Bund und SBB unterzeichnen Leistungsvereinbarung für Einzelwagenladungsverkehr

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Der Bund hat der SBB den Leistungsauftrag für den Einzelwagenladungsverkehr (EWLV) für die Jahre 2026 bis 2029 erteilt. Die Förderung durch den Bund beläuft sich auf 260 Millionen Franken für die ersten vier Jahre. Die Leistungsvereinbarung basiert auf dem revidierten Gütertransportgesetz (GüTG). Kunden und SBB tragen ebenfalls zur Neuausrichtung des EWLV bei, unter anderem durch marktgerechte Preise und Kostensenkungen. Die SBB sichert damit ein flächendeckendes Angebot und stärkt die Landesversorgung auf der Schiene.

Im EWLV werden einzelne Güterwagen unterschiedlicher Kunden gesammelt und zu Güterzügen zusammengestellt. SBB Cargo Schweiz als einziges Eisenbahnverkehrsunternehmen hat ein Angebot eingereicht und stellt den EWLV in der Schweiz weiterhin aus einer Hand sicher. Regional arbeitet SBB Cargo Schweiz gezielt mit anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen zusammen, wo Kooperationen wirtschaftlich sinnvoll sind und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der Strasse erhöhen.

Derzeit ist der EWLV defizitär: 2024 verzeichnete SBB Cargo Schweiz einen Verlust von –81 Millionen Franken in diesem Segment. Künftig muss der EWLV eigenwirtschaftlich betrieben werden, wie vom Bund gefordert. Die finanzielle Förderung des Bundes federt Preiserhöhungen für die Kunden ab. Zudem unterstützt der Bund Investitionen der SBB in die Automatisierung und Digitalisierung des EWLV. Die SBB selbst steigert ihre Effizienz und senkt Kosten, etwa durch Investitionen in moderne Lokomotiven und standardisierte Güterwagen.

Ein neues Produktionsmodell soll ab dem Fahrplanwechsel 2026/27 (13. Dezember 2026) einen einfacheren, effizienteren, robusteren und wirtschaftlicheren Betrieb ermöglichen. Es zielt darauf ab, möglichst viele lange und schnelle Verbindungen durch die Schweiz zu fahren. Bedienpunkte mit zu geringer Nachfrage werden künftig nicht mehr im EWLV-Netz von SBB Cargo Schweiz angeboten, bleiben jedoch als öffentliche Infrastrukturanlagen allen Eisenbahnverkehrsunternehmen zugänglich. Trotz der Anpassung können rund 98 Prozent der Wagen weiterhin transportiert werden.

Die Neuausrichtung des EWLV und das angepasste Transportnetz führen zu Verschiebungen beim Personal- und Lokomotivenbedarf. Nicht mehr benötigte Stellen werden sozialverträglich abgebaut. Die SBB informierte bereits über den Abbau und wird im Frühjahr 2026 konkrete Informationen dazu bereitstellen. Der Güterverkehr der SBB verzeichnete 2024 ein strukturelles Defizit von –76 Millionen Franken und einen Mengenrückgang von einem Drittel in den letzten zehn Jahren. Neben dem EWLV ist auch der Kombinierte Verkehr (KV) stark defizitär, dessen Neuausrichtung bereits im Mai 2025 bekannt gegeben wurde. Der Ganzzugsverkehr deckt seine Kosten.