Autor: Tobias

KVB prüft bar- und papierloses Ticketing mit Validatoren ab 2026

KVB Stadtbahnwagen Typ B, Barbarossaplatz, Köln“ by bindonlane is licensed under CC BY-NC 2.0

Laut Vorinformation im EU-Amtsblatt (TED) führt die Kölner Verkehrs-Betriebe AG eine Markterkundung zum Ersatz der mobilen Fahrausweisautomaten durch Validatoren durch. Ziel ist ein papier- und bargeldloses System auf Basis kontaktloser EMV-Transaktionen, eingebettet in ein ABT/IDBT-fähiges Hintergrundsystem.

Vorgesehen sind ein konfigurierbares Ticketsortiment am Gerät sowie Check-In/Check-Out mit Bestpreis-Berechnung. Fahrtberechtigungen werden als verschlüsselte Token in einem Cloud-Backoffice verwaltet. Anbieter und Cloud benötigen eine ISO-27001-Zertifizierung; der Betrieb unterliegt der DSGVO. Kund:Innen sollen ihre Berechtigungen über ein Web-Portal im Corporate Design der KVB einsehen und verwalten können; Schnittstellen zu einem zentralen KVB-Kundenkonto sind vorgesehen.

Akzeptiert werden alle dem EMV-Standard entsprechenden physischen und virtuellen Zahlungsmittel (z. B. Kredit- und Debitkarten, Apple Pay, Google Pay). Zusätzlich ist eine Closed-Loop-Guthabenkarte vorgesehen. Schnittstellen zu Zahlungsdienstleistern müssen unterstützt werden. Die Kontrolle der Fahrtberechtigungen soll mindestens NRW-weit funktionieren, auch offline; Sperrlisten werden regelmässig verarbeitet. Vorgaben und Entwicklungen von VDV-KA und (((eTiCore sind zu berücksichtigen.

Das Backoffice soll u. a. Ticketing-Backoffice mit Payment-Gateway, Geräteverwaltung, Schlüsselverwaltung, Kundenverwaltung, Enterprise-Asset-Management und Störmeldeschnittstelle enthalten. Abrechnungsdaten müssen in das Vertriebsabrechnungssystem PATRIS (LHIND) integrierbar sein.

Vergabeverfahren sind ab 2026 geplant. Für die Markterkundung (online) werden bis 23.09.2025, 10:00 Uhr, Interessenbekundungen mit zwei europäischen Referenzen der letzten fünf Jahre erwartet, davon mindestens eine auf EMV-basierter ABT/IDBT-Implementierung. Die Teilnahme ist keine Voraussetzung für spätere Vergaben.

Quelle: TED-Vorinformation 585795-2025, OJ S 171/2025, 08.09.2025. (ted.europa.eu)

Autonomes Fahren im ÖPNV: Shuttles starten in Darmstadt

Autonom fahrende Shuttles des Pilotprojekts KIRA in Darmstadt
(C) Deutsche Bahn

Basierend auf einer gemeinsamen Medienmitteilung von Deutscher Bahn (DB) und Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) erweitert das Pilotprojekt KIRA seinen Betrieb auf Darmstadt. Seit Anfang September 2025 verkehren sechs autonome Shuttles erstmals in einer deutschen Grossstadt. Das Bediengebiet umfasst den Darmstädter Norden und Westen mit Halten am Hauptbahnhof, an der Pallaswiesenstrasse sowie am Nordbad/Bürgerpark.

KIRA („KI-basierter Regelbetrieb autonomer On-Demand-Verkehre“) ist das erste Projekt in Deutschland, das autonomes Fahren im ÖPNV auf Level 4 mit Fahrgästen erprobt. Bereits seit Mai 2025 verkehren Shuttles in Langen und Egelsbach (Kreis Offenbach). Über 1’000 Testnutzer:Innen sind registriert. Die Buchung erfolgt On-Demand über die KIRA-App.

In den ersten drei Monaten nach Betriebsstart wurden mehr als 60’000 Kilometer absolviert, durchschnittlich über eine Fahrt pro Stunde während der Betriebszeiten (Mittwoch bis Freitag, 9:30 bis 15:30 Uhr). Die Nutzerbewertungen liegen im Mittel bei 4,5 von 5 Punkten. Besonders nachgefragt sind die Bahnhöfe in Langen und Egelsbach.

Betreiberin ist DB Regio Bus Mitte. Die Software für Buchung und Routenplanung liefert ioki, während Mobileye die Fahrtechnologie mit HD-Karten und Sensorik beisteuert. Forschungspartner sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Verkehr mit rund 2,2 Millionen Euro sowie durch das Land Hessen gefördert und ist bis Ende 2025 angelegt. Eine Verlängerung ist vorgesehen.

Quelle: Deutsche Bahn / Rhein-Main-Verkehrsverbund, Medienmitteilung vom 2. September 2025

Bahnhof Lausanne: Bauarbeiten im Milliardenprojekt schreiten voran

Lausanne Gare“ by zmi66 – ZMIphoto is licensed under CC BY-ND 2.0

Am 1. September 2025 informierten die SBB gemeinsam mit Bundesrat Albert Rösti sowie Vertreter:innen aus Lausanne, Waadt und Genf über den Fortschritt beim Umbau des Bahnhofs Lausanne. Ziel des Grossprojekts ist es, die Perrons zu verlängern und zu verbreitern, um die Aufnahmekapazität des Bahnhofs zu verdoppeln. Das Budget beläuft sich auf 1,7 Milliarden Franken, wovon bisher 530 Millionen investiert wurden.

Zu den laufenden Arbeiten gehören der Bau des Untergeschosses des Bahnhofplatzes, die Verstärkung der Südfassade und der Neubau des Epinettes-Gebäudes mit Parking, das 2027 fertiggestellt wird. An der Südfassade sind derzeit 40 Prozent der Verankerungen gesetzt. Seit dem 25. August 2025 verbindet eine neue Passerelle die Rue du Simplon mit der Unterführung West.

Die nächste Etappe betrifft die neuen Perrons und Unterführungen. Das erste Perron soll 2030 in Betrieb gehen, die vollständige Fertigstellung ist für 2037 geplant. Während der Bauzeit bleibt der Betrieb von täglich 700 Zügen gewährleistet.

Die Arbeiten erfolgen im Rahmen des Programms Léman 2030. Prognosen zufolge wird die Zahl der Reisenden auf der Strecke Lausanne–Genf bis 2030 auf 100 000 pro Tag steigen, doppelt so viele wie 2010. Der Umbau gilt als zentrale Voraussetzung für den weiteren Ausbau der Achse Lausanne–Genf.

Mobility Carsharing verzichtet auf den Bordrechner

Car Sharing“ by laurelpagetseekins is licensed under CC BY-NC-SA 2.0

Mobility informiert in einer Mitteilung über das schrittweise Ende der bekannten Bordcomputer in ihren Fahrzeugen. Seit den 1990er-Jahren dienten diese Geräte als digitale Schaltzentrale des Carsharing-Angebots. Kund:innen konnten damit Autos öffnen und schliessen, Reservationen verlängern oder das Callcenter kontaktieren. Mit dem Einsatz mehrerer Generationen wurde die Funktionalität stetig erweitert, etwa um Tankkarten, Schadenmeldungen oder eine direkte Serviceverbindung.

Aktuell sind bereits rund 700 Fahrzeuge – vor allem Elektroautos – ohne sichtbare Bordcomputer unterwegs. Stattdessen übernimmt die Mobility-App die zentrale Rolle. In drei bis vier Jahren soll die gesamte Flotte mit einer neuen, kompakteren Version ausgerüstet sein, die lediglich ein Lesegerät an der Frontscheibe enthält. Dieses sorgt für bessere Netzabdeckung, insbesondere in Tiefgaragen, und bleibt weiterhin mit der Mobility-Card nutzbar.

Die App bündelt sämtliche bisherigen Funktionen und erweitert sie um neue. Dazu gehören unter anderem das Öffnen und Schliessen per Bluetooth, das Einsehen des Tank-PINs, die Navigation zur nächsten passenden Tankstelle oder das Hochladen von Tankquittungen. Für Elektrofahrzeuge zeigt die App bereits vor Fahrtbeginn Ladestand und Reichweite an. Auch CarPlay-Integration, Favoriten für wiederkehrende Fahrten sowie die Möglichkeit für Gruppenmitglieder, Reservationen gegenseitig zu verwalten, sind verfügbar.

Mit dieser Umstellung markiert Mobility einen weiteren Schritt in der Digitalisierung des Carsharing-Angebots. Die klassischen Bordcomputer, jahrzehntelang prägend für die Nutzer:Innen-Erfahrung, werden sukzessive von der App abgelöst.

Hinweis

Der Blog mobilityblog.ch steht in keinem Zusammenhang mit Mobility Carsharing.

Mehr Züge zwischen Deutschland und Polen ab Dezember 2025

370 002-5 EU44-002 PKP Intercity Cieplewo Poland 12.08.21“ by Paul David Smith – Epping is licensed under CC BY-NC-SA 2.0

Die Deutsche Bahn (DB) und die polnische PKP Intercity (PKP) erweitern das grenzüberschreitende Fernverkehrsangebot ab dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 um mehr als 50 Prozent. Statt bisher elf täglichen Zugpaaren verkehren künftig 17 Direktverbindungen zwischen Deutschland und Polen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Strecke Berlin–Warschau: Mit einem zusätzlichen Zugpaar entsteht ein durchgehender Zweistundentakt zwischen den beiden Hauptstädten.

Neu eingeführt wird die Direktverbindung Leipzig–Breslau–Krakau mit zwei Zügen pro Tag und Richtung. Einer dieser Züge fährt bis Przemysl an der polnisch-ukrainischen Grenze. Dadurch erhalten die Städte Breslau, Krakau und Przemysl erstmals eine schnelle Anbindung aus Mitteldeutschland. Reisende aus Süddeutschland profitieren von verkürzten Reisezeiten durch optimierte Anschlüsse in Leipzig. Auch Chemnitz und Dresden werden durch Zwischenhalte besser angebunden.

Zusätzlich sind zwei neue Nachtzüge geplant: ein Eurocity von Berlin nach Przemysl über Breslau und Krakau sowie eine Verbindung von Berlin nach Chelm über Lodz und Warschau. Der bestehende Nachtzug München–Warschau („Chopin“) wird um zusätzliche Wagen ergänzt, die neu bis Krakau und Przemysl verkehren. Damit entsteht auch eine direkte Verbindung zwischen Süddeutschland und Südpolen.

Die Reisezeit zwischen Leipzig und Breslau beträgt künftig rund dreieinhalb Stunden. Die Strecke Berlin–Warschau wird in gut fünf Stunden ohne Umsteigen zurückgelegt.

DB und PKP reagieren mit dem Ausbau auf die gestiegene Nachfrage im internationalen Fernverkehr und stärken die Anbindung wirtschaftlich bedeutender Regionen sowie Grenzstädte an der polnisch-ukrainischen Grenze.

KI-Assistenz „Kiana“ am Flughafen BER im Testbetrieb

Bild: Midjourney

Die Deutsche Bahn (DB) hat am Flughafenbahnhof Berlin Brandenburg (BER) die virtuelle Reiseberaterin „Kiana“ vorgestellt. Die KI-Assistenz unterstützt Fahrgäste bei der Auswahl des passenden Tickets und bietet Auskünfte zu Verbindungen und Reisezielen. Entwickelt wurde das System von DB Vertrieb, im Einsatz ist es dort erstmals an einem Bahnhof in Deutschland.

„Kiana“ ist ein Pilotprojekt und wird werktags zwischen 9 und 15 Uhr in der Zwischenebene des Terminal 1 (Ebene U1, Nähe Gleise 3 und 4) getestet. Ausgestattet mit Display, Touchscreen, Mikrofon und Lautsprecher können Reisende direkt mit der Assistenz sprechen. Kiana fragt aktiv nach allen relevanten Angaben wie Reiseziel, Alter oder Anzahl der Reisenden und empfiehlt passende Angebote, etwa Senior:innen-Tickets. Am Ende des Dialogs erhalten Fahrgäste einen QR-Code, der zur Buchung in der DB Navigator App oder auf bahn.de führt.

Die Assistenz versteht aktuell neun Sprachen und soll besonders in Stoßzeiten Wartezeiten am Schalter reduzieren. Bundesweit ist Kiana am BER der erste Einsatzort.

Die Berliner Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Ute Bonde, sowie Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert betonten bei der Präsentation die Bedeutung des Projekts für eine kundenfreundliche und effiziente Beratung im ÖPNV. Flughafen-Chefin Aletta von Massenbach hob hervor, dass täglich bis zu 95’000 Reisende den BER nutzen, von denen etwa die Hälfte mit der Bahn an- oder abreist.

Ziel des Testbetriebs ist es, Akzeptanz und Praxistauglichkeit der KI-basierten Beratung zu erproben. Je nach Erfahrungen plant die DB, den Einsatz von Kiana an weiteren Bahnhöfen in Deutschland auszuweiten.

Erster stufenloser ICE erhält Zulassung

ICE-L (Talgo 230) on Geislinger Steige, Germany, 10-11-2023“ by Raphael Krammer is licensed under CC BY 4.0

Die Deutsche Bahn (DB) hat mitgeteilt, dass der neue ICE L die Betriebsgenehmigung in Deutschland erhalten hat. Der Hersteller Talgo informierte am 11. August 2025 über den erfolgreichen Abschluss des Zulassungsverfahrens. Damit kann der Zug wie geplant ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2025 in den regulären Fahrgasteinsatz starten. Zunächst werden die neuen Fahrzeuge zwischen Berlin und Köln verkehren. Insgesamt werden bis Ende dieses Jahres vier Einheiten in Betrieb genommen. Die offizielle Vorstellung des ICE L findet am 17. Oktober 2025 in Berlin statt.

Der ICE L zeichnet sich durch mehrere technische und gestalterische Neuerungen aus:

  • Barrierefreier Einstieg: Fahrgäste können erstmals in einen Hochgeschwindigkeitszug der DB ohne Stufen oder Hublift einsteigen. Dies erleichtert insbesondere die Mitnahme von Rollstühlen, Kinderwagen, Fahrrädern oder grossem Gepäck.
  • Innendesign: Kürzere Wagenlängen, wohnliche Materialien sowie eine tageszeitabhängige Lichtsteuerung schaffen ein verbessertes Raumgefühl.
  • Mobilfunkfreundliche Scheiben: Die Fenster lassen Mobilfunksignale direkt ins Wageninnere, wodurch der Empfang deutlich stabiler ist als bei bisherigen Zugmodellen.
  • Ergonomische Sitze: Auf Basis von Tests mit 1’600 Proband:Innen wurden neue Sitze entwickelt. Sie verfügen über grössere Klapptische sowie Halterungen für Tablets und Mobiltelefone.

Die Einführung des ICE L hatte sich durch Lieferschwierigkeiten und Verzögerungen im Testbetrieb verschoben. Mit der Zulassung ist nun der Weg frei für den Fahrgasteinsatz im Winterfahrplan 2025.

SBB erreicht Höchstwerte bei Pünktlichkeit und Reisenden, Ergebnis bleibt belastet

Wankdorf City“ by tinfrey is licensed under CC BY-NC-ND 2.0

Die SBB veröffentlichte ihre Halbjahreszahlen 2025. Täglich nutzten 1,41 Millionen Reisende die Züge – ein Plus von 4,8 Prozent und ein neuer Rekord. Die Pünktlichkeit stieg auf 94,5 Prozent, ebenfalls ein Höchstwert. Verbesserungen im Fahrplan, mehr Sitzplätze und optimierte Abläufe führten zu höherer Kundenzufriedenheit. Im internationalen Personenverkehr bleibt Nachholbedarf.

Finanziell bleibt die Lage angespannt: Das Halbjahresergebnis beträgt 48 Millionen Franken, belastet durch hohe Unterhaltskosten für Rollmaterial und rückläufige Erträge im Güterverkehr. SBB Cargo schrieb 2024 ein Defizit von 76 Millionen Franken, die Neuausrichtung des kombinierten Verkehrs führt zu einem Abbau von 65 Stellen, davon 40 im Tessin.

2025 ist ein ausserordentliches Eventjahr: Bereits im ersten Halbjahr nutzten 2,5 Millionen Besucher:Innen für Grossanlässe wie den Eurovision Song Contest 600 Extrazüge. Bis Ende Jahr kommen 1000 weitere hinzu. Parallel dazu wurden im Sommer bei Totalsperren grosse Bauarbeiten effizient umgesetzt, etwa zwischen Freiburg und Bern.

Im internationalen Verkehr stieg die Nachfrage um 3,5 Prozent auf rund 6 Millionen Reisende. Die Planung für eine neue Nachtzugverbindung nach Schweden ab Frühjahr 2026 läuft.

Bei den Abonnements bleibt das Generalabonnement rückläufig (420 000 Stück, −2,9 Prozent), während die Halbtax-Nutzung zunahm (3,42 Millionen Stück, +6,1 Prozent). Das Halbtax PLUS erreichte 170 000 Stück.

Die SBB betont, dass Substanzerhalt und Modernisierung der Infrastruktur Vorrang haben müssen. Ausbauprojekte sollen sich am Kundennutzen, an wirtschaftlicher Tragfähigkeit und an langfristiger Planbarkeit orientieren.

SBB startet Ausschreibung für Hochgeschwindigkeitszüge

Die SBB hat auf der Plattform SIMAP die erste Ausschreibung im Rahmen ihres Beschaffungsprojekts für bis zu 40 mehrstromfähige Hochgeschwindigkeitszüge publiziert. Der Auftrag betrifft ein Operating-Lease-Modell mit einer Grundlaufzeit von 15 Jahren und umfasst Fahrzeuge, die in der Schweiz sowie in Frankreich, Italien, Spanien, England, Belgien und den Niederlanden eingesetzt werden sollen.

Die aktuelle Ausschreibung regelt den Leasingvertrag. Parallel dazu wird ab dem zweiten Quartal 2026 eine weitere Ausschreibung für den Kaufvertrag der Grundbestellmenge sowie einen 15-jährigen Servicevertrag für die Instandhaltung folgen. Der Kaufvertrag soll nach Zuschlag an den Leasinggeber übertragen werden, während Optionsrechte und Servicevertrag bei der SBB verbleiben.

Damit ist ein entscheidender Schritt zur Beschaffung neuer Hochgeschwindigkeitszüge gemacht, die den internationalen Personenverkehr der SBB in den kommenden Jahren stärken sollen.

SBB Güterverkehr richtet sich neu aus und sichert Arbeitsplätze

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Die SBB hat die Neuausrichtung ihres Güterverkehrs bekanntgegeben. Grund ist ein strukturelles Defizit von jährlich rund 80 Millionen Franken. Da der Güterverkehr kein Service Public ist, fordert der Bund als Eigentümer künftig Eigenwirtschaftlichkeit.

Im Tessin werden bis Ende 2025 etwa 40 Stellen abgebaut, insgesamt schweizweit rund 65. Kündigungen sind jedoch nicht vorgesehen: Den betroffenen Mitarbeitenden werden GAV-konforme Lösungen innerhalb des Kantons angeboten.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Kombinierten Verkehr (KV), also dem Umschlag von Containern oder Trailern zwischen Strasse und Schiene. Trotz aktuell hohen Verlusten von rund 12 Millionen Franken pro Jahr soll mit einem neuen Produktionsmodell die Nachfrage effizienter bedient werden. Ab 2026 ist eine erste Shuttle-Verbindung zwischen Dietikon und Stabio geplant. Der Wegfall von acht Terminals kann zu jährlich rund 20 000 zusätzlichen Lastwagenfahrten führen – im Vergleich zu heute 30 Millionen Fahrten.

Der Einzelwagenladungsverkehr (EWLV), bei dem einzelne Wagen verschiedener Kund:Innen zusammengestellt werden, verursacht weiterhin hohe Verluste. Hier arbeitet SBB Cargo mit Grosskund:Innen an einem neuen Modell, gestützt auf eine befristete finanzielle Förderung durch den Bund.

Ein weiterer Schritt ist die Einstellung der sogenannten Partnerzüge für DB Cargo im Transit durch die Schweiz. Diese Transporte bleiben jedoch auf der Schiene, da andere Eisenbahnunternehmen übernehmen.

Parallel dazu hat die RAlpin AG angekündigt, die Rollende Landstrasse Ende 2025 drei Jahre früher als geplant einzustellen. 2023 transportierte sie rund 80 000 Lastwagen, was sieben Prozent des kombinierten Transitverkehrs entspricht. Ziel ist es, mindestens die Hälfte der bisherigen Kund:Innen auf den unbegleiteten KV zu halten.

Mit Investitionen in neue Loks, Wagen und Automatisierung will die SBB die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Güterverkehrs sicherstellen und das Verlagerungsziel im Transitverkehr weiter unterstützen.