Kategorie: News

wegfinder integriert E-Bike-Sharing S-bike in Salzburg

Die Mobilitäts-App wegfinder der ÖBB-Tochter iMobility GmbH bindet neu das E-Bike-Sharing-Angebot S-bike in Salzburg ein. Das Angebot umfasst künftig mehr als 600 Räder an über 60 Stationen und lässt sich direkt in der App buchen: Station suchen, Bike auswählen, QR-Code scannen. Für Nutzer:innen mit hinterlegtem KlimaTicket Salzburg, KlimaTicket Österreich oder einer S-bike Jahreskarte sind die ersten 30 Minuten jeder Fahrt kostenlos, danach gilt der halbe Preis.

wegfinder bündelt österreichweit Car- und Bikesharing, E-Scooter, On-Demand-Dienste und öffentliche Verkehrsmittel verschiedener Anbieter in einer Anwendung. Die App liefert verkehrsmittelübergreifende Routenvorschläge, Tarifauskünfte und Echtzeitinformationen zu Verspätungen und Störungen. Tickets lassen sich direkt in der App kaufen. Im Bereich Fahrrad sind inzwischen sieben verschiedene Bike-Sharing-Angebote buchbar.

In Tirol, Oberösterreich und Salzburg dient wegfinder bereits als gemeinsame Plattform. In Innsbruck hat die App die bisherige Öffi-App der Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) abgelöst, in Wiener Neustadt ist sie seit Anfang Juni 2026 die zentrale Mobilitätsplattform.

wegfinder verzeichnet über 2 Mio. App-Downloads auf Android und iOS. Die Nutzung der App lag im ersten Halbjahr 50 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.

BMV fördert autonome Fahrzeuge im ÖPNV mit 14 Millionen Euro

Das deutsche Bundesministerium für Verkehr (BMV) stellt mit einem neuen Förderaufruf bis zu 14 Millionen Euro für Investitionen in Fahrzeuge mit autonomer Fahrfunktion bereit. Im Fokus stehen Vorhaben im öffentlichen Personennahverkehr sowie im Güterkraftverkehr, bei denen autonome Fahrzeuge dauerhaft im öffentlichen Verkehrsraum eingesetzt werden.

Gefördert werden die Beschaffung von Fahrzeugen, die bereits mit autonomen Fahrsystemen ausgestattet sind, ebenso wie die Beschaffung von Fahrzeugen, die durch Hersteller oder Drittanbieter mit autonomen Fahrfunktionen ausgerüstet wurden. Unterstützt werden zudem die Umrüstung bestehender Fahrzeuge, Leasingmodelle sowie Vorhaben im Regelbetrieb und im Erprobungsbetrieb mit anschliessendem dauerhaftem Einsatz.

Ein Schwerpunkt liegt auf Vorhaben, die zur Entwicklung oder Weiterentwicklung von Modellregionen für autonomes Fahren beitragen. Damit unterstützt der Bund ein Vorhaben des Koalitionsvertrags der 21. Legislaturperiode, autonome Mobilität schneller vom Pilotprojekt in die breite Anwendung zu überführen. Der Förderaufruf greift zudem Empfehlungen der Verkehrsministerkonferenz auf. Ziel ist eine höhere Marktdurchdringung autonomer Systeme im Verkehr.

Antragsberechtigt sind Kommunen und kommunale Gebietskörperschaften, ÖPNV-Aufgabenträger, kommunale und private Verkehrsunternehmen, Zweckverbände und Verkehrsverbünde sowie Unternehmen des Güterkraftverkehrs mit Sitz in Deutschland.

Verkehrszahlen 2026: Kanton Zürich trägt höchste RPV-Kosten der Schweiz

Die LITRA hat die Verkehrszahlen 2026 veröffentlicht. Die Ausgabe enthält erstmals ein eigenes Kapitel zur Finanzierung des regionalen Personenverkehrs (RPV) und weist die Kosten kantonsscharf aus. Der Kanton Zürich trägt mit 956.3 Millionen Franken die höchsten RPV-Kosten des Landes, gefolgt von Bern mit 724.3 Millionen Franken und der Waadt mit 442.1 Millionen Franken. Der regionale Personenverkehr wird zu mehr als der Hälfte über Erlöse finanziert, die verbleibenden Kosten tragen Bund und Kantone gemeinsam. Die Aufteilung variiert regional deutlich: Im Kanton Jura liegt der Bundesanteil höher als in Genf, wo der Kanton den Grossteil der Restkosten übernimmt. Im Kanton Zürich liegt der Erlösanteil über dem schweizerischen Durchschnitt.

Der Betrieb des öffentlichen Verkehrs wurde 2023 grösstenteils durch die Fahrgäste finanziert: 7’638 Millionen Franken stammten aus dem Kundenertrag im Personenverkehr, 992 Millionen Franken aus dem Güterverkehr. Bund (1’157 Millionen Franken), Kantone (2’196 Millionen Franken) und Gemeinden (1’040 Millionen Franken) trugen den Rest über allgemeine Steuermittel. Der Bahninfrastrukturfonds verfügte 2025 über Mittel von 5’773 Millionen Franken.

2024 wurden in der Schweiz 130’813 Millionen Personenkilometer zurückgelegt, rund 72 Prozent davon mit dem Auto und knapp 22 Prozent im öffentlichen Verkehr. Mit 2’519 Bahn-Personenkilometern pro Kopf liegt die Schweiz europaweit an der Spitze, vor Österreich mit 1’614.

Neuer Doppelstockbus für den Tellbus zwischen Luzern und Altdorf

Wie RegioTrans berichtet, setzen die Verkehrsbetriebe Luzern AG im Auftrag der Auto AG Uri einen neuen Setra S 531 DT auf der Schnellbuslinie zwischen Luzern und Altdorf ein. Der als Tellbus bekannte Doppelstockbus verbindet die beiden Kantonshauptorte täglich im regelmässigen Takt mit nur einem Zwischenhalt. Über die Autobahn A 2 und den Seelisbergtunnel dauert eine einfache Fahrt auf der mehr als 40 Kilometer langen Strecke 45 Minuten. Genutzt wird die Linie vor allem von Pendler:innen.

Der gold-silbern lackierte Dreiachser verfügt über ein Glasdach und bietet 79 Sitzplätze, im Unterdeck zusätzlich zwei Clubtische. Mehrere Monitore sorgen dafür, dass die Fahrzielanzeigen von jedem Sitzplatz aus erkennbar sind. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität stehen zwei Sondernutzungsflächen zur Verfügung.

Das Fahrzeug ist mit Sicherheits- und Fahrerassistenzsystemen von Daimler Buses ausgestattet. Dazu gehört die MirrorCam, ein Kamerasystem, das die klassischen Aussenspiegel ersetzt und den Sichtbereich der Fahrer:innen erweitert. Ebenfalls an Bord sind ein Aufmerksamkeits-Assistent und der Notbremsassistent ABA 6, der Nah- und Fernbereichs-Radarsensoren mit einer Kamera kombiniert. Bei Geschwindigkeiten bis 60 km/h kann das System eine automatisierte Vollbremsung bis zum Stillstand einleiten.

Angetrieben wird der Dreiachser von einem 12.8-Liter-Motor OM 471 von Mercedes-Benz mit 375 kW beziehungsweise 510 PS, gekoppelt mit einem vollautomatisierten 8-Gang-Getriebe.

Deutschland stockt Förderung des Einzelwagenverkehrs um 84 Millionen Euro auf

Das deutsche Bundesverkehrsministerium hat die Förderrichtlinie für den Einzelwagenverkehr gemeinsam mit dem Bundesfinanzministerium um bis zu 84 Mio. Euro verstärkt. Damit stehen im Jahr 2026 insgesamt bis zu 384 Mio. Euro an Fördermitteln für den Einzelwagenverkehr zur Verfügung. Die Aufstockung wird über sogenannte Ausgabenreste finanziert, also über bereits bewilligte, aber noch nicht abgeflossene Haushaltsmittel.

Mit der Massnahme entlastet die Bundesregierung die Eisenbahnverkehrsunternehmen im Einzelwagenverkehr finanziell. Ziel ist es, den Einzelwagenverkehr in der Fläche zu sichern und zusätzliche Verlagerungen von Verkehren auf die Schiene anzustossen. Die Förderrichtlinie ist wettbewerbsorientiert gestaltet und steht Unternehmen des Schienengüterverkehrs sowohl auf dem bundeseigenen als auch auf dem nicht bundeseigenen Schienennetz offen.

Der Einzelwagenverkehr ermöglicht Gütertransporte auf der Schiene auch für kleinere Mengen und bindet Unternehmen flächendeckend an das Schienennetz an. Gleichzeitig ist er betrieblich aufwändig und kostenintensiv.

Der Anteil des Einzelwagenverkehrs am Schienengüterverkehr in Deutschland liegt bei rund 18 Prozent. Bedient werden über 2’000 Güterverkehrsstellen. Besondere Bedeutung hat das System für die Stahl-, Chemie- und Automobilindustrie. Das Bundesverkehrsministerium will die weiteren Umsetzungsschritte nun zügig angehen, damit die zusätzlichen Mittel am Markt ankommen.

Uster: SBB Reisezentrum nach Gesamtsanierung wieder offen

Die SBB hat ihr Reisezentrum im Bahnhof Uster am 27. August 2026 nach einer Gesamtsanierung wieder eröffnet. Seit Ende Oktober 2025 wurde das Reisezentrum im denkmalgeschützten Bahnhofgebäude aus dem Jahr 1857 umgebaut und modernisiert. Während der rund zehnmonatigen Bauzeit stand ein Provisorium zur Verfügung.

Die neue räumliche Gestaltung setzt auf ein offenes Ambiente und ein verändertes Beratungskonzept. Statt an traditionellen Schaltern werden die Kund:innen je nach Anliegen an verschiedenen Beratungstheken und Tischen bedient. Für Reisende im Rollstuhl und für ältere Personen steht ein multifunktionaler Beratungstisch mit Sitzmöglichkeiten bereit.

Das Reisezentrum berät zu Reisen im In- und Ausland sowie zu Pendler- und Freizeitbedürfnissen. Zum Angebot gehören zudem Geldwechsel, Western Union, die Produkte von Swiss Bankers sowie Gepäck- und Fundservice. Die Co-Leitung des Standorts liegt bei Thomas Baumann und Mirjam Balmer.

Geöffnet ist das Reisezentrum von Montag bis Freitag von 7.00 bis 19.00 Uhr, am Samstag von 8.00 bis 18.00 Uhr und am Sonntag von 8.30 bis 12.00 Uhr sowie von 13.00 bis 17.00 Uhr. Für Beratungen und Buchungen lassen sich Termine im Voraus reservieren, um Wartezeiten zu vermeiden.

Hannover: ÜSTRA und regiobus rüsten Haltestellen mit ePaper-Anzeigern aus

Die ÜSTRA Hannoversche Verkehrsbetriebe AG und die regiobus GmbH statten Haltestellen in der Region Hannover mit ePaper-Anzeigern aus. Den Auftrag für Lieferung, Montage und Betrieb einer Gesamtlösung für die Fahrgastinformation hat die Teleste Systems GmbH erhalten, der Vertrag wurde am 30. Juli 2026 abgeschlossen. Als Unterauftragnehmerin liefert die Mobility Signage GmbH das Cloud- und SaaS-Hintergrundsystem, das rund ein Viertel des Auftragsvolumens ausmacht.

Vorgesehen sind zunächst rund 206 Anzeiger mit 13 Zoll und rund 30 Anzeiger mit 32 Zoll in E-Ink-Technik. Über die Vertragslaufzeit können bis zu 450 13-Zoll- und 75 32-Zoll-Anzeiger abgerufen werden. Die Geräte werden über Mobilfunk mit Daten versorgt und in die bestehenden Hintergrundsysteme eingebunden. Dazu kommt ein Fahrgastinformationssystem als Software as a Service, also als betriebsfertig gemietete Cloud-Lösung. Der Höchstwert der Rahmenvereinbarung liegt bei 2 Millionen Euro, die Laufzeit ist auf maximal acht Jahre begrenzt.

Der Schwerpunkt liegt auf Haltestellen in den Umlandkommunen, wo bisher nur wenige Standorte über digitale Anzeiger verfügen. Die Auswahl erfolgt nach Einsteigerzahlen, verkehrenden Linien und netzstrategischer Bedeutung. Neben Echtzeit- und Störungsinformationen sollen auch bisher gedruckte Vitrineninhalte digital gesteuert werden. Finanziert wird das Vorhaben über das Förderprogramm «Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme» des deutschen Bundesministeriums für Digitales und Verkehr. Lieferung, Montage und Inbetriebnahme müssen bis zum 15. Dezember 2026 abgeschlossen sein.

Hannover: ÜSTRA rüstet Stadtbahnen mit neuen Stretchdisplays aus

Die ÜSTRA Hannoversche Verkehrsbetriebe erneuern die Fahrgastinformation in ihren Stadtbahnen der Reihe TW2500. Wie aus einer Bekanntmachung im EU-Vergabeportal TED hervorgeht, liefert und montiert die Nomad Digital GmbH aus Hildesheim Stretchdisplays samt der zugehörigen Software OBIS.

Die bisherigen Geräte erhalten altersbedingt weder Wartung noch Ersatzteile vom Hersteller. Damit ist die Versorgung der Fahrzeuge mit Fahrgastinformationen nicht mehr sichergestellt. Das Display im Stretch-Format wurde in einem früheren Projekt gemeinsam mit dem Anbieter für die ÜSTRA entwickelt und ist bereits in Stadtbahnen der Reihe TW2000 sowie in Elektrobussen im Einsatz.

Ziel des Gesamtvorhabens ist ein einheitliches Display in allen Flotten der ÜSTRA. Der Betrieb soll dadurch mit einer möglichst einheitlichen Systemlandschaft auskommen, was technische, organisatorische und Wartungsaufwände senkt. Parallel dazu vereinheitlicht das Unternehmen das Hintergrundsystem, über das die Displays mit Inhalten versorgt und überwacht werden. In den Fahrzeugen übernimmt ein primäres Display die Netzwerkanbindung und versorgt die übrigen Bildschirme.

Displays anderer Hersteller lassen sich in diese Architektur nicht einbinden, da die Kommunikation zwischen Hintergrundsystem und Displays ein geschlossenes Produkt des Anbieters ist. Im Busbereich zeigt sich laut der Bekanntmachung, wo uneinheitliche Formate hinführen: Dort ist das Fahrgastfernsehen auf einem Teil der Flotte nur mit aufwendiger Nachrüstung möglich.

Luzern startet Verkehrsversuch mit neuen Busspuren im Zentrum

Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 führen der Kanton und die Stadt Luzern gemeinsam einen Verkehrsversuch mit Sofortmassnahmen zur Busbeschleunigung durch. Auf mehreren Abschnitten von Kantonsstrassen im Zentrum werden bestehende Mischspuren zu reinen Busspuren oder zu gemeinsamen Bus- und Velospuren umgewidmet. Zudem werden einzelne Lichtsignalanlagen und Bushaltestellen angepasst. Während rund eines Jahres wird gemessen, ob die Massnahmen wirken.

Hinter dem Anliegen steht die Plattform «Bus voraus», die seit knapp einem Jahr von sieben Bus-Transportunternehmen und dem Verkehrsverbund Luzern getragen wird. Sie setzt sich für pünktlichere Busse in der Stadt, in der Agglomeration und auf dem Land ein. Im Vordergrund stehen dabei Busspuren sowie Anpassungen bei Lichtsignalanlagen und Haltestellen.

Verspätungen verursachen im Kanton Luzern jährlich Kosten von 2 Millionen Franken für sogenannte Stabilisierungsmassnahmen, also für zusätzliche Busse oder zusätzliches Fahrpersonal. Nach Ansicht der Trägerschaft sollten diese Mittel stattdessen in neue Linien, zusätzliche Kurse oder bessere Anschlüsse fliessen.

Im Kantonsrat steht demnächst das Programm Gesamtmobilität zur Behandlung an, das neue Planungsinstrument des Kantons Luzern für sämtliche Verkehrsmittel. Es sieht ebenfalls Massnahmen zur Busbeschleunigung vor, die aus Sicht des VVL-Verbundrats in der Planung jedoch zu wenig priorisiert sind.

Mehr Übergriffe auf Bahnpersonal im Gleis: SEV fordert Schutz

Wie die SEV-Zeitung berichtet, richten sich Aggressionen im öffentlichen Verkehr zunehmend auch gegen Mitarbeitende der Infrastruktur. Auslöser sind oft Baustellenlärm oder Zugverspätungen.

Jan Weber, Zentralpräsident des SEV-Unterverbands BAU, schildert einen Vorfall auf einer Nachtbaustelle, bei dem auf eine Gleisbaumaschine geschossen wurde. Der Bautrupp hörte einen metallischen Knall am Fahrzeug und stellte mehrere kleine Einschusslöcher fest, vermutlich von einer Schrotflinte. Verletzt wurde niemand.

Am häufigsten sind verbale Angriffe, besonders bei Unterhaltsarbeiten und auf Nachtbaustellen. Es kommt aber auch zu tätlichen Übergriffen: Von einer Brücke wurden Bierflaschen auf Mitarbeitende im Gleisbett geworfen, in einem anderen Fall landete ein Blumentopf von einem Balkon auf einer Baustelle. Weber geht von einer hohen Dunkelziffer aus, weil viele Vorfälle direkt vor Ort geregelt und nicht gemeldet werden.

Der SEV weist die Transportunternehmen regelmässig auf die Problematik hin und fordert bessere Schutzmassnahmen, etwa dass Mitarbeitende bei Störungen und nachts nicht allein unterwegs sein müssen. Weber verlangt zudem, dass Übergriffe auf öV-Personal konsequent verfolgt werden.

Am 3. September führt der SEV zum zweiten Mal einen Aktionstag für mehr Sicherheit im öffentlichen Verkehr durch. Zu den Forderungen gehören mehr Personal, Doppelbegleitungen in Zügen, mehr Präsenz der Transportpolizei, geschützte Fahrerkabinen und stille Alarme im Busbereich.