Autor: Tobias

FrecciaRosa 2026: Gratis-Beratung zur Krebsvorsorge in Zügen von Trenitalia

Die Gruppo FS und die Fondazione IncontraDonna lancieren die sechzehnte Ausgabe von FrecciaRosa, einer Initiative zur Krebsprävention in italienischen Zügen und Bahnhöfen. Das Projekt erhielt zum vierten Mal in Folge die Medaille des Präsidenten der Republik.

Im Oktober, jeweils von Montag bis Freitag, finden an Bord von Frecce, Intercity und Regionalzügen von Trenitalia kostenlose medizinische Beratungen statt. Zusätzlich sind buchbare Teleberatungen möglich. Verteilt wird zudem der „Vademecum Salute“, der in mehreren Sprachen vorliegt. Präventionsaktivitäten gibt es ausserdem an drei Standorten: im RFI-Bahnhof Cosenza, bei FS Logistix in Sampierdarena (Genua) und im Güterbahnhof San Lorenzo (Rom).

RFI beleuchtete am 30. September und 1. Oktober ab 20 Uhr 40 Bahnhöfe in Rosa. Der Bahnhof Cosenza wird auch am 19. und 20. Oktober beleuchtet.

In Italien erkranken jährlich über 390’000 Personen neu an Krebs, rund 176’000 davon sind Frauen. Über 70’000 Fälle liessen sich durch einen gesunden Lebensstil vermeiden. Brustkrebs betraf 2025 über 53’000 Frauen. Nur 58 Prozent der Frauen lassen regelmässig eine Mammografie durchführen.

Unterstützt wird die Initiative von der Associazione Italiana di Oncologia Medica (AIOM), dem Gesundheitsministerium, dem Präsidium des Ministerrats und Farmindustria.

NS setzt Drohnen und Aufkleber gegen Graffiti auf Zügen ein

Die niederländische Bahn NS führt zwei neue Massnahmen gegen Graffiti auf Zügen ein. Sie überklebt die Signaturen (Tags) von Sprayer:innen mit «No Graffiti!»-Aufklebern, sodass nicht mehr erkennbar ist, von wem ein Graffiti stammt. Auf den Aufklebern befindet sich ein QR-Code, der zu ns.nl/graffiti führt. Dort erklärt eine Animation, wie NS gegen Graffiti vorgeht.

Zudem testet NS auf Abstellanlagen Drohnen. Diese filmen Sprayer:innen auf frischer Tat und können unerwünschte Personen auf dem Gelände ansprechen und abschrecken. Bereits heute erschweren Zäune, Zugangstore sowie elektronische Sicherungen mit Alarmsystemen, Kameras und Sensoren den Zugang. Sicherheitspersonal mit Hunden patrouilliert zu unregelmässigen Zeiten.

NS entfernt Graffiti zusammen mit dem Reinigungspartner Vebego so schnell wie möglich. Je kürzer Graffiti sichtbar ist, desto weniger attraktiv sind Züge als Ziel. Besprayte Züge müssen zur Reinigung vorübergehend aus dem Fahrplan genommen werden. Das führt zu weniger oder kürzeren Zügen und damit zu volleren Zügen mit weniger Sitzplätzen. Die jährlichen Kosten für alle Massnahmen inklusive Graffiti-Entfernung liegen laut Sevgi Akseki, Direktorin Corporate Security, im Millionenbereich.

NS erstattet bei Graffiti auf Zügen immer Anzeige. Der Schaden beläuft sich schnell auf Tausende Euro. Dank der neuen Massnahmen können Täter:innen zunehmend auf frischer Tat ertappt und Schadenersatz in Gerichtsverfahren gefordert werden.

Deutschlandticket soll ab Januar 2027 auf 66.80 Euro steigen

In Deutschland ist heute erneut ein Tankrabatt in Kraft getreten. Bis Jahresende verbilligt der Staat Benzin und Diesel um knapp 17 Cent pro Liter. Dafür setzt er rund 2.5 Milliarden Euro Steuergelder ein.

Gleichzeitig soll der Preis für das Deutschlandticket ab Januar 2027 von derzeit 63 Euro pro Monat auf voraussichtlich 66.80 Euro steigen. Ein bundesweites Sozialticket für maximal 29 Euro, das Menschen mit wenig Einkommen gezielt entlasten würde, gibt es weiterhin nicht.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisiert die Kombination der Massnahmen. Christiane Rohleder, Bundesvorsitzende des VCD, bezeichnet den Tankrabatt als teure Giesskannenlösung mit hohen Kosten und wenig Wirkung. Der VCD weist zudem darauf hin, dass sich der Treibstoffverbrauch durch eine vorausschauende Fahrweise senken lässt. Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, nennt dafür zügiges Anfahren, frühes Hochschalten, gleichmässiges Fahren und das Vermeiden hoher Geschwindigkeiten. Damit könne der Verbrauch um bis zu 30 Prozent sinken.

Landkreis Regen: Vier Taxiunternehmen fahren neue Rufbuslinien

Wie Taxi Times berichtet, bietet der bayerische Landkreis Regen seit dem 1. September ein neues Angebot für bedarfsgesteuerten Verkehr an. Es umfasst sechs Rufbuslinien sowie Anruffahrten auf fünf zusätzlichen Busrouten. Vier lokale Taxiunternehmen führen die Fahrten im Auftrag des regionalen Busbetreibers durch. Damit sollen insbesondere kleinere Ortschaften besser erschlossen werden.

Für die Disposition setzt die Region die Software AnSaT des Hannoveraner Unternehmens ESM ein. Sie berücksichtigt Bedienverbote in einzelnen Ortschaften und verhindert Parallelverkehre, was frühere Systeme nicht abbilden konnten. Alle Buchungen werden automatisch gepoolt und geroutet, die Fahrtaufträge gelangen über eine Fahrer-App an die Beförderungsunternehmen. Zudem berechnet das System pro Auftrag die zu vergütenden Kilometer und erstellt einen Rechnungsanhang. Das vereinfacht die Abrechnung für die Taxibetriebe.

Fahrgäste buchen über die Wohin·Du·Willst-App, die Website des Landratsamtes Regen oder telefonisch über die Fahrtwunschzentrale in Nürnberg. Die Integration der MoBY-App ist geplant. Fahrtwünsche müssen mindestens 60 Minuten vor Abfahrt angemeldet werden. Es gelten die VDW-Tarife plus zwei Euro Komfortzuschlag pro Person und Fahrt.

ESM entwickelt seit 1997 Software für bedarfsgesteuerte Verkehre und betreibt AnSaT in knapp 100 Verkehrsgebieten.

BLT hält an Bodycams fest und erhebt Beschwerde gegen EDÖB-Verfügung

Die BLT Baselland Transport AG setzt Bodycams weiterhin ein und erhebt beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB). Mit der Beschwerde tritt die aufschiebende Wirkung ein, die Anordnungen sind bis zum Verfahrensabschluss nicht vollstreckbar.

Die BLT führte die Bodycams ein, um Mitarbeitende und Fahrgäste in kritischen Situationen zu schützen. Ein externes Rechtsgutachten von Prof. Dr. iur. Felix Uhlmann kommt zum Schluss, dass das geltende Recht Bodycams nicht ausdrücklich erwähnt, den Einsatz aber nach Wortlaut und Zweck der bestehenden Bestimmungen zulässt.

Die Bodycams kommen gezielt in bestimmten Situationen zum Einsatz, rund 90 Prozent davon an Haltestellen. Eine Übertragung oder Auswertung in Echtzeit gibt es nicht. Die Mitarbeitenden können gespeicherte Aufnahmen weder ansehen noch löschen, der Datenzugriff ist technisch beschränkt. Ein Angebot an den EDÖB, den Einsatz vor Ort kennenzulernen, nahm dieser nicht an.

Nach einem Vorfall im April 2026, bei dem Kontrolleure bedroht und angegriffen wurden, forderte die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt Aufnahmen an. Erstmals wurden damit BLT-Aufnahmen in einem Strafverfahren verwendet.

Der Bundesrat eröffnete am 26. August 2026 die Vernehmlassung zur ausdrücklichen Regelung von Bodycams im öV. Neben der Transportpolizei sollen auch Mitarbeitende im Fahr-, Kontroll- und Begleitdienst Bodycams tragen können.

Rekordbilanz zum 30-Jahr-Jubiläum: InnoTrans 2026 mit 175’591 Fachbesucher:innen

Die InnoTrans 2026 in Berlin hat ihr 30-jähriges Jubiläum mit Rekordwerten abgeschlossen. 175’591 Fachbesucher:innen aus 128 Ländern besuchten die internationale Fachmesse für Verkehrstechnik. 3’190 Aussteller aus 59 Ländern belegten eine Nettogesamtfläche von 119’767 Quadratmetern. Gezeigt wurden 180 Weltpremieren, 753 Unternehmen nahmen erstmals oder neu teil.

Thematisch prägten Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Automatisierung und alternative Antriebstechnologien die Messe. Bei den 113 ausgestellten Fahrzeugen dominierten alternative Antriebe. Dazu zählten Hybrid-Lokomotiven mit Brennstoffzelle sowie die weltweit erste Schmalspurbahn mit Wasserstoffantrieb.

Die Befragungen zeigen hohe Zufriedenheitswerte: 94.8 Prozent der Aussteller waren sehr zufrieden, 88.6 Prozent meldeten positive Geschäftsabschlüsse. Bei den Fachbesucher:innen lag die Gesamtzufriedenheit bei 95.3 Prozent, die Weiterempfehlungsbereitschaft bei 95.1 Prozent.

Die nächste InnoTrans findet vom 19. bis 22. September 2028 in Berlin statt.

SUST-Jahresbericht 2025: Nur 22 Prozent der Bahn-Untersuchungen fristgerecht

Bei der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST gingen 2025 im öffentlichen Verkehr 304 Meldungen zu Zwischenfällen ein: 239 bei Eisenbahnen, 26 bei Trams, 20 bei Seilbahnen, 15 bei Bussen und 4 in der Binnenschifffahrt. Die SUST eröffnete 9 Untersuchungen und schloss 9 mit einem Bericht ab, eine weitere wurde eingestellt. Im Bereich Bahnen und Schiffe sind 14 Untersuchungen in Bearbeitung (Vorjahr: 16).

Das Ziel, mindestens 60 Prozent der schweren Vorfälle und Unfälle bei Bahnen, Bussen und Schiffen fristgerecht abzuschliessen, wurde mit 22 Prozent verfehlt. Als Gründe nennt die SUST zwei zeitweise vakante von vier Stellen für Untersuchungsleitende, die Einarbeitungszeit neuer Mitarbeitender und die Priorität der Untersuchung zum Unfall im Gotthard-Basistunnel.

Im öffentlichen Verkehr sprach die SUST 7 Sicherheitsempfehlungen und 5 Sicherheitshinweise aus. Der Bericht zur Entgleisung eines Güterzugs im Gotthard-Basistunnel im August 2023 führt den Radscheibenbruch auf eine thermische Überlastung der Lauffläche zurück; Empfehlungen gehen unter anderem an die Eisenbahnagentur der EU. Nach dem LKW-Brand auf einem Autoverladezug im Furkatunnel empfiehlt die SUST dem BAV, die Verladerampen in Oberwald und Realp mit einem automatischen Kontrollportalsystem auszurüsten. Nach dem tödlichen Sturz eines Seilbahn-Mechatronikers in Ausbildung in Laax richten sich Hinweise an die Weisse Arena Bergbahnen AG.

Gaiserbähnli Altstätten-Gais: Sparpaket des Kantons bedroht die Bahn

Wie der Rheintaler berichtet, droht dem Gaiserbähnli zwischen Altstätten und Gais im Rahmen eines zusätzlichen Sparpakets des Kantons St.Gallen das Aus. Betroffen sind laut dem Bericht auch mehrere Busverbindungen in Altstätten. Die Stadt Altstätten und die Schule lehnen die geplanten Kürzungen ab.

Die Regierung hat am 22. September 2026 zusätzliche Entlastungsmassnahmen (EP2026plus) im Umfang von 60 Millionen Franken vorgelegt. Sie setzt damit einen Auftrag des Kantonsrats um und hält das Paket nach eigener Darstellung nicht für nötig. Der Kantonsrat berät die Vorlage in der Wintersession Anfang Dezember 2026.

Die Zukunft der Bahn war bereits zuvor offen. Im Juni 2026 bezeichnete die Regierung den Fortbestand als unrealistisch. Gleichzeitig nimmt die Nachfrage zu: Im ersten Jahresdrittel 2026 beförderte die Bahn 61’852 Personen, rund 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Hochrechnung liegt über dem Zwischenziel von 175’000 Fahrgästen für 2026. Nach früheren Beschlüssen der Kantone St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden soll die Linie um 2035 eingestellt werden, sobald die Fahrzeuge ihr Lebensende erreicht haben.

Zürichsee: Tiefer Pegel beendet ZSG-Sommersaison vorzeitig

Wie die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) auf LinkedIn mitteilt, beendet sie die Sommersaison vorzeitig. Grund ist der weiterhin sinkende Wasserpegel des Zürichsees. Mit dem zunehmenden Risiko von Grundberührungen steigt auch die Gefahr von Schäden an den Schiffen. Um die Sicherheit von Fahrgästen und Mitarbeitenden zu gewährleisten, wechselt die ZSG bereits per 1. Oktober 2026 auf einen eingeschränkten Winterfahrplan.

Betroffen ist die Grosse Seerundfahrt. Sie wird durch eine kürzere Runde ersetzt, die nur in Horgen beziehungsweise Meilen hält. Weitere Informationen zum Winter-Spezialfahrplan veröffentlicht die ZSG auf ihrer Website.

Auch in der Werft wird das Wasser knapp. Die Schiffe kommen dem Seeboden immer näher, und das Risiko steigt, dass einzelne Schiffe die Werft nicht mehr aus eigener Kraft verlassen können. Deshalb beziehen in den kommenden Tagen vier Schiffe ihr vorläufiges Winterlager am Bürkliplatz.

OUIGO Brüssel-Paris: Vierte Verbindung ab 13. Dezember

SNCB und SNCF Voyageurs bauen das OUIGO-Angebot zwischen Brüssel und Paris aus. Ab dem 13. Dezember verkehrt eine vierte Hin- und Rückfahrt, jeweils freitags, samstags und sonntags. Der zusätzliche Zug fährt am späten Vormittag nach Paris und am Nachmittag zurück nach Brüssel. Die bestehenden OUIGO-Züge verkehren morgens, mittags und abends. Tickets für die Züge ab dem 13. Dezember sind seit dem 30. September erhältlich.

Das Angebot besteht seit dem 19. Dezember 2024 und verbindet Brüssel und Paris in drei Stunden, werktags wie am Wochenende. Laut den Betreibern wächst die Nachfrage, insbesondere an langen Wochenenden, in den Schulferien und über die Festtage.

Die Züge halten in Belgien in Mons sowie in Frankreich in Aulnoye-Aymeries und Saint-Quentin (eine Hin- und Rückfahrt pro Tag). Eine einfache Fahrt Brüssel-Paris kostet zwischen 10 und 59 Euro. Für Kinder gilt ein Höchstpreis von 8 Euro, Kinder unter 4 Jahren reisen auf dem Schoss der Begleitperson gratis.

Die zusätzliche Verbindung stärkt Bruxelles-Midi als Knoten im internationalen Verkehr. Pro Woche nutzen rund 300’000 internationale Reisende den Bahnhof. Die Buchungen über die Plattform SNCB International stiegen im vergangenen Sommer um 8.8 Prozent. Die SNCB bietet Verbindungen zu 6’000 Zielen in 15 europäischen Ländern an, davon über 1’000 in weniger als sechs Stunden mit höchstens einem Umstieg ab Brüssel.

Tickets sind über Website und App von SNCB International sowie über alle internationalen Vertriebskanäle erhältlich.