Automatisierte Lokomotive im Regelbetrieb: DB Cargo testet ATO auf Güterkorridor

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Am 4. Juli 2025 hat DB Cargo in Köln die europaweit erste Güterzuglokomotive für den automatisierten Betrieb vorgestellt. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurde eine Streckenlok im Werk Köln-Gremberg mit den Systemen ATO (Automatic Train Operation) und RTO (Remote Train Operation) ausgerüstet. Der einjährige Testlauf auf der Betuweroute in den Niederlanden beginnt im Oktober 2025.
Im ATO-Modus übernimmt die Lok automatisiert Beschleunigung, Bremsung, Fahrt und Halt. Die Sicherheitsanforderungen bleiben hoch: Eine Lokführer:In ist weiterhin an Bord, ergänzt durch ein Fernüberwachungs- und Steuerteam. Während des Pilotbetriebs werden verschiedene Beladungsszenarien mit unterschiedlichen Güterwagen erprobt. Erstmals wird zudem die Kombination von ATO und RTO im offenen Netz getestet.
Das Projekt wird durch das Bundesprogramm „Zukunft Schienengüterverkehr“ mit 18,86 Millionen Euro gefördert. Neben DB Cargo sind auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie die Technologiepartner Hitachi und Remoot beteiligt. Ziel ist es, automatisiertes Fahren europaweit im Schienengüterverkehr zu etablieren, um die Netzkapazitäten effizienter zu nutzen und die Energieeffizienz zu steigern.
Die Betuweroute als Teststrecke gilt als hochmodern und zentral für den europäischen Gütertransport. Der geplante automatisierte Betrieb zielt auf eine nachhaltige Steigerung von Qualität und Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs ab.
Für Akteur:Innen aus Mobilität, Verwaltung und Politik unterstreicht das Projekt die strategische Relevanz der Digitalisierung im Güterverkehr. Die Verbindung aus Automatisierung und Fernsteuerung eröffnet neue Optionen zur Entlastung des Fachpersonals und zur Sicherung des europäischen Logistikstandorts im Kontext wachsender Klimaziele.