Alpentransit: Lastwagenverkehr wächst deutlich stärker als die Bahn

Im ersten Halbjahr 2026 überquerten 511’000 schwere Güterfahrzeuge die Schweizer Alpen, 7.2 Prozent mehr als im Vorjahressemester. Den stärksten Zuwachs verzeichnete der Simplon mit 10.3 Prozent, gefolgt vom Grossen St. Bernhard mit 9.3 Prozent. Am Gotthard nahm die Fahrtenzahl um 7.2 Prozent zu, am San Bernardino um 4.5 Prozent.

Auf der Schiene stieg das Transportvolumen im gleichen Zeitraum um 3.1 Prozent auf 12.3 Millionen Tonnen. Die Gotthard-Achse legte um 8.4 Prozent zu, während die Lötschberg-Simplon-Achse wegen der Sanierung des Kehrtunnels zwischen Iselle und Varzo einen Rückgang von 15.3 Prozent hinnehmen musste. Damit sank der Bahnanteil am gesamten alpenquerenden Güterverkehr auf 68.0 Prozent, 0.9 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Als Treiber der Entwicklung nennt das Bundesamt für Verkehr die leicht verbesserte Konjunkturlage in der Schweiz und Europa sowie anhaltende Kapazitäts- und Qualitätsprobleme im Schienengüterverkehr, die zu einer Rückverlagerung zeit- und qualitätssensitiver Transporte auf die Strasse führen dürften.

Bei der Pünktlichkeit im unbegleiteten kombinierten Verkehr zeigt sich kaum Verbesserung: 45.7 Prozent der Züge erreichten ihr Ziel innert 30 Minuten, gegenüber 45.5 Prozent im Vorjahr. In Nord-Süd-Richtung erreichte im zweiten Quartal 2026 jeder fünfte Zug sein Ziel erst mit über 12 Stunden Verspätung.