Kategorie: News

Waldenburgerbahn führt als erste Schweizer Bahn halbautomatisierten Betrieb ein

Stadler Tramlink (107 A W)
Stadler Tramlink (107 A W) by Joachim Lutz is licensed under CC BY-SA 4.0

Die Waldenburgerbahn nimmt als erste Bahn der Schweiz den halbautomatisierten Betrieb auf. Ab dem 30. Januar 2025 verkehren auf der 13 Kilometer langen Strecke zwischen Waldenburg und Liestal zwei Stadler-Züge der Baureihe Tango mit dem System GoA 2 (Grade of Automation 2). Dabei startet und beschleunigt der Zug automatisch, während die Lokführer:innen weiterhin für das Schliessen der Türen, die Überwachung der Fahrt und das Bremsen zuständig sind.

Die Waldenburgerbahn gehört zur BLT Baselland Transport AG und verbindet den Kanton Basel-Landschaft mit der Stadt Basel. Für die Automatisierung wurden die beiden Züge mit zusätzlicher Sensorik und Software ausgestattet. Das System ermöglicht eine präzisere Einhaltung des Fahrplans und einen gleichmässigeren Fahrbetrieb.

Die Einführung erfolgt nach mehrmonatigen Tests und einer Schulung der Lokführer:innen. Stadler hat das Automatisierungssystem entwickelt und gemeinsam mit der BLT implementiert. Der halbautomatisierte Betrieb soll künftig die Grundlage für weitere Automatisierungsstufen bilden.​​​​​​​​​​​​​​​​

Tarifverhandlungen in Berlin und bundesweit: GDL und Verdi mit unterschiedlichem Tempo

Bild: Midjourney

Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben sich nach zweitägigen Gesprächen auf den 9. Februar vertagt. Die DB legte noch kein formales Angebot vor, da die Positionen beider Seiten weiterhin weit auseinanderliegen. DB-Personalvorstand Martin Seiler bezeichnete die Atmosphäre als sachlich und konstruktiv, betonte aber: Bis zu einer Lösung ist es noch ein hartes Stück Arbeit. Die nächste Verhandlungsrunde ist auf fünf Tage angesetzt und soll beiden Seiten die nötige Zeit geben, sich aufeinander zuzubewegen und Kompromisse zu finden. Ziel bleibt ein tragfähiger Abschluss bis Ende Februar am Verhandlungstisch. Bis zum 28. Februar gilt Friedenspflicht, Streiks sind ausgeschlossen.

In Berlin trafen sich die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und Verdi zur zweiten Verhandlungsrunde über den Mantelvertrag TV-N Berlin. Verdi hatte zum Auftakt Mitte Januar überraschend weitere Forderungen ergänzt. Der Forderungskatalog umfasst nun 17 Einzelthemen, darunter eine 35-Stunden-Woche für alle Mitarbeitenden ab Januar 2027 bei vollem Lohnausgleich, mehr Urlaub, kürzere Schichten und höhere Zulagen. Die BVG hat alle Forderungen finanziell bewertet und beziffert das Gesamtvolumen auf 150 Millionen Euro Personalkosten pro Jahr, was einem zusätzlichen Personalbedarf von 1’330 Stellen entspricht.

Das Unternehmen bezeichnet die Forderungen in dieser Grössenordnung als nicht finanzierbar. Sie würden sowohl den Rahmen einer Manteltarifrunde als auch jegliche finanzielle Möglichkeiten des Unternehmens sprengen. Erst im vergangenen Jahr hatte die BVG einen historisch hohen Entgelttarifvertrag abgeschlossen. Seit 2024 fährt das Unternehmen einen Stabilisierungskurs. BVG-Vorständin Jenny Zeller-Grothe fordert Verdi auf, die Forderungen zu priorisieren, damit ein realistischer Verhandlungskorridor gesetzt werden kann. Die BVG schlägt stattdessen flexible Arbeitszeitmodelle vor, die individuelle Bedürfnisse mit betrieblichen Anforderungen verbinden. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 18. Februar statt.

BLS steigert Pünktlichkeit auf 96.8 Prozent

BLS MIKA 107 Ramsei
BLS MIKA 107 Ramsei by Vsler is licensed under Creative Commons BY-SA 4.0 International

Die BLS verzeichnete 2025 eine Pünktlichkeitsquote von 96.8 Prozent. Seit 2019 steigt der Wert kontinuierlich. Als pünktlich gelten in der Schweiz Züge mit weniger als 3 Minuten Verspätung – ein strengerer Massstab als in den Nachbarländern, wo 5 bis 10 Minuten toleriert werden.

Zu den Stosszeiten morgens und abends liegt die Pünktlichkeit bei 95.8 Prozent, da dann deutlich mehr Fahrgäste ein- und aussteigen. Die Anschlusspünktlichkeit erreicht seit Jahren rund 99 Prozent. 90 Prozent der Fahrgäste bewerten die Pünktlichkeit als gut bis sehr gut, vor zwei Jahren waren es 84 Prozent.

Die neuen MIKA-Züge in der S-Bahn-Version tragen zur Pünktlichkeit bei: Sie beschleunigen schnell und verfügen über viele breite Türen für zügiges Ein- und Aussteigen. Zudem hat die BLS zahlreiche Bahnhöfe nach BehiG-Vorgaben modernisiert. Der stufenfreie Übergang zwischen Zug und Perron beschleunigt den Fahrgastwechsel.

Die BLS verzichtet bewusst auf 100 Prozent Pünktlichkeit: Wartet ein Zug auf verspätete Anschlusszüge, sinkt zwar die Pünktlichkeitsstatistik, doch die Fahrgäste erreichen ihre Verbindung.

München: S-Bahn erstmals ferngesteuert rangiert

Auf dem Werksgelände in München-Steinhausen wird mit einem umgerüsteten Fahrzeug der Baureihe 423 das ferngesteuerte Rangieren getestet. Im Bild: im Testbetrieb kann der Zug per Tablet gesteuert werden
Deutsche Bahn AG / Thomas Kiewning

Im Werk München-Steinhausen rangiert erstmals eine S-Bahn per Fernsteuerung. Der Lokführer steuert das Fahrzeug über einen Bedienplatz im Gebäude via 5G-Verbindung. Die Technik kann Laufwege einsparen und Rangierfahrten beschleunigen, damit Züge schneller wieder für Fahrgäste verfügbar sind.

Die Tests mit einem umgerüsteten Fahrzeug der Baureihe 423 liefern Grundlagen für die Zulassung von Remote Train Operation (RTO) im Rangierbetrieb. Deutschlandweit sind rund 400 S-Bahnen dieser Baureihe im Einsatz, der technische Ansatz ist auf weitere Baureihen übertragbar.

Die DB investierte rund eine Million Euro in die Ausrüstung mit Technik von Alstom und den Bedienplatz. Für die Datenübertragung in Echtzeit entstand ein eigenes 5G-Campus-Netz.

Im Werk Steinhausen zählt die S-Bahn täglich rund 350 Rangierbewegungen. Das Fahrzeug lässt sich aus der Ferne komplett steuern, einschliesslich Türen, Beleuchtung und Warnsignale. Grosse Displays zeigen am Steuerpult Livebilder der Fahrt. Eine Steuerung per Tablet ist ebenfalls möglich.

Der Rollout hängt von Finanzierung und Fördermitteln sowie der Zulassung ab. Bei entsprechender Finanzierung könnte der Rollout in München 2028 beginnen – noch vor der Digitalisierung der Infrastruktur.

PostAuto sucht Safety Driver für autonomes Fahrzeugprojekt AmiGo

Bild: PostAuto

PostAuto treibt sein Projekt AmiGo für autonome Fahrzeuge voran und sucht dafür Safety Driver in Altstätten SG. Die befristeten Stellen mit einem Pensum von 50 bis 100 Prozent sind für 12 Monate ausgeschrieben.

Die Safety Driver begleiten die autonom fahrenden 4-Rad-Fahrzeuge im Testbetrieb und überwachen alle sicherheitsrelevanten Abläufe. Sie erkennen potenzielle Gefahren frühzeitig und greifen bei Bedarf in die Fahrzeugsteuerung ein. Im Notfall übernehmen sie sofort die Kontrolle über das Fahrzeug. Zudem dokumentieren sie Incidents und Auffälligkeiten elektronisch und stehen den mitfahrenden Kund:innen als Ansprechpersonen zur Verfügung.

Voraussetzungen sind eine abgeschlossene Berufslehre, ein Studium oder mehrjährige Berufserfahrung sowie ein gültiger Führerausweis der Kategorie B oder höher mit mindestens drei Jahren Fahrpraxis in der Schweiz. Die Bewerber:innen müssen ein ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein mitbringen und für Einsätze am Morgen, Nachmittag, Abend sowie an Wochenenden flexibel sein.

AmiGo wird von Swiss Post Move AG entwickelt und soll als automatisiertes und autonomes ÖV-Angebot die klassischen Verkehrsangebote dort ergänzen, wo starre Liniennetze an ihre Grenzen stossen.

Olympische Winterspiele: PostAuto bringt Besucher:innen nach Livigno

Zernez 010214
Zernez 010214 by NAC is licensed under CC BY-SA 3.0

PostAuto übernimmt im Auftrag des Kantons Graubünden den Shuttleverkehr zu den Olympischen Winterspielen vom 6. bis 22. Februar 2026 in Livigno. Der Austragungsort der Freestyle-Wettbewerbe wird täglich von zahlreichen Gästen besucht – an Spitzentagen werden über 4’000 Personen erwartet, die über Graubünden anreisen.

Der Tunnel Munt la Schera ist während der Spiele für den regulären Verkehr gesperrt. Die Shuttlebusse verkehren im 3-Pulk-System von Zernez und Müstair nach Livigno. PostAuto setzt 30 Fahrzeuge ein, 31 Fahrer:innen aus dem Unterland unterstützen den Betrieb. Busmanager und Kundenlenker:innen betreuen die Gäste vor Ort.

Die Anreise mit dem Auto ist nur bis zu den Park+Ride-Standorten in Landquart, Zernez und Müstair möglich, von dort erfolgt die Weiterfahrt mit der Rhätischen Bahn und den Shuttlebussen. Die Parkgebühr in Zernez und Müstair beträgt 70 Franken plus Mehrwertsteuer. Die Shuttlebusse zwischen Zernez und Livigno verkehren bis zu einem 15-Minuten-Takt, zwischen Müstair und Livigno im 30-Minuten-Takt. Die Abfahrtszeiten sind auf die Züge der Rhätischen Bahn abgestimmt.

Verkehr ’45: Bundesrat plant Infrastrukturausbau bis 2045

Bundeshaus Bern 2009, Flooffy
Bundeshaus Bern 2009, Flooffy by Flooffy is licensed under Creative Commons BY 2.0 International

Der Bundesrat hat am 28. Januar 2026 die Eckwerte für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bis 2045 festgelegt. Erstmals werden Schiene, Strasse und Agglomerationsverkehr in einer gemeinsamen Vorlage gebündelt. Das UVEK soll bis Ende Juni 2026 eine Vernehmlassungsvorlage ausarbeiten.

Bei der Bahn sind kurzfristig Verbesserungen zwischen Biel und Lausanne/Genf geplant. Per 2035 folgen Investitionen von rund 3 Milliarden Franken, darunter der Viertelstundentakt Bern-Zürich und systematische Halbstundentakte im Mittelland. Schlüsselprojekte bis 2045 umfassen die Ligne directe Neuchâtel-La Chaux-de-Fonds, Ausbauten der Bahnhöfe Genf Cornavin und Basel SBB, den Zimmerberg-Basistunnel II, das vierte Gleis Zürich Stadelhofen, eine erste Etappe des Durchgangsbahnhofs Luzern und den Grimseltunnel. Diese Projekte kosten mindestens 10 Milliarden Franken. Weitere Schlüsselprojekte im Umfang von rund 7 Milliarden Franken werden 2031 vorgelegt.

Bei den Nationalstrassen plant der Bundesrat im Ausbauschritt 2027 zwei Projekte: den 6-Spurausbau Aarau-Ost-Verzweigung Birrfeld und Perly-Bernex. Beide betreffen die A1 und kosten zusammen rund 1.5 Milliarden Franken. Über 30 Projekte aus dem bisherigen STEP-Programm mit geringerem Nutzen-Kosten-Verhältnis werden nicht weiterverfolgt.

Das Programm Agglomerationsverkehr wird mit Projekten in Genf, Lausanne-Morges, Zürich, Aareland und Burgdorf ergänzt. Die Kosten betragen mindestens 500 Millionen Franken.

Zur Finanzierung soll das Mehrwertsteuerpromille für den Bahninfrastrukturfonds bis 2045 verlängert werden.

PostAuto: Ticketverkauf hauptsächlich beim Fahrpersonal weiterhin möglich

PostAuto Station Chur (2017)
PostAuto Station Chur (2017) by JoachimKohler-HB is licensed under CC BY-SA 4.0

PostAuto ermöglicht in den meisten Kantonen weiterhin den Ticketkauf beim Fahrpersonal. Drei kantonale Ausnahmen bestehen aufgrund regionaler Vorgaben.

Im Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) stellte PostAuto Ende 2024 den Ticketverkauf im Bus ein. Dies basiert auf einem politischen Entscheid des ZVV. Als Alternative können Fahrgäste Tickets telefonisch beim ZVV Contact Center kaufen und auf den SwissPass referenzieren lassen.

In Graubünden endete der Ticketverkauf durch das Fahrpersonal Anfang 2026. Der Kanton forderte einheitliche Standards für alle Transportunternehmen zur Erhöhung der betrieblichen Effizienz. Alle Betriebe führten das Venda-System mit Mini-Automaten ein. An ausgewählten Orten können Wertkarten mit Bargeld aufgeladen werden.

Im Tessin planen acht Transportunternehmen bis Ende 2027 neue digitale Mini-Automaten in Fahrzeugen und an Haltestellen. PostAuto ist Teil dieses Konsortiums. Die Entscheidung erfolgte in Absprache mit dem Kanton als Besteller der regionalen öV-Leistungen.

In der Schweiz werden mittlerweile 76 Prozent der Tickets und Abos digital gekauft. Die öV-Branche plant eine weitgehende Digitalisierung des Ticketverkaufs bis 2035. Die Alliance SwissPass geht davon aus, dass dann 90 Prozent der Fahrgäste ihre Tickets online lösen.

PostAuto folgt dieser Branchenplanung. Weitere Änderungen beim Ticketverkauf erfolgen künftig nur in Abstimmung mit den jeweiligen Kantonen und im Rahmen regional gültiger Vertriebskonzepte. Im Dezember 2025 lancierte die öV-Branche eine Prepaid Card für bargeldloses Bezahlen an allen Verkaufsstellen und Billettautomaten.

Zürich: 100’000 Personen nutzen Mobility-Carsharing

Die Autos von Mobility sind via App buchbar
Die Autos von Mobility sind via App buchbar by MobilityCarsharing is licensed under CC BY 4.0

Der Kanton Zürich erreichte im Januar 100’000 Mobility-Nutzende. Das entspricht rund einem Drittel der gesamten Kundschaft der Carsharing-Genossenschaft. Mit 900 Fahrzeugen verfügt Zürich über die grösste Mobility-Flotte aller Kantone.

In der Stadt Zürich leben 57’000 Nutzende, die auf über 500 Fahrzeuge zugreifen können. Die durchschnittliche Distanz zum nächsten Standort beträgt 250 Meter. Der grösste Standort befindet sich an der Europaallee, der grösste Standort ausserhalb eines Bahnhofs am Helvetiaplatz.

In der Stadt Zürich ersetzt ein Mobility-Fahrzeug durchschnittlich 21 private Personenwagen. Insgesamt werden dadurch fast 8’000 Fahrzeuge und Parkplätze eingespart, was einer Fläche von rund 100’000 Quadratmetern entspricht.

In knapp jeder zweiten Zürcher Gemeinde steht mindestens ein Mobility-Standort. Die aktivsten Privatnutzenden stammen aus Affoltern am Albis, wo fünf Fahrzeuge verfügbar sind.

Im vergangenen Jahr kamen im Kanton Zürich 40 neue Standorte hinzu. Mobility betreibt schweizweit über 3’200 Fahrzeuge an 1’600 Standorten.

Die Mobility Genossenschaft steht in keinem Zusammenhang mit mobilityblog.ch.

Wien: 27’000 LED-Lampen in U-Bahnen und Strassenbahnen eingebaut

Wiener Linien/Robert Peres.

Die Wiener Linien haben zwischen Sommer 2024 und Ende 2025 in 111 U-Bahn-Zügen und 332 Strassenbahnen insgesamt 27’000 Leuchtstoffröhren durch LED-Lampen ersetzt. Ausgenommen von der Umrüstung waren die neuen X-Wagen-Züge, die Flexity-Strassenbahnen und die Hochflurstrassenbahnen.

Durch die LED-Technik wird der Energieverbrauch für die Innenbeleuchtung der Schienenfahrzeuge um die Hälfte reduziert. Bei der U-Bahn werden dadurch monatlich rund 150’000 Kilowattstunden eingespart. Diese Energie würde ausreichen, um die U-Bahn-Linien zusätzlich 8’700 Kilometer fahren zu lassen, was 460-mal der Strecke der U1 entspricht.

Die Umrüstung begann mit den Zügen der U6. Die hellere Beleuchtung soll zum Sicherheitsgefühl der Fahrgäste beitragen. Zur Erhöhung der Sicherheit sind bei den Wiener Linien rund 330 Sicherheitsdienst- und Servicemitarbeitende rund um die Uhr im Einsatz. Fahrzeuge und Stationsgebäude sind mit Notrufen ausgestattet.​​​​​​​​​​​​​​​​