Kategorie: News

IT-TRANS 2026 in Karlsruhe: 5’500 Teilnehmende aus 51 Ländern

Messe Karlsruhe / Jürgen Rösner

Die Fachmesse IT-TRANS 2026 in Karlsruhe zählte in ihrer 10. Ausgabe 5’500 Teilnehmende aus 51 Ländern. Rund 200 Ausstellende aus 22 Ländern präsentierten vom 3. bis 5. März digitale Lösungen für den öffentlichen Personenverkehr. Über 130 internationale Expertinnen und Experten begleiteten die Ausstellung mit Fachvorträgen.

Inhaltlich standen Künstliche Intelligenz, digitale Ticketing-Lösungen, On-Demand-Mobilität sowie technologische Ansätze zum Abbau von Personalengpässen im Fokus. Die präsentierten Lösungen umfassten datengetriebene Betriebssteuerungen, intelligente Tarifsysteme und neue Mobilitätsdienste als Ergänzung zum klassischen Linienverkehr.

Die Besucherzufriedenheit lag bei 97 Prozent. 42 Prozent der Besuchenden nahmen ausschliesslich an der IT-TRANS teil. Auf der Messe wurde zudem die Partnerschaft des Karlsruhe Mobility Lab – eines standortgebundenen Reallabors für nachhaltige Mobilität – von Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Institutionen erneuert.

Die nächste Ausgabe der IT-TRANS findet vom 8. bis 9. März 2028 statt. Unternehmen wie IVU Traffic Technologies AG, INIT Group, ebblo, AMCON Software GmbH und krauth technology GmbH haben bereits Standflächen gebucht und belegen damit über die Hälfte der für 2028 vorgesehenen Messefläche.

SEV gegen Kürzungen im regionalen Personenverkehr

Bild: SEV

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV hat am 4. März 2026 Mitgliedern von National- und Ständerat Schokolade-Fünfliber überreicht. Damit verbunden ist die Forderung, im regionalen Personenverkehr (RPV) auf Kürzungen zu verzichten.

Das Parlament hatte in der Wintersession den Verpflichtungskredit für 2026-2028 erhöht. Dennoch plant der Ständerat, die Mittel für 2027 und 2028 zu kürzen. Die im «Entlastungspaket 27» vorgesehenen Massnahmen würden laut SEV zu Angebotsabbau, höherer Arbeitsbelastung und Preiserhöhungen führen sowie Sicherheit und Qualität im öffentlichen Verkehr gefährden.

SEV-Präsident Matthias Hartwich bezeichnet den regionalen Personenverkehr als Grundversorgung. SEV-Vizepräsidentin Barbara Keller verweist auf den finanziellen Druck, unter dem viele Unternehmen bereits heute stehen – verschärft durch Fachkräftemangel und steigende krankheitsbedingte Absenzen. SEV-Vizepräsident Pablo Guarino warnt vor einer weiteren Verschlechterung der Gesundheit des Personals durch anhaltenden Druck.

Der SEV fordert das Parlament auf, an den Entscheiden der Wintersession festzuhalten. Planungssicherheit sei im öffentlichen Verkehr zentral, da Angebot, Investitionen und Personalbedarf eine längerfristige Finanzierung erfordern.

DB: ICE ab Sommer 2026 neu bis nach Ostende an der belgischen Nordseeküste

Black and white photo of Gent-St. Pieters train at historic station in Ghent, Belgium.
Black and white photo of Gent-St. Pieters train at historic station in Ghent, Belgium. by J MAD is licensed under Pexels License

Die Deutsche Bahn weitet ihr Angebot zwischen Köln und Belgien aus. Von Anfang Juni bis Ende August 2026 steht ein weiteres, insgesamt neuntes tägliches Zugpaar zwischen Deutschland und Belgien zur Verfügung. Der neue ICE hält in Aachen, Liège und neu auch in Leuven sowie Bruxelles Nord.

An Wochenenden fahren die Züge weiter bis Gent, Brügge und Ostende – damit erreicht der ICE erstmals die belgische Nordseeküste. Ab Köln startet der Zug samstags und sonntags um 10:08 Uhr; Ostende wird um 13:47 Uhr erreicht. Die Rückfahrt ab Ostende beginnt um 14:24 Uhr, Ankunft in Köln ist um 17:50 Uhr.

Montags bis freitags endet die Verbindung in Brüssel. Abfahrt ab Köln ist um 10:40 bzw. 10:43 Uhr.

Der neue Zug verkehrt vom 3. Juni bis 20. Juli sowie vom 6. bis 31. August 2026. Eingesetzt wird der ICE 3neo, der bereits seit Sommer 2024 auf der Strecke Frankfurt-Köln-Brüssel im Einsatz steht. Die Verbindung ist ab sofort buchbar.

Ebenfalls über DB-Kanäle erhältlich sind Tickets für eine neue Direktverbindung zwischen Köln und Antwerpen via Aachen, Liège, Leuven und den Brüsseler Flughafen. Diese zwei täglichen Zugpaare gehen am 7. September 2026 in Betrieb.

Transdev Deutschland erhält Förderung für 41 Elektro- und Wasserstoffbusse

(c) Transdev

Verschiedene Betriebe der Transdev-Gruppe in Deutschland erhalten Bundesförderung für insgesamt 41 Busse mit alternativen Antrieben. Die Förderbescheide wurden am 24. Februar 2026 auf der Fachkonferenz BUSKON 2026 in Berlin von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder übergeben.

Im aktuellen Förderaufruf der Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr erhalten bundesweit 151 Unternehmen insgesamt 417 Millionen Euro. Damit werden 1’887 neue Elektrobusse sowie die zugehörige Tank- und Wartungsinfrastruktur und Machbarkeitsstudien gefördert.

Die Omnibus-Verkehr Ruoff GmbH erhält rund 5.7 Millionen Euro für 20 Wasserstoffbusse inklusive Infrastruktur. Die Transdev Nord GmbH bekommt rund 1.3 Millionen Euro für neun E-Busse und Ladeinfrastruktur, die Regionalbus Oberlausitz GmbH knapp 2.5 Millionen Euro für 12 E-Busse.

Zu Jahresbeginn 2026 hatte Transdev bereits in Baden-Württemberg und Sachsen weitere Elektrobusse in Betrieb genommen. Im Landkreis Zwickau werden künftig mehr als die Hälfte der über 100 eingesetzten Busse elektrisch betrieben und rund 70 Prozent der Verkehrsleistung erbringen.

DB: Hannover Hauptbahnhof wird ausgebaut

Quelle: DB InfraGO

Die Vorplanung für die Erweiterung des Hauptbahnhofs Hannover ist abgeschlossen. Geplant sind vier Massnahmen: eine neue Personenunterführung an der Lister Meile für kürzere Umstiegszeiten, der Neubau eines Mittelbahnsteigs mit den Gleisen 15 und 16 für S-Bahnen in Richtung Lehrte, Anpassungen am Spurplan für mehr Kapazität sowie ein neues Stellwerk. Durch die Verlagerung der S-Bahnen auf die neuen Gleise soll auf den bestehenden Bahnsteigen mehr Platz für den Fernverkehr entstehen. Züge sollen dank der Spurplananpassungen künftig mit höherer Geschwindigkeit einfahren können.

Im nächsten Schritt wird die Vorplanung durch DB-Fachleute und das Eisenbahn-Bundesamt geprüft.

Darüber hinaus prüft die DB InfraGO eine Erweiterung der bestehenden Personenunterführung (Mall) sowie zusätzliche Treppen zu den Bahnsteigen. Für diese Massnahmen ist eine Vorplanung bis rund 2029 vorgesehen.

Als Vorabmassnahme wird die Überleitstelle Hannover-Burg optimiert. Diese ermöglicht Zügen den Wechsel zwischen Gleisen derselben und benachbarter Strecken. Die Mittel für die vertiefte Planungsphase sind freigegeben, eine Ausschreibung erfolgt kurzfristig. Der Auftragnehmer soll Ende 2026 starten. Geplant ist der Einbau grösserer Weichen, was höhere Geschwindigkeiten und mehr Flexibilität bei Störungen ermöglichen soll.

Alstom übernimmt Wartung des Signalsystems der Metro Quito

MDQ Tren Estación Morán Valverde 02-12-2023
MDQ Tren Estación Morán Valverde 02-12-2023 by Emilio Mondragón is licensed under CC BY-SA 4.0

Alstom hat einen Vertrag zur präventiven und korrektiven Wartung des Bahnsignalsystems der Linie 1 der Metro Quito unterzeichnet. Das Auftragsvolumen beträgt 27 Millionen Dollar (rund 23 Millionen Euro), die Laufzeit 48 Monate. Die Arbeiten beginnen im März 2026.

Alstom hatte das CITYFLO-350-Signalsystem für die Linie 1 bereits entwickelt und implementiert. CITYFLO 350 ist ein kommunikationsbasiertes Zugsicherungssystem, das Zugfolge, Geschwindigkeit und Sicherheitsabstände automatisch regelt. Nun übernimmt das Unternehmen zusätzlich die laufende Wartung sowie das Management von Obsoleszenz – also den Ersatz veralteter Komponenten – und mögliche System-Upgrades.

Im Rahmen des Vertrags ist Alstom für regelmässige Inspektionen, kontinuierliches Monitoring, Korrektivmassnahmen bei Störungen sowie die Sicherstellung der Verfügbarkeit der Leittechnik zuständig. Ecuadorianische Fachkräfte werden in die Projektarbeit eingebunden.

In Lateinamerika verfügt Alstom nach eigenen Angaben über mehr als 6’000 km signalisierte Strecken und über 2’000 Bordsysteme im Betrieb. In Ecuador ist das Unternehmen zudem am Strassenbahnsystem in Cuenca beteiligt, wo es Citadis-Fahrzeuge sowie Elektrifizierungsanlagen geliefert hat. Die Cuenca-Tram befördert täglich rund 25’000 Fahrgäste.

Schweiz unterzeichnet Flugpassagierdaten-Abkommen mit der EU

Check-in Flughafen Altenrhein
Check-in Flughafen Altenrhein by Peoples170 is licensed under Creative Commons BY-SA 4.0 International

Die Schweiz und die EU haben am 5. März 2026 in Brüssel ein Abkommen über den Austausch von Flugpassagierdaten (Passenger Name Record, PNR) unterzeichnet. Bundesrat Beat Jans und EU-Innenkommissar Magnus Brunner paraffierten den Vertrag am Rande des Treffens der EU-Justiz- und Innenminister.

Das Abkommen regelt die Übermittlung von PNR-Daten durch Luftverkehrsunternehmen aus der EU an die Schweiz sowie den Informationsaustausch zwischen den zuständigen Passenger Information Units (PIU) beider Vertragsparteien. Die Datenübermittlung der Schweizer Flugverkehrsunternehmen an EU-Mitgliedstaaten erfolgt auf Basis des Flugpassagierdatengesetzes.

Beim fedpol wird eine gemeinsame PIU von Bund und Kantonen aufgebaut, die voraussichtlich am 1. Februar 2027 den Betrieb aufnimmt.

PNR-Daten ermöglichen es, bereits vor dem Abflug Personen zu identifizieren, die in polizeilichen Informationssystemen erfasst sind oder national beziehungsweise international gesucht werden. Zudem lassen sich verdächtige Personen und kriminelle Netzwerke anhand von Risikoprofilen erkennen. Das Instrument dient der Bekämpfung von Terrorismus und Schwerstkriminalität wie Menschenhandel. Klare gesetzliche Vorgaben und eine strenge Zweckbindung sollen den Datenschutz gewährleisten.

Wien: Wiener Linien starten Rücksichtskampagne in Öffis

Start der Kampagne „Host kan Genierer?“ – Wiener Linien starten neue Bewusstseinskampagne für mit Rücksichtnahme in den Öffis – mit Öffistadträtin Ulli Sima.

Die Wiener Linien lancieren eine neue Bewusstseinskampagne für mehr Rücksichtnahme im öffentlichen Verkehr. Unter dem Titel „Host kan Genierer?“ sollen täglich mehr als 2,4 Millionen Fahrgäste auf geltende Verhaltensregeln hingewiesen werden.

Auslöser ist eine von den Wiener Linien beauftragte Umfrage mit rund 800 Teilnehmenden zwischen 16 und 75 Jahren. Dabei gaben nur 9 Prozent an, selbst schon laut über Lautsprecher telefoniert oder Videos ohne Kopfhörer geschaut zu haben – gleichzeitig fühlen sich 86 Prozent durch genau dieses Verhalten gestört. 92 Prozent halten es für wichtig, dass solches Verhalten unterbleibt.

Ab 9. März sind Kampagnenmotive im gesamten Stadtgebiet auf Plakaten zu sehen. Sie zeigen typisches Fehlverhalten wie lautes Telefonieren, Essen in der U-Bahn oder Rucksäcke, die anderen den Sitzplatz wegnehmen. Ergänzt wird die Kampagne durch einen Kampagnensong, Durchsagen in Stationen sowie verstärkte Kontrollen und Ermahnungen durch Mitarbeitende der Wiener Linien. Zusätzlich soll die Zivilcourage unter Fahrgästen gestärkt werden.

Die Kampagne knüpft an das 2019 eingeführte Essverbot in der U-Bahn an, das ebenfalls auf Wunsch vieler Fahrgäste umgesetzt wurde.

Rheinbahn tritt ÖPNV-Allianz von BVG, HOCHBAHN und MVG bei

Bild: zVg Hochbahn

Die Rheinbahn AG aus Düsseldorf verstärkt die überregionale Kooperation von Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) und Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Mit der Unterzeichnung eines Memorandums of Understanding (MoU) durch Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe ist die Allianz nun auf vier Metropolregionen ausgeweitet.

Die Partnerschaft adressiert drei Schwerpunkte: autonomes Fahren, eine gemeinsame Mobilitätsplattform (MAX) sowie standardisierte, offene Vertriebssysteme. Im Bereich Vertrieb liegt der Fokus auf Account Based Ticketing (ABT) und interoperablen ID-basierten Ticketing-Ansätzen (IDBT). Die Rheinbahn bringt dabei Erfahrungen aus der Entwicklung des digitalen Vertriebssystems CALO ein.

Ziel ist Interoperabilität statt Zentralisierung: Bestehende Zuständigkeiten der Unternehmen bleiben unberührt, während technische Anschlussfähigkeit über Unternehmens- und Verbundgrenzen hinweg geschaffen werden soll. Die Steuerung erfolgt durch einen Lenkungskreis mit Vertreterinnen und Vertretern aller Partnerstädte.

BVG, HOCHBAHN und MVG hatten die Allianz im Herbst 2025 gegründet. Das MoU tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft und ist unbefristet angelegt.

DB: S-Bahnen Berlin, München und Stuttgart mit neuer Leitung

DB 420 450-9 S-Bahn Stuttgart | München Ost, 2017-07-29
DB 420 450-9 S-Bahn Stuttgart | München Ost, 2017-07-29 by dolanansepur is licensed under Creative Commons BY-NC-ND 2.0 International

Die Deutsche Bahn besetzt die Führungspositionen bei drei ihrer grössten S-Bahn-Betriebe neu. Heiko Büttner wird ab 1. April 2026 Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin. Er war fast 30 Jahre für die DB tätig und leitete seit 2017 die S-Bahn München. Nach dem Tod des langjährigen Berliner Geschäftsführers Peter Buchner im November 2025 hatte Karsten Preißel den Vorsitz interimsmässig übernommen.

Büttners Nachfolge in München tritt Dr. Matthias Glaub an, der ab 1. Mai 2026 die S-Bahn München führt. Glaub war zuvor Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn Stuttgart, wo er unter anderem erste Testfahrten mit ETCS und hochautomatisierter Steuerung verantwortete. ETCS (European Train Control System) ist ein europaweit einheitliches Zugsteuerungssystem.

In Stuttgart übernimmt ebenfalls per 1. Mai 2026 Nina Hutwagner die Geschäftsleitung. Sie war zuletzt in Frankfurt am Main für Fahrplan und Verkehrsleitung im Fernverkehr zuständig und bringt Erfahrung mit dem ETCS-Einsatz auf Schnellfahrstrecken mit – relevant für den geplanten Digitalen Knoten Stuttgart (DKS).

Auch bei den Regionalleitungen von DB Regio Schiene gibt es Wechsel: Heike Junge-Latz übernimmt die Regionalleitung Baden-Württemberg, Markus Kaupper jene für Nordrhein-Westfalen.

Die drei S-Bahnen befördern zusammen rund 2’594’000 Fahrgäste pro Werktag: 1’400’000 in Berlin, 840’000 in München und 354’000 in Stuttgart.