BLS-Schiffe auf Thuner- und Brienzersee sollen Strom speichern

Die BLS Schifffahrt entwickelt ihre Motorschiff-Flotte auf dem Thuner- und Brienzersee bis ins Jahr 2050 zu einer Energieplattform. Mit der schrittweisen Umstellung auf batterie-elektrische Antriebe sollen die Schiffe künftig emissionsfrei fahren, als mobile Energiespeicher dienen und zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen.

Vorgesehen ist, die Batterien der Schiffe sowie die zugehörige Ladeinfrastruktur ins Energiesystem einzubinden. Die Speicherkapazität entspricht derjenigen von bis zu 300 grossen Elektroautos. Sind die Schiffe nicht im Einsatz, sollen sie bei Stromüberschuss Energie aufnehmen und bei Engpässen wieder abgeben. Dieses Zusammenspiel erfolgt abgestimmt auf den Fahrplan, ohne den Schifffahrtsbetrieb einzuschränken.

In einem ersten Schritt wurde zusammen mit der ecoforce GmbH ein Konzept erarbeitet. Derzeit laufen Abklärungen mit möglichen Partnern wie der Stadt Thun und regionalen Energieversorgern. Für die notwendige Infrastruktur im Werftareal Thun wurde eine Vorstudie in Auftrag gegeben. Sie bildet die Grundlage für eine Ausschreibung im Jahr 2027.

Geschäftsführer Jan Cermak bezeichnet den geplanten Ansatz als Verbindung von Tourismus, Mobilität und Energie, die zeige, wie bestehende Infrastruktur mehrfach genutzt werden könne. Andrea de Meuron, Vorsteherin Finanzen, Ressourcen und Umwelt der Stadt Thun, unterstützt die Pläne und sieht darin ein Zusammenspiel von emissionsfreier Mobilität und intelligenter Energiespeicherung.

Die geplante technologische Weiterentwicklung soll das touristische Erlebnis auf den beiden Seen durch den leisen, emissionsfreien Betrieb zusätzlich aufwerten.