinigung und bleibt eine zentrale Verbindung zwischen wichtigen Stadträumen.
