Bundesrat lanciert Gesetz für schweizweite Mobilitätsdateninfrastruktur (MODI)

Der Bundesrat will den Zugang zu Mobilitätsdaten in der Schweiz vereinfachen und legt mit dem neuen Bundesgesetz über eine verkehrsträgerübergreifende Mobilitätsdateninfrastruktur (MODIG) den Grundstein für eine nationale Dateninfrastruktur. Ziel ist es, die Planung, Steuerung und Nutzung von Personen- und Güterverkehr datenbasiert zu verbessern.
Die geplante Mobilitätsdateninfrastruktur (MODI) wird vom Bund betrieben und umfasst zwei zentrale Komponenten: Die Nationale Datenvernetzungsinfrastruktur Mobilität (NADIM) für den interoperablen Datenaustausch sowie das «Verkehrsnetz CH» als digitale Geobasis des Schweizer Verkehrssystems. Letzteres wird von swisstopo aufgebaut, während für NADIM ein neues Kompetenzzentrum beim Bundesamt für Verkehr (BAV) geschaffen wird.
MODI soll es ermöglichen, verkehrsträgerübergreifende Anwendungen wie dynamisches Verkehrsmanagement, multimodale Reiseinformationen, Buchungssysteme oder Ladeinfrastrukturplattformen zu betreiben. Die Infrastruktur wird offen, standardisiert und frei von kommerziellen Interessen gestaltet, um die digitale Souveränität der Schweiz zu sichern.
Die Umsetzung erfolgt etappenweise anhand definierter Anwendungsfälle. In den ersten zwölf Jahren wird der Aufbau mit jährlich 17 bis 33 Millionen Franken finanziert. Die Mittel stammen zur Hälfte aus dem Bahninfrastrukturfonds (BIF) und dem Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF), später ergänzt durch eine Nutzerfinanzierung. Der Personalbestand wächst von 15 auf 28 Stellen.
Mit dem Gesetzesentwurf wurden auch drei Berichte veröffentlicht, darunter ein Grundlagenbericht des UVEK zum datenbasierten Mobilitätssystem und ein Bericht des VBS zum Aufbau des «Verkehrsnetz CH».