Bodycams bei der SBB Transportpolizei: Rückgang von Übergriffen um 25 Prozent

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Seit Herbst 2024 setzt die Transportpolizei der SBB flächendeckend Bodycams ein. Die Zwischenbilanz nach sechs Monaten bestätigt die Erwartungen: Die Kameras wirken deeskalierend und helfen bei der Beweissicherung. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank die Zahl der tätlichen Übergriffe auf Einsatzkräfte um 25 Prozent.

Von 331 Auslösungen wurden 107 Videos als Beweismittel genutzt, davon 15 an Strafbehörden übergeben. In 224 Fällen konnte die Aufnahme frühzeitig gestoppt werden – oft beruhigte sich die Lage bereits nach Ankündigung oder Beginn der Aufzeichnung. Dies spiegelt sich in der internen Befragung: 90 Prozent der Polizist:Innen bewerten die Bodycams als sinnvoll, bei knapp zwei Dritteln der angehaltenen Personen genügte bereits die Ankündigung der Aufnahme zur Konfliktvermeidung.

Die Kameras werden gezielt im täglichen Dienst aktiviert, nicht durchgehend. Die Aktivierung wird angekündigt, ist visuell (blinkende LEDs) und akustisch (Signalton) erkennbar. Auch kontrollierte Personen dürfen eine Aufnahme verlangen.

Die gespeicherten Daten liegen auf SBB-Servern in der Schweiz. Sie sind gegen unbefugte Bearbeitung gesichert und werden nach 100 Tagen automatisch gelöscht, sofern keine rechtliche Sicherstellung erfolgt.

Ein endgültiges Fazit zur Wirksamkeit der Bodycams wird nach einem Jahr gezogen.