Autonomes Fahren im ÖV: Projekt KIRA startet Praxistest mit Fahrgästen im Rhein-Main-Gebiet

Im Projekt KIRA werden autonome Level 4-Fahrzeuge für den Einsatz im ÖPNV getestet. Der Projektname KIRA steht für „KI-basierter Regelbetrieb autonomer On-Demand-Verkehre“.

Copyright: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang

Erstmals in Deutschland sind autonome Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr auf Automatisierungsstufe 4 mit Fahrgästen unterwegs. Das vom Bundesverkehrsministerium geförderte Projekt KIRA („KI-basierter Regelbetrieb autonomer On-Demand-Verkehre“) ermöglicht registrierten Testnutzer:Innen Buchungen per App in den Städten Langen und Egelsbach (Hessen). Ab der zweiten Jahreshälfte 2025 soll das Angebot auf Darmstadt ausgeweitet werden.

Automatisierungslevel 4 beschreibt Fahrzeuge, die innerhalb definierter Gebiete selbstständig und ohne Eingriff eines Menschen fahren. Für den laufenden Betrieb setzt das Projekt auf Sicherheitsfahrer:Innen an Bord sowie eine technische Leitstelle zur Überwachung. Die eingesetzten Shuttles erreichen Geschwindigkeiten bis zu 130 km/h.

Die Projektverantwortung liegt bei der Deutschen Bahn (DB) und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Betreiberin der Fahrzeuge ist DB Regio Bus Mitte. Für die Routenplanung und Buchung kommt Software der DB-Tochter ioki zum Einsatz. Die autonome Fahrzeugtechnologie stammt von Mobileye, einem Intel-Unternehmen.

KIRA gilt als Blaupause für zukünftige Verkehrsangebote im ländlichen Raum. Ziel ist ein flächendeckender, bedarfsorientierter ÖPNV, der unabhängig von Fahrplänen und Personalengpässen funktioniert. Der Versuchsbetrieb läuft bis Ende 2025, eine Verlängerung ist vorgesehen.