Autor: Tobias

Strategische Allianz: BVG, HOCHBAHN und MVG kooperieren für den ÖPNV der Zukunft

v.l.: Henrik Falk (BVG), Ingo Wortmann (MVG) und Robert Henrich
(HOCHBAHN) schließen wegweisende Partnerschaft Foto: MVG/Robert Haas

Am 17. September 2025 haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Hamburger Hochbahn (HOCHBAHN) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Die drei grössten Nahverkehrsunternehmen Deutschlands wollen zentrale Zukunftsaufgaben des ÖPNV künftig koordiniert angehen und gemeinsame Standards entwickeln.

Die Kooperation zielt auf drei Kernbereiche:

  • Autonomes Fahren: Bis 2035 sollen bis zu 2’000 autonome Fahrzeuge die Systeme in Berlin, Hamburg und München ergänzen.
  • Mobilitätsplattform (MAX): Eine gemeinsame App soll Bus, Bahn und Sharing-Angebote in einer Plattform bündeln.
  • Standardisierte Vertriebssysteme: Ticketing und Verkaufskanäle werden vereinheitlicht, um ein überregionales, nahtloses Kundenerlebnis zu ermöglichen.

Damit entsteht erstmals eine überregionale Allianz von Branchenführern, die Digitalisierung, KI und Automatisierung im Nahverkehr mit gemeinsamen Projekten vorantreiben will. Ziel ist es, Synergien zu nutzen, Kosten zu senken und Effizienzpotenziale auszuschöpfen. Über sieben Millionen Einwohner:Innen in den drei Metropolen sollen davon profitieren.

Die Vereinbarung ist unbefristet angelegt. Für die Umsetzung der Massnahmen sind stufenweise Zeitpläne zwischen 2030 und 2035 vorgesehen. Ein gemeinsamer Lenkungskreis wird die Projekte steuern und die Zusammenarbeit koordinieren.

Quelle: BVG-Pressestelle, 17.09.2025

Zentralbahn bestellt acht zusätzliche Züge bei Stadler

Bahnhof Luzern – S5 (Zentralbahn) nach Giswil“ by JoachimKohler-HB is licensed under CC BY-SA 4.0

Die Zentralbahn (ZB) erweitert ihre Flotte und hat am 6. September 2025 acht weitere Triebzüge beim Hersteller Stadler bestellt. Der Auftrag umfasst fünf Züge des Typs ADLER und drei Züge des Typs FINK, die auf den Strecken Luzern–Interlaken und Luzern–Engelberg eingesetzt werden sollen.

Hintergrund der Beschaffung sind die wachsenden Fahrgastzahlen im Freizeitverkehr, der zunehmende internationale Tourismus sowie ein verändertes Reiseverhalten mit mehr Gepäck. Bereits heute stossen die Platzkapazitäten der Zentralbahn an ihre Grenzen. Mit der Verstärkung der Flotte will das Unternehmen die steigende Nachfrage bis 2030 bewältigen.

Die neuen Züge werden im Stadler-Werk in Bussnang produziert. Die Gesamtinvestition beträgt rund 150 Millionen Franken. Mit dem jüngsten Auftrag erhöht sich die Flotte der Zentralbahn auf insgesamt 11 ADLER- und 21 FINK-Züge.

Neben der Kapazitätserweiterung führt die Zentralbahn auch neue Komfortelemente ein: Drei der fünf bestellten ADLER-Triebzüge erhalten ein Premiumabteil. Dieses zusätzliche Angebot richtet sich an Reisende, die mehr Komfort wünschen, und ergänzt die bestehende Fahrzeugausstattung.

Die Vertragsunterzeichnung erfolgte im Rahmen des Jubiläumsanlasses «Zentralbegegnung» in Stansstad in Anwesenheit von Vertretern der ZB, der SBB und von Stadler.

Quelle: Zentralbahn / Stadler

Neue BVG-U-Bahn feiert Premierenfahrt auf der U2

Copyright: BVG/Matthias Müller

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben am 8. September 2025 die erste Fahrt mit der neuen U-Bahn-Generation unternommen. Auf der Linie U2 ging ein Zug der neuen Baureihe JK in den regulären Fahrgastbetrieb. Bis Ende des Jahres sollen bis zu 140 Wagen ausgeliefert werden, gefertigt vom Hersteller Stadler.

Die JK-Baureihe ist für die schmaleren Linien U1 bis U4 vorgesehen. Es ist das erste neue Modell seit zehn Jahren. Der Premiere gingen umfangreiche Test- und Zulassungsfahrten sowie Schulungen für Fahrer:Innen und Werkstattpersonal voraus. Parallel läuft die Erprobung der breiteren Schwesterbaureihe J, die ab Sommer 2026 auf den Linien U5 bis U9 eingesetzt werden soll.

Mit den neuen Zügen verfolgt die BVG die Strategie „Stabilität vor Wachstum“. Ziel ist es, die Zuverlässigkeit der U-Bahn in den kommenden Jahren wieder auf 99 Prozent zu steigern. Die Fahrzeuge verfügen über ein modernes Innenraumkonzept, neue Fahrgastinformationssysteme und verbesserte Barrierefreiheit.

Der Rahmenvertrag zwischen BVG und Stadler umfasst bis zu 1500 Wagen mit einem Gesamtvolumen von bis zu drei Milliarden Euro. Aktuell bestellt sind 484 Wagen, die Finanzierung erfolgt durch das Land Berlin im Rahmen des Verkehrsvertrags. Es handelt sich um die grösste Flottenerneuerung in der Geschichte der BVG.

Quelle: BVG Medienmitteilung, 8. September 2025

Bundesrat eröffnet Vernehmlassung zu Tempo 30 und Lärmschutz

Midjourney

Der Bundesrat hat am 3. September 2025 die Vernehmlassung zu Änderungen der Signalisationsverordnung (SSV) und der Lärmschutzverordnung (LSV) eröffnet. Grundlage ist die Motion Schilliger (21.4516), die strengere Regeln für Temporeduktionen auf verkehrsorientierten Strassen verlangt.

Neu muss bei Reduktionen auf Hauptverkehrsachsen nachgewiesen werden, dass dadurch kein unerwünschter Ausweichverkehr auf siedlungsorientierte Strassen entsteht. Zudem wird festgelegt, dass auf verkehrsorientierten Strassen bei Tempo 30 kein Rechtsvortritt gilt, jedoch Fussgängerstreifen angeordnet werden dürfen.

Aus Lärmschutzgründen sollen Temporeduktionen weiterhin möglich sein – allerdings nur vorübergehend, bis lärmarme Beläge eingebaut sind. Damit bleibt Tempo 30 auf verkehrsorientierten Strassen in Ausnahmefällen zulässig. Für siedlungsorientierte Strassen gelten keine Änderungen: Seit 2023 kann dort Tempo 30 auch ohne Gutachten eingeführt werden, etwa zur Verbesserung der Lebensqualität.

Die Vernehmlassung läuft bis zum 5. Dezember 2025.

MOIA-Studie: Simulation zu deutschlandweitem autonomem Ridepooling

MOIA, Hamburg (P1080681)“ by Matti Blume is licensed under CC BY-SA 4.0

MOIA Mobility Consulting hat ein Whitepaper veröffentlicht, das die sozioökonomischen Potenziale eines bundesweit skalierten autonomen Ridepooling-Services anhand einer Simulation beschreibt. Grundlage sind Mobilfunkdaten von Invenium, die Mobilitätsbefragung „Mobilität in Deutschland 2017“ sowie Routingdaten von HERE; simuliert wurde mit dem Open-Source-Tool MATSim.

In der Analyse werden 157 Mio. tägliche Wege zwischen 1,5 und 50 km betrachtet. Davon übernimmt der Ridepoolingdienst 12 Mio. Fahrten pro Tag, was einem Anteil von rund 4 Prozent entspricht. Zur Bedienung setzt das Modell 300’000 vollelektrische Fahrzeuge ein; der durchschnittliche Besetzungsgrad liegt bei 1,7 Personen pro Kilometer.

Die simulierten Fahrten ergeben 183 Mio. Personenkilometer pro Tag. Die mittlere Wartezeit beträgt etwa 10 Minuten und ist laut Darstellung in urbanen wie ländlichen Gebieten erreichbar.

Gesamtwirkung laut Studie: Die Verkehrsleistung des Umweltverbunds steigt von 149 auf 209 Mrd. PKM pro Jahr, also um 40 Prozent. Pro Jahr werden 5 Mio. Tonnen CO2 sowie externe Kosten in Höhe von 3,6 Mrd. Euro eingespart. Begründet wird dies unter anderem mit der Elektrifizierung der Flotte, optimierten Routenführungen und geringeren Unfall-, Lärm- und Staukosten.

Der Ansatz adressiert laut Whitepaper auch ländliche Räume, federt Personalengpässe im ÖV ab und reduziert den Bedarf an Parkflächen. Für die Ausgestaltung vor Ort verweist MOIA auf simulationsgestützte Planungswerkzeuge (MIA) zur Bewertung von Servicequalität und Wirtschaftlichkeit.

Quelle: MOIA, „Deutschlandweites autonomes Ridepooling – Eine simulationsgestützte Analyse sozioökonomischer Potenziale“, Whitepaper.

KVB prüft bar- und papierloses Ticketing mit Validatoren ab 2026

KVB Stadtbahnwagen Typ B, Barbarossaplatz, Köln“ by bindonlane is licensed under CC BY-NC 2.0

Laut Vorinformation im EU-Amtsblatt (TED) führt die Kölner Verkehrs-Betriebe AG eine Markterkundung zum Ersatz der mobilen Fahrausweisautomaten durch Validatoren durch. Ziel ist ein papier- und bargeldloses System auf Basis kontaktloser EMV-Transaktionen, eingebettet in ein ABT/IDBT-fähiges Hintergrundsystem.

Vorgesehen sind ein konfigurierbares Ticketsortiment am Gerät sowie Check-In/Check-Out mit Bestpreis-Berechnung. Fahrtberechtigungen werden als verschlüsselte Token in einem Cloud-Backoffice verwaltet. Anbieter und Cloud benötigen eine ISO-27001-Zertifizierung; der Betrieb unterliegt der DSGVO. Kund:Innen sollen ihre Berechtigungen über ein Web-Portal im Corporate Design der KVB einsehen und verwalten können; Schnittstellen zu einem zentralen KVB-Kundenkonto sind vorgesehen.

Akzeptiert werden alle dem EMV-Standard entsprechenden physischen und virtuellen Zahlungsmittel (z. B. Kredit- und Debitkarten, Apple Pay, Google Pay). Zusätzlich ist eine Closed-Loop-Guthabenkarte vorgesehen. Schnittstellen zu Zahlungsdienstleistern müssen unterstützt werden. Die Kontrolle der Fahrtberechtigungen soll mindestens NRW-weit funktionieren, auch offline; Sperrlisten werden regelmässig verarbeitet. Vorgaben und Entwicklungen von VDV-KA und (((eTiCore sind zu berücksichtigen.

Das Backoffice soll u. a. Ticketing-Backoffice mit Payment-Gateway, Geräteverwaltung, Schlüsselverwaltung, Kundenverwaltung, Enterprise-Asset-Management und Störmeldeschnittstelle enthalten. Abrechnungsdaten müssen in das Vertriebsabrechnungssystem PATRIS (LHIND) integrierbar sein.

Vergabeverfahren sind ab 2026 geplant. Für die Markterkundung (online) werden bis 23.09.2025, 10:00 Uhr, Interessenbekundungen mit zwei europäischen Referenzen der letzten fünf Jahre erwartet, davon mindestens eine auf EMV-basierter ABT/IDBT-Implementierung. Die Teilnahme ist keine Voraussetzung für spätere Vergaben.

Quelle: TED-Vorinformation 585795-2025, OJ S 171/2025, 08.09.2025. (ted.europa.eu)

Autonomes Fahren im ÖPNV: Shuttles starten in Darmstadt

Autonom fahrende Shuttles des Pilotprojekts KIRA in Darmstadt
(C) Deutsche Bahn

Basierend auf einer gemeinsamen Medienmitteilung von Deutscher Bahn (DB) und Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) erweitert das Pilotprojekt KIRA seinen Betrieb auf Darmstadt. Seit Anfang September 2025 verkehren sechs autonome Shuttles erstmals in einer deutschen Grossstadt. Das Bediengebiet umfasst den Darmstädter Norden und Westen mit Halten am Hauptbahnhof, an der Pallaswiesenstrasse sowie am Nordbad/Bürgerpark.

KIRA („KI-basierter Regelbetrieb autonomer On-Demand-Verkehre“) ist das erste Projekt in Deutschland, das autonomes Fahren im ÖPNV auf Level 4 mit Fahrgästen erprobt. Bereits seit Mai 2025 verkehren Shuttles in Langen und Egelsbach (Kreis Offenbach). Über 1’000 Testnutzer:Innen sind registriert. Die Buchung erfolgt On-Demand über die KIRA-App.

In den ersten drei Monaten nach Betriebsstart wurden mehr als 60’000 Kilometer absolviert, durchschnittlich über eine Fahrt pro Stunde während der Betriebszeiten (Mittwoch bis Freitag, 9:30 bis 15:30 Uhr). Die Nutzerbewertungen liegen im Mittel bei 4,5 von 5 Punkten. Besonders nachgefragt sind die Bahnhöfe in Langen und Egelsbach.

Betreiberin ist DB Regio Bus Mitte. Die Software für Buchung und Routenplanung liefert ioki, während Mobileye die Fahrtechnologie mit HD-Karten und Sensorik beisteuert. Forschungspartner sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Verkehr mit rund 2,2 Millionen Euro sowie durch das Land Hessen gefördert und ist bis Ende 2025 angelegt. Eine Verlängerung ist vorgesehen.

Quelle: Deutsche Bahn / Rhein-Main-Verkehrsverbund, Medienmitteilung vom 2. September 2025

Bahnhof Lausanne: Bauarbeiten im Milliardenprojekt schreiten voran

Lausanne Gare“ by zmi66 – ZMIphoto is licensed under CC BY-ND 2.0

Am 1. September 2025 informierten die SBB gemeinsam mit Bundesrat Albert Rösti sowie Vertreter:innen aus Lausanne, Waadt und Genf über den Fortschritt beim Umbau des Bahnhofs Lausanne. Ziel des Grossprojekts ist es, die Perrons zu verlängern und zu verbreitern, um die Aufnahmekapazität des Bahnhofs zu verdoppeln. Das Budget beläuft sich auf 1,7 Milliarden Franken, wovon bisher 530 Millionen investiert wurden.

Zu den laufenden Arbeiten gehören der Bau des Untergeschosses des Bahnhofplatzes, die Verstärkung der Südfassade und der Neubau des Epinettes-Gebäudes mit Parking, das 2027 fertiggestellt wird. An der Südfassade sind derzeit 40 Prozent der Verankerungen gesetzt. Seit dem 25. August 2025 verbindet eine neue Passerelle die Rue du Simplon mit der Unterführung West.

Die nächste Etappe betrifft die neuen Perrons und Unterführungen. Das erste Perron soll 2030 in Betrieb gehen, die vollständige Fertigstellung ist für 2037 geplant. Während der Bauzeit bleibt der Betrieb von täglich 700 Zügen gewährleistet.

Die Arbeiten erfolgen im Rahmen des Programms Léman 2030. Prognosen zufolge wird die Zahl der Reisenden auf der Strecke Lausanne–Genf bis 2030 auf 100 000 pro Tag steigen, doppelt so viele wie 2010. Der Umbau gilt als zentrale Voraussetzung für den weiteren Ausbau der Achse Lausanne–Genf.

Mobility Carsharing verzichtet auf den Bordrechner

Car Sharing“ by laurelpagetseekins is licensed under CC BY-NC-SA 2.0

Mobility informiert in einer Mitteilung über das schrittweise Ende der bekannten Bordcomputer in ihren Fahrzeugen. Seit den 1990er-Jahren dienten diese Geräte als digitale Schaltzentrale des Carsharing-Angebots. Kund:innen konnten damit Autos öffnen und schliessen, Reservationen verlängern oder das Callcenter kontaktieren. Mit dem Einsatz mehrerer Generationen wurde die Funktionalität stetig erweitert, etwa um Tankkarten, Schadenmeldungen oder eine direkte Serviceverbindung.

Aktuell sind bereits rund 700 Fahrzeuge – vor allem Elektroautos – ohne sichtbare Bordcomputer unterwegs. Stattdessen übernimmt die Mobility-App die zentrale Rolle. In drei bis vier Jahren soll die gesamte Flotte mit einer neuen, kompakteren Version ausgerüstet sein, die lediglich ein Lesegerät an der Frontscheibe enthält. Dieses sorgt für bessere Netzabdeckung, insbesondere in Tiefgaragen, und bleibt weiterhin mit der Mobility-Card nutzbar.

Die App bündelt sämtliche bisherigen Funktionen und erweitert sie um neue. Dazu gehören unter anderem das Öffnen und Schliessen per Bluetooth, das Einsehen des Tank-PINs, die Navigation zur nächsten passenden Tankstelle oder das Hochladen von Tankquittungen. Für Elektrofahrzeuge zeigt die App bereits vor Fahrtbeginn Ladestand und Reichweite an. Auch CarPlay-Integration, Favoriten für wiederkehrende Fahrten sowie die Möglichkeit für Gruppenmitglieder, Reservationen gegenseitig zu verwalten, sind verfügbar.

Mit dieser Umstellung markiert Mobility einen weiteren Schritt in der Digitalisierung des Carsharing-Angebots. Die klassischen Bordcomputer, jahrzehntelang prägend für die Nutzer:Innen-Erfahrung, werden sukzessive von der App abgelöst.

Hinweis

Der Blog mobilityblog.ch steht in keinem Zusammenhang mit Mobility Carsharing.

Mehr Züge zwischen Deutschland und Polen ab Dezember 2025

370 002-5 EU44-002 PKP Intercity Cieplewo Poland 12.08.21“ by Paul David Smith – Epping is licensed under CC BY-NC-SA 2.0

Die Deutsche Bahn (DB) und die polnische PKP Intercity (PKP) erweitern das grenzüberschreitende Fernverkehrsangebot ab dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 um mehr als 50 Prozent. Statt bisher elf täglichen Zugpaaren verkehren künftig 17 Direktverbindungen zwischen Deutschland und Polen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Strecke Berlin–Warschau: Mit einem zusätzlichen Zugpaar entsteht ein durchgehender Zweistundentakt zwischen den beiden Hauptstädten.

Neu eingeführt wird die Direktverbindung Leipzig–Breslau–Krakau mit zwei Zügen pro Tag und Richtung. Einer dieser Züge fährt bis Przemysl an der polnisch-ukrainischen Grenze. Dadurch erhalten die Städte Breslau, Krakau und Przemysl erstmals eine schnelle Anbindung aus Mitteldeutschland. Reisende aus Süddeutschland profitieren von verkürzten Reisezeiten durch optimierte Anschlüsse in Leipzig. Auch Chemnitz und Dresden werden durch Zwischenhalte besser angebunden.

Zusätzlich sind zwei neue Nachtzüge geplant: ein Eurocity von Berlin nach Przemysl über Breslau und Krakau sowie eine Verbindung von Berlin nach Chelm über Lodz und Warschau. Der bestehende Nachtzug München–Warschau („Chopin“) wird um zusätzliche Wagen ergänzt, die neu bis Krakau und Przemysl verkehren. Damit entsteht auch eine direkte Verbindung zwischen Süddeutschland und Südpolen.

Die Reisezeit zwischen Leipzig und Breslau beträgt künftig rund dreieinhalb Stunden. Die Strecke Berlin–Warschau wird in gut fünf Stunden ohne Umsteigen zurückgelegt.

DB und PKP reagieren mit dem Ausbau auf die gestiegene Nachfrage im internationalen Fernverkehr und stärken die Anbindung wirtschaftlich bedeutender Regionen sowie Grenzstädte an der polnisch-ukrainischen Grenze.