Kategorie: News

Herford: Autonome Kleinbusse pausieren – Projekt ULTIMO startet neue Phase

Ultimo Bus Herford
Ultimo Bus Herford by Kjell Steffmann is licensed under Creative Commons BY 4.0 International

Der Linienverkehr mit zwei autonom fahrenden Kleinbussen in Herford wird am 31. März 2026 vorübergehend unterbrochen. Im Rahmen des EU-Forschungsprojekts ULTIMO plant die Deutsche Bahn, noch im Jahr 2026 neue Fahrzeugtypen nach Herford zu bringen. Gespräche mit verschiedenen Herstellern laufen bereits.

Die bisherigen Fahrzeuge stammen vom Hersteller ZF Mobility Solutions, der auf einem Rundkurs in der Herforder Innenstadt seit rund einem halben Jahr im Einsatz war. ZF stellt die Entwicklung autonomer Transportsysteme ein; die Zusammenarbeit endet ebenfalls am 31. März 2026.

Erste Ergebnisse des Probebetriebs zeigen laut DB, dass autonome Shuttles ein zuverlässiger Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs sein können. In der neuen Projektphase sollen neben dem bisherigen Linienverkehr auch Bedarfsverkehre (On-Demand-Services) erprobt werden. Zudem will das ULTIMO-Team in der Praxis testen, wie der Wechsel von einer Fahrzeugflotte auf eine andere gelingt.

ULTIMO steht für das letzte grössere EU-Projekt zum autonomen Fahren im öffentlichen Nahverkehr vor der Serienreife. Unter Leitung der DB arbeiten 23 Partner aus sieben europäischen Ländern daran, autonome Fahrzeuge in den Städten Genf, Oslo und Herford in den Regelbetrieb zu bringen. Die EU fördert das Projekt mit insgesamt rund 24 Millionen Euro. In Oslo läuft der Erprobungsbetrieb seit Februar 2024.

Schweiz: FAIRTIQ startet Markttest für automatisches ÖV-Ticket

Eisenbahn RhB Ge 44 II 615 Klosters mit der Werbebeklebung für die Ticket-App Fairtiq
Eisenbahn RhB Ge 44 II 615 Klosters mit der Werbebeklebung für die Ticket-App Fairtiq by Fiver, der Hellseher is licensed under Creative Commons BY-SA 4.0 International

FAIRTIQ lanciert gemeinsam mit 10 Schweizer Verkehrsbetrieben den Markttest für das Be-In/Be-Out-System (BIBO) unter dem Namen FAIRTIQ Go. Das Prinzip: Fahrgäste steigen ein und aus, ohne manuell ein Ticket zu lösen oder zu entwerten – die Erfassung erfolgt automatisch im Hintergrund.

BIBO (Be-In/Be-Out) ist eine Technologie, bei der das Smartphone eine ÖV-Fahrt automatisch erkennt und abrechnet, ohne dass Nutzende aktiv eingreifen müssen.

Laut Gian-Mattia Schucan, Founder und Co-CEO von FAIRTIQ Ltd., verfolgt FAIRTIQ Go vier Ziele: vollautomatisches Ticketing ohne Nutzerinteraktion, GA-ähnlicher Komfort ohne Abonnementbindung, nutzungsbasierte Abrechnung sowie Datenschutz durch verschlüsselte Übertragung ausschliesslich erkannter ÖV-Fahrten.

Am Markttest beteiligt sind 10 Schweizer Verkehrsbetriebe. Eine vollständige Partnerliste findet sich im LinkedIn-Beitrag von Gian-Mattia Schucan, Founder und Co-CEO von FAIRTIQ Ltd.

ÖBB Rail Cargo Group: Wintertests für Digitale Automatische Kupplung

© RCG

Die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) hat ihren DAK-Demozug Wintertests unterzogen. Die Digitale Automatische Kupplung (DAK) ersetzt die seit der Kaiserzeit verwendete manuelle Schraubenkupplung und verbindet Güterwagen mechanisch, pneumatisch sowie über Strom- und Datenleitungen.

In einer dreiwöchigen Testphase am Bahnhof Schwarzach-St. Veit im Salzburger Pongau wurde der Demozug Temperaturen von bis zu minus 15 Grad Celsius, Eisregen und Neuschnee ausgesetzt. Im Mittelpunkt standen mechanische Kupplungsvorgänge, das elektrische Entkuppeln per Knopfdruck sowie die Funktionsfähigkeit der Luft- und Datenverbindungen. Untersucht wurden mögliche Kälteeffekte auf Schmierstoffe, Dichtungen und elektrische Kontakte.

Zusätzlich wurde der Zug in Böckstein zehn Tage lang abgestellt, um längere Standzeiten im Güterverkehr zu simulieren. Dabei liess man Schnee bewusst in alle relevanten Komponenten eindringen.

Die Zwischenergebnisse fallen positiv aus: Die getesteten Systeme zeigten unter Winterbedingungen eine hohe Zuverlässigkeit. Die DAK soll künftig automatisierte Bremsproben sowie weitere digitale Anwendungen ermöglichen und gilt als Voraussetzung für die Digitalisierung des europäischen Schienengüterverkehrs.

SUST: Gelöste Aussenhülle an Tankcontainer in Chiasso (TI)

CH SBB Chiasso 15-02-2018
CH SBB Chiasso 15-02-2018 by peters452002 is licensed under Creative Commons BY-NC-SA 2.0 International

Am 9. April 2025 fuhr ein Güterzug der SBB Cargo Italia von Melzo Scalo (IT) in den Grenzbahnhof Chiasso ein. Beim planmässigen Lokführerwechsel auf Gleis 22 bemerkte der Lokführer, dass eine Aluminium-Blechbahn am Isoliermantel des Tankcontainers CEXU350176-0 seitlich herausragte. Die Blechbahn beschädigte beim Einfahren einen Schaltkasten zur Umschaltung der Fahrdrahtspannung. Personenschäden gab es keine; das Ladegut – ein Restprodukt der Biodiesel-Destillation – blieb unversehrt.

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST schliesst mit dem Abschlussbericht gleichzeitig einen ähnlichen Vorfall vom 19. September 2018 in Claro ab, bei dem ein baugleicher Tankcontainer desselben Betreibers Chemical Express S.r.l. beteiligt war.

Als Ursache stellt die SUST starke Korrosion von Halterungen aus Schwarzstahl fest, die bei früheren Reparaturen statt aus Edelstahl eingesetzt worden waren. Beitragende Faktoren waren nicht fachgerecht ausgeführte Reparaturen an der Aussenhülle sowie der Einsatz ungeeigneter Blindnieten in zu grosse, alte Bohrlöcher. Die letzte periodische Prüfung durch Bureau Veritas Italia SpA im November 2024 hatte den Zustand der Aussenhülle als „Satisfactory“ eingestuft, obwohl die vorhandenen Mängel erkennbar gewesen wären.

Die SUST hält zudem fest, dass die Zugvorbereitung nur den unteren Bereich der Tankcontainer erfasst und Mängel an der oberen Befestigung nicht zuverlässig erkannt werden können. Eingangsprüfungen in Terminals sind nicht verbindlich vorgeschrieben. Die SUST spricht drei Sicherheitsempfehlungen an das Bundesamt für Verkehr (BAV) aus: zur normativen Festlegung von Prüfkriterien, zur verbindlichen Kontrolle bei der Verladung sowie zur Sicherstellung der nötigen Dokumentation für akkreditierte Prüfstellen.

DB Fernverkehr: Erste Fahrt der BR 248 mit ICE L

ICE L SteuerwagenLV 12.23
ICE L SteuerwagenLV 12.23 by E235JREMU is licensed under Creative Commons BY-SA 4.0 International

Die Lokomotive BR 248 ist erstmals im Einsatz für DB Fernverkehr unterwegs gewesen. Die Fahrt führte von Berlin nach Hannover und markiert den Auftakt der Betriebseinführung des ICE L, eines Zuges mit Dual-Mode-Antrieb, der sowohl im Elektro- als auch im Dieselbetrieb eingesetzt werden kann.

Im Rahmen der Betriebseinführung wurden verschiedene Systeme getestet, darunter Türsteuerung sowie Heizungs- und Klimasysteme aller Wagen – jeweils in beiden Traktionsarten. Ein Schwerpunkt lag auf der Frage, ob sämtliche Funktionen stabil und zuverlässig arbeiten. Der Wechsel von Diesel- auf E-Traktion ist laut DB Fernverkehr unter Last und bei voller Fahrt möglich.

Im Anschluss wurde die Fahrt von Hannover nach Westerland/Sylt fortgesetzt. Dort standen weitere betriebliche Tests auf dem Programm, darunter die Prüfung der Ver- und Entsorgung des ICE L sowie die Einweisung von Rangierpersonal.

Quelle: LinkedIn-Beitrag von Anja Schöllmann, Vorständin Produktion bei DB Fernverkehr, vom März 2026

IT-TRANS 2026 in Karlsruhe: 5’500 Teilnehmende aus 51 Ländern

Messe Karlsruhe / Jürgen Rösner

Die Fachmesse IT-TRANS 2026 in Karlsruhe zählte in ihrer 10. Ausgabe 5’500 Teilnehmende aus 51 Ländern. Rund 200 Ausstellende aus 22 Ländern präsentierten vom 3. bis 5. März digitale Lösungen für den öffentlichen Personenverkehr. Über 130 internationale Expertinnen und Experten begleiteten die Ausstellung mit Fachvorträgen.

Inhaltlich standen Künstliche Intelligenz, digitale Ticketing-Lösungen, On-Demand-Mobilität sowie technologische Ansätze zum Abbau von Personalengpässen im Fokus. Die präsentierten Lösungen umfassten datengetriebene Betriebssteuerungen, intelligente Tarifsysteme und neue Mobilitätsdienste als Ergänzung zum klassischen Linienverkehr.

Die Besucherzufriedenheit lag bei 97 Prozent. 42 Prozent der Besuchenden nahmen ausschliesslich an der IT-TRANS teil. Auf der Messe wurde zudem die Partnerschaft des Karlsruhe Mobility Lab – eines standortgebundenen Reallabors für nachhaltige Mobilität – von Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Institutionen erneuert.

Die nächste Ausgabe der IT-TRANS findet vom 8. bis 9. März 2028 statt. Unternehmen wie IVU Traffic Technologies AG, INIT Group, ebblo, AMCON Software GmbH und krauth technology GmbH haben bereits Standflächen gebucht und belegen damit über die Hälfte der für 2028 vorgesehenen Messefläche.

SEV gegen Kürzungen im regionalen Personenverkehr

Bild: SEV

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV hat am 4. März 2026 Mitgliedern von National- und Ständerat Schokolade-Fünfliber überreicht. Damit verbunden ist die Forderung, im regionalen Personenverkehr (RPV) auf Kürzungen zu verzichten.

Das Parlament hatte in der Wintersession den Verpflichtungskredit für 2026-2028 erhöht. Dennoch plant der Ständerat, die Mittel für 2027 und 2028 zu kürzen. Die im «Entlastungspaket 27» vorgesehenen Massnahmen würden laut SEV zu Angebotsabbau, höherer Arbeitsbelastung und Preiserhöhungen führen sowie Sicherheit und Qualität im öffentlichen Verkehr gefährden.

SEV-Präsident Matthias Hartwich bezeichnet den regionalen Personenverkehr als Grundversorgung. SEV-Vizepräsidentin Barbara Keller verweist auf den finanziellen Druck, unter dem viele Unternehmen bereits heute stehen – verschärft durch Fachkräftemangel und steigende krankheitsbedingte Absenzen. SEV-Vizepräsident Pablo Guarino warnt vor einer weiteren Verschlechterung der Gesundheit des Personals durch anhaltenden Druck.

Der SEV fordert das Parlament auf, an den Entscheiden der Wintersession festzuhalten. Planungssicherheit sei im öffentlichen Verkehr zentral, da Angebot, Investitionen und Personalbedarf eine längerfristige Finanzierung erfordern.

DB: ICE ab Sommer 2026 neu bis nach Ostende an der belgischen Nordseeküste

Black and white photo of Gent-St. Pieters train at historic station in Ghent, Belgium.
Black and white photo of Gent-St. Pieters train at historic station in Ghent, Belgium. by J MAD is licensed under Pexels License

Die Deutsche Bahn weitet ihr Angebot zwischen Köln und Belgien aus. Von Anfang Juni bis Ende August 2026 steht ein weiteres, insgesamt neuntes tägliches Zugpaar zwischen Deutschland und Belgien zur Verfügung. Der neue ICE hält in Aachen, Liège und neu auch in Leuven sowie Bruxelles Nord.

An Wochenenden fahren die Züge weiter bis Gent, Brügge und Ostende – damit erreicht der ICE erstmals die belgische Nordseeküste. Ab Köln startet der Zug samstags und sonntags um 10:08 Uhr; Ostende wird um 13:47 Uhr erreicht. Die Rückfahrt ab Ostende beginnt um 14:24 Uhr, Ankunft in Köln ist um 17:50 Uhr.

Montags bis freitags endet die Verbindung in Brüssel. Abfahrt ab Köln ist um 10:40 bzw. 10:43 Uhr.

Der neue Zug verkehrt vom 3. Juni bis 20. Juli sowie vom 6. bis 31. August 2026. Eingesetzt wird der ICE 3neo, der bereits seit Sommer 2024 auf der Strecke Frankfurt-Köln-Brüssel im Einsatz steht. Die Verbindung ist ab sofort buchbar.

Ebenfalls über DB-Kanäle erhältlich sind Tickets für eine neue Direktverbindung zwischen Köln und Antwerpen via Aachen, Liège, Leuven und den Brüsseler Flughafen. Diese zwei täglichen Zugpaare gehen am 7. September 2026 in Betrieb.

Transdev Deutschland erhält Förderung für 41 Elektro- und Wasserstoffbusse

(c) Transdev

Verschiedene Betriebe der Transdev-Gruppe in Deutschland erhalten Bundesförderung für insgesamt 41 Busse mit alternativen Antrieben. Die Förderbescheide wurden am 24. Februar 2026 auf der Fachkonferenz BUSKON 2026 in Berlin von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder übergeben.

Im aktuellen Förderaufruf der Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr erhalten bundesweit 151 Unternehmen insgesamt 417 Millionen Euro. Damit werden 1’887 neue Elektrobusse sowie die zugehörige Tank- und Wartungsinfrastruktur und Machbarkeitsstudien gefördert.

Die Omnibus-Verkehr Ruoff GmbH erhält rund 5.7 Millionen Euro für 20 Wasserstoffbusse inklusive Infrastruktur. Die Transdev Nord GmbH bekommt rund 1.3 Millionen Euro für neun E-Busse und Ladeinfrastruktur, die Regionalbus Oberlausitz GmbH knapp 2.5 Millionen Euro für 12 E-Busse.

Zu Jahresbeginn 2026 hatte Transdev bereits in Baden-Württemberg und Sachsen weitere Elektrobusse in Betrieb genommen. Im Landkreis Zwickau werden künftig mehr als die Hälfte der über 100 eingesetzten Busse elektrisch betrieben und rund 70 Prozent der Verkehrsleistung erbringen.

DB: Hannover Hauptbahnhof wird ausgebaut

Quelle: DB InfraGO

Die Vorplanung für die Erweiterung des Hauptbahnhofs Hannover ist abgeschlossen. Geplant sind vier Massnahmen: eine neue Personenunterführung an der Lister Meile für kürzere Umstiegszeiten, der Neubau eines Mittelbahnsteigs mit den Gleisen 15 und 16 für S-Bahnen in Richtung Lehrte, Anpassungen am Spurplan für mehr Kapazität sowie ein neues Stellwerk. Durch die Verlagerung der S-Bahnen auf die neuen Gleise soll auf den bestehenden Bahnsteigen mehr Platz für den Fernverkehr entstehen. Züge sollen dank der Spurplananpassungen künftig mit höherer Geschwindigkeit einfahren können.

Im nächsten Schritt wird die Vorplanung durch DB-Fachleute und das Eisenbahn-Bundesamt geprüft.

Darüber hinaus prüft die DB InfraGO eine Erweiterung der bestehenden Personenunterführung (Mall) sowie zusätzliche Treppen zu den Bahnsteigen. Für diese Massnahmen ist eine Vorplanung bis rund 2029 vorgesehen.

Als Vorabmassnahme wird die Überleitstelle Hannover-Burg optimiert. Diese ermöglicht Zügen den Wechsel zwischen Gleisen derselben und benachbarter Strecken. Die Mittel für die vertiefte Planungsphase sind freigegeben, eine Ausschreibung erfolgt kurzfristig. Der Auftragnehmer soll Ende 2026 starten. Geplant ist der Einbau grösserer Weichen, was höhere Geschwindigkeiten und mehr Flexibilität bei Störungen ermöglichen soll.