Bundesrat lehnt Abschaffung des Halbtax ab

Nationalrätin Marionna Schlatter (Grüne) fordert in der Motion 26.3627 die Abschaffung des Halbtax-Abos. Der bisherige Halbpreis soll damit zum Normalpreis werden. Sie begründet dies damit, dass die ÖV-Preise seit 1990 schneller gestiegen sind als jene im Autoverkehr und der ÖV durch die Elektrifizierung des motorisierten Individualverkehrs weiter an Attraktivität verliere. Für Personen, die den ÖV nur gelegentlich nutzen, wirke das Halbtax als Einstiegshürde, da sich die Anschaffung erst bei regelmässiger Nutzung lohne.
Der Bundesrat beantragt in seiner Stellungnahme vom 19.08.2026 die Ablehnung der Motion. Er verweist auf frühere Berechnungen zur Motion 23.3907: Der Wegfall der rund 3.5 Millionen Halbtax-Abos würde die Einnahmen der Transportunternehmen um rund 530 Millionen Franken mindern. Hinzu kämen Ausfälle durch die Halbierung der bisherigen Vollpreiseinnahmen von rund 270 Millionen Franken im nationalen direkten Verkehr sowie von rund 175 Millionen Franken bei den regionalen Verbünden. Ohne Kompensation durch Mehrkonsum müssten diese Ausfälle von Bund und Kantonen getragen oder durch ein ausgedünntes Fahrplanangebot aufgefangen werden. Zudem würde das gesamte Preisgefüge berührt: Tarifverbundabonnemente und Generalabonnement müssten angepasst werden.
Der Bundesrat verweist stattdessen auf das Projekt myRIDE, mit dem das Tarifsystem vereinfacht werden soll. Mit dem darin vorgesehenen Smart Abo werde der Zugang zu vergünstigten Angeboten für Kundinnen und Kunden ohne Halbtax-Abo einfacher, wodurch sich die Einstiegshürde reduziere.
