Kategorie: News

Neues Jahresmagazin der Alliance SwissPass – Zahlen, Strategien und Perspektiven

Bild: Alliance SwissPass

Jahresmagazin «direkt vorwärts»

Quelle: Alliance SwissPass

Externer Link – Inhalte ohne Gewähr.

Die Alliance SwissPass veröffentlicht mit dem aktuellen Jahresmagazin einen kompakten Überblick über zentrale Entwicklungen im öffentlichen Verkehr der Schweiz. Das 40-seitige Dokument ist mehr als ein Rückblick: Es bietet datenbasierte Einblicke in die Herausforderungen und Fortschritte innerhalb des nationalen öV-Systems.

Stabile Nachfrage, gezielte Innovationen
Im Fokus steht das anhaltend hohe Fahrgastaufkommen mit über 2,51 Milliarden Fahrten im Jahr 2023. Dies entspricht einer Steigerung um 8,4 % gegenüber dem Vorjahr. Parallel dazu wurde das nationale öV-Angebot um 1,5 % ausgebaut. Die Alliance verweist auf die wichtige Rolle von digitalen Vertriebskanälen: Rund 80 % aller Billette werden mittlerweile elektronisch gekauft, mit zunehmender Relevanz von Mobile Apps.

Tariflandschaft im Wandel
Das Magazin geht detailliert auf die Weiterentwicklung der Tarifstrukturen ein. Die bevorstehende Einführung des „Nationale Ticketsystems“ (NaTi) sowie der Ausbau von EasyRide im Verbundraum markieren einen technologischen und prozessualen Wandel. Ziel ist eine schweizweite Harmonisierung bei gleichzeitiger Erhaltung regionaler Flexibilität.

Digitalisierung als Infrastrukturprojekt
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den digitalen Grundlagen: Mit der schrittweisen Migration auf das neue SwissPass-Login und der Ausweitung der SwissPass-Datenplattform investiert die Branche gezielt in interoperable Schnittstellen. Diese Vorhaben schaffen die Basis für neue Partnerdienste und erhöhen die Skalierbarkeit für kommende digitale Angebote.

Koordination auf allen Ebenen
Die Alliance hebt zudem ihre Rolle als Koordinationsplattform hervor: In über 50 Fachgruppen arbeiten Transportunternehmen, Verbünde und Systempartner an standardisierten Prozessen – vom Ticketvertrieb über Einnahmenverteilung bis hin zur Missbrauchsprävention.

Transparenz und Zusammenarbeit im Fokus
Mit dem Magazin legt die Alliance SwissPass nicht nur operative Kennzahlen offen, sondern unterstreicht ihren Anspruch auf Transparenz und partnerschaftliche Entwicklung des öV-Systems. Der Download des vollständigen Magazins ist über die Website der Alliance verfügbar.

ver.di und BVG starten Schlichtungsverfahren zur Entgelttarifrunde

Grafik BVG

Die laufenden Entgelttarifverhandlungen bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) gehen in die Schlichtung. Dies wurde am 27. März 2025 in einer gemeinsamen Mitteilung von ver.di und BVG bekanntgegeben. Beide Parteien verständigten sich nach sechs Verhandlungsrunden und fünf Warnstreiks auf diesen Schritt.

Die Schlichtungskommission setzt sich aus je vier Vertreter:Innen beider Seiten sowie den benannten Schlichtern zusammen: Matthias Platzeck (BVG) und Bodo Ramelow (ver.di). Zwischen dem 28. März und dem 10. April 2025 gilt Friedenspflicht – Arbeitskampfmassnahmen sind in dieser Phase ausgeschlossen.

Das Verfahren soll in vertraulichen Gesprächen Lösungen für die offenen Themen der Tarifrunde erarbeiten. Endpunkt ist eine Einigungsempfehlung. Wird diese beidseitig angenommen, folgt ein konkretes Tarifangebot. Andernfalls gilt die Schlichtung als gescheitert und die Verhandlungen beginnen erneut.

Die BVG verhandelt im Namen von rund 16’000 Mitarbeitenden. Ziel ist es, faire Löhne, betriebliche Stabilität und ein verlässliches Verkehrsangebot für Berlin zu vereinen.

Wiener Linien testen ersten 700-bar-Wasserstoffbus Europas im Linienbetrieb

Wasserstoffbus Weltpremiere
(c) Wiener Linien

Die Wiener Linien starten 2025 mit zwei Wasserstoffbus-Flotten den Einstieg in eine emissionsfreie Antriebszukunft. Zentrales Element ist ein neu entwickelter Wasserstoffbus des Herstellers Hyundai, der mit 700-bar-Technologie europaweit einzigartig ist. Durch den höheren Druck kann mehr Wasserstoff gespeichert und somit eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern erzielt werden – mehr als bei herkömmlichen Dieselbussen.

Der 12 Meter lange Niederflurbus mit einer 90-kW-Brennstoffzelle und einem 245 PS starken Elektromotor wird exklusiv drei Jahre in Wien getestet. Die Betankung erfolgt an der firmeneigenen Wasserstofftankstelle in der Garage Leopoldau. Neben der höheren Reichweite sollen auch die Einsatzfähigkeit im Nachtbetrieb sowie dichte Taktfrequenzen überprüft werden. Die Mitfahrt ist kostenlos.

Wasserstoffbus Weltpremiere
(c) Wiener Linien

Im Sommer 2025 folgen zwei konkrete Einsatzszenarien: Zehn Wasserstoffbusse des portugiesischen Herstellers CaetanoBus verkehren auf der Linie 39A in Döbling, während zehn neue Kleinbusse des italienischen Herstellers Rampini mit Batterie-Wasserstoff-Hybridantrieb die Innenstadtlinien 2A und 3A bedienen. Diese ersetzen die bisherigen rein elektrischen Fahrzeuge und profitieren ebenfalls von der Infrastruktur der Wiener Stadtwerke.

Die Massnahmen sind Teil der städtischen Klimastrategie mit dem Ziel, den öffentlichen Verkehr bis 2040 klimaneutral zu gestalten. Die Anschaffung der Busse wird über das EBIN-Programm der EU mitfinanziert. Wien verfolgt damit einen technologieoffenen Ansatz zur Evaluierung emissionsfreier Busantriebe im Echtbetrieb.

Ab 2027: Nur noch bargeldlos im Bus – Ulm stellt Verkaufssystem um

Bild: dall-e

Die SWU Verkehr GmbH plant eine grundlegende Umstellung im Fahrkartenverkauf: Ab 2027 sollen sämtliche Busse und Strassenbahnen in Ulm und dem neu übernommenen Stadtverkehr Neu-Ulm ausschliesslich mit bargeldlosen Verkaufsautomaten ausgerüstet sein. Der klassische Barverkauf durch das Fahrpersonal entfällt vollständig.

Im Rahmen eines EU-weiten Vergabeverfahrens sucht die SWU derzeit Anbieter:Innen für mobile Automaten, die gängige bargeldlose Zahlungsmittel wie Debitkarten, Kreditkarten und digitale Wallets unterstützen. Die Systeme sollen in allen Neufahrzeugen zum Einsatz kommen und die manuelle Ticketabwicklung ersetzen.

Ziel ist eine flächendeckende Vereinheitlichung der Verkaufsgeräte innerhalb der Flotte. Die Ausschreibung sieht eine Laufzeit von fünf Jahren vor, die Frist zur Einreichung von Teilnahmeanträgen endet am 25. April 2025. Die finale Ausrüstung der Fahrzeuge erfolgt im Vorfeld der Betriebsaufnahme in Neu-Ulm ab 2027.

Für Verkehrsunternehmen bedeutet dieser Schritt eine Reduktion betrieblicher Komplexität. Fehlbeträge in der Kasse, Wechselgeldhandling oder sicherheitsrelevante Bargeldtransporte entfallen. Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen an Wartung, Netzverfügbarkeit und Nutzerführung, insbesondere für Gelegenheitskund:Innen ohne digitale Zahlungsmittel.

Mit dem Fokus auf bargeldlose Ticketautomaten reiht sich Ulm in eine wachsende Zahl europäischer Städte ein, die kontaktlose Bezahlsysteme zum Standard machen. Die Entwicklung steht exemplarisch für den technologischen Wandel im öffentlichen Verkehr – hin zu automatisierten, digitalen Vertriebslösungen.

ÖBB Rail Cargo Group baut Türkei-Verbindungen weiter aus

© RCG/Payr

Zentralisierung, Taktverdichtung und optimierte Laufzeiten für intermodalen Handel

Die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) stärkt ihre internationalen Güterverbindungen in Richtung Türkei. Der bisherige TransFER Sladkovicovo–Istanbul wird neu über Sopron geführt. Damit verlagert sich der Ausgangspunkt nach Ungarn – verbunden mit einer Frequenzverdopplung auf zwei Rundläufe pro Woche. Das neue Routing verbessert die Planungssicherheit, ermöglicht effizientere Vor- und Nachläufe und schafft erweiterte Umschlagskapazitäten in Osteuropa.

Die Türkei bleibt für die RCG eine strategisch relevante Drehscheibe für intermodalen Verkehr zwischen Europa, Zentralasien und China. Mit Istanbul als logistischem Knotenpunkt wird die Integration in paneuropäische Netzwerke gezielt ausgebaut.

Bestehende TransFER-Verbindungen wurden angepasst:

  • Budapest–Istanbul: Erhöhung auf fünf wöchentliche Umläufe. Über Anschlussverbindungen sind zentrale Logistikstandorte wie Zeebrügge, Duisburg oder Wien integriert.
  • Curtici–Tekirdag: Neuer Fahrplan verbessert Zuverlässigkeit. Die direkte Anbindung an den Seehafen Tekirdag ist insbesondere für Asien-Transitverkehre von Bedeutung.
  • Genk–Curtici: Mit fünf Rundläufen pro Woche erschliesst die Verbindung den belgisch-rumänischen Korridor mit Weiterleitungsmöglichkeiten in die Türkei.

Die Rail Cargo Group betreibt rund 70 TransFER-Verbindungen mit fixem Fahrplan und deckt über 1’500 Routenkombinationen ab. Buchbar sind sowohl klassische Güterwagen als auch intermodale Einheiten inklusive logistischer Zusatzleistungen.

Mit jährlich über 78 Millionen transportierten Nettotonnen und einer Präsenz in 18 Ländern unterstreicht die RCG ihre Rolle als leistungsfähiger Partner für transkontinentale Bahnlogistiklösungen.

BERNMOBIL reduziert Ticketautomaten – neue Generation ab August 2025

Ab dem 24. März 2025 baut BERNMOBIL rund 60 schwach frequentierte Ticketautomaten in den Gemeinden Bern, Köniz und Ostermundigen ersatzlos ab. Dies geschieht im Rahmen eines umfassenden Erneuerungsprojekts innerhalb des Libero-Tarifverbunds. Die betroffenen Standorte wurden aufgrund geringer Nutzung ausgewählt. Eine Übergangslösung mit Hinweisen auf den jeweils nächstgelegenen Automaten mit Entwerter wird vor Ort angebracht.

Die aktuelle Automatengeneration ist technologisch überholt: Nach rund 15 Jahren Laufzeit erreichen sowohl Hardware als auch Software das Ende ihres Lebenszyklus. Die Ersatzbeschaffung erfolgt verbundweit. Ziel ist eine verbesserte Benutzerführung und erweiterte Funktionalität.

Ab April 2025 wird ein Pilotbetrieb mit neuen Automatentypen am Bahnhof Bern gestartet. Der flächendeckende Roll-out erfolgt von August 2025 bis Juni 2026. Die neuen Geräte ermöglichen den Ticketkauf für alle öffentlichen Verkehrsverbindungen in der Schweiz – unabhängig vom Standort. Neben dem klassischen Ausdruck wird künftig auch die digitale Ausgabe auf den SwissPass sowie auf Debit- und Kreditkarten angeboten. Eine Bezahlung via TWINT ist ebenfalls vorgesehen.

Der Automatentausch erfolgt schrittweise und in enger Abstimmung mit den betroffenen Gemeinden. Die Modernisierung ist Teil einer breiter angelegten Digitalstrategie des Libero-Verbunds, um den Vertrieb von Tickets kundenfreundlicher, effizienter und zukunftsfähig zu gestalten.

RhB erzielt erneut Spitzenwerte bei Kundenzufriedenheit

RhB ABe 4/16 3140 (Saas im Prättigau, GR/CH)“ by justinmeckmann is licensed under CC BY-NC-SA 2.0

Die Rhätische Bahn (RhB) hat im Sommer und Herbst 2024 durch eine unabhängige Marktforschungsagentur eine repräsentative Kundenbefragung durchführen lassen. Die Resultate bestätigen die hohe Qualität der angebotenen Dienstleistungen: Der Zufriedenheitsindex liegt bei 89 von 100 Punkten, der Weiterempfehlungsindex sogar bei 91 Punkten. Im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2022 konnte das Niveau gehalten und punktuell verbessert werden.

Besonders markant ist der Anstieg bei den Pendler:Innen. Ihr Zufriedenheitswert erhöhte sich von 78 auf 82 Punkte. Gründe dafür sind unter anderem der Einsatz von modernisiertem Rollmaterial sowie der Halbstundentakt zwischen Chur und Thusis bzw. Ilanz – ein Angebot, das auf ein konkretes Kundenbedürfnis reagiert.

Touristische Angebote wie der Bernina Express wurden ebenfalls hoch bewertet. Mit 88 Punkten bleibt dessen Bewertung stabil, wobei das Personal mit 96 Punkten besonders hervorsticht. Ähnlich positive Rückmeldungen erhielt die RhB im Freizeitverkehr mit 87 Punkten sowie bei Charter- und Sonderfahrten mit 96 bzw. 93 Punkten.

Insgesamt gingen 2554 verwertbare Rückmeldungen ein – deutlich mehr als bei der letzten Erhebung (2133). Die Ergebnisse aller Kundensegmente – darunter Fahrgäste im Bernina Express, Freizeitverkehr, Autoverlad Vereina und Pendlerverkehr – zeugen von einer hohen Zufriedenheit mit der Gesamtleistung der RhB.

Als verbesserungswürdig nannten die befragten Personen das Preis-/Leistungsverhältnis sowie die Stauraumsituation für Gepäck. Die Rückmeldungen dienen der RhB als Grundlage für die laufende Optimierung ihres Angebots.

Höhere Geschwindigkeit im Gefälle: SOB setzt neue Standards auf 50-Promille-Strecken

Südostbahn Stadler Traverso EMU“ by jonworth-eu is licensed under CC BY 2.0

Seit März 2025 fährt die Südostbahn (SOB) auf Gefällstrecken mit einer Neigung von 50 Promille planmässig mit 70 km/h – zehn Stundenkilometer mehr als bisher. Den Anfang macht die Strecke Schindellegi – Feusisberg – Samstagern, auf der die infrastrukturellen und fahrzeugtechnischen Anforderungen bereits erfüllt sind. Weitere Abschnitte im Südnetz der SOB sollen bis Sommer 2025 folgen.

Die Umsetzung dieser Erhöhung ist das Ergebnis jahrelanger interdisziplinärer Arbeit. Bisher lag die Höchstgeschwindigkeit im 50-Promille-Gefälle bei 60 km/h – eine Grenze, die bereits in den 1990er-Jahren in Frage gestellt wurde. Technische Hürden sowie unklare Zuständigkeiten zwischen Infrastruktur, Sicherungstechnik, Betrieb und Marktentwicklung verzögerten jedoch die Umsetzung. Erst mit der Einführung europäischer Normen konnte das Verfahren standardisiert und die Verantwortung eindeutig den Bahnunternehmen zugewiesen werden.

Zentrales Kriterium für die Zulassung war der Nachweis sicherer Schnellbremsungen mit der Luftbremse. Im Herbst 2020 führte die SOB rund 40 Probefahrten mit der Flirt-Flotte durch. Die Ergebnisse bestätigten die volle Betriebssicherheit, auch bei wiederholten Bremsungen ohne elektrische Unterstützung. Ergänzend wurden lärmtechnische Auswirkungen analysiert – mit dem Resultat, dass keine relevante Lärmzunahme entsteht.

Parallel zur betrieblichen Freigabe wurden auch Infrastrukturanpassungen vorgenommen: verlängerte Vorsignaldistanzen, neu positionierte Einschaltkontakte sowie einheitliche Bremskurvenlogik im ETCS-Zugsicherungssystem. So können alle Flirt-Fahrzeuge (I–III und Traverso) gleich effizient betrieben werden.

Die höhere Geschwindigkeit bringt eine Fahrzeitverkürzung von bis zu zehn Sekunden pro Kilometer. Damit verbessert sich die Fahrplanstabilität spürbar: Auf der Linie Samstagern–Wädenswil ergibt sich neu eine Fahrzeitreserve von 7 %.

Baustellen behindern alpenquerenden Schienengüterverkehr und senken Bahnanteil

Bild: Midjourney

Im Jahr 2024 wurden 960’000 Lastwagenfahrten durch die Schweizer Alpen gezählt – 44’000 mehr als im Vorjahr. Der Anteil der Bahn am alpenquerenden Güterverkehr sank laut dem Bundesamt für Verkehr (BAV) auf 70,3 Prozent, nachdem er 2023 noch bei 72 Prozent lag. Hauptursache dafür waren umfangreiche baustellenbedingte Einschränkungen auf den internationalen Schienenkorridoren.

Besonders einschneidend war die dreiwöchige Totalsperrung der Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel im Sommer 2024. Mangels leistungsfähiger Umleitungen führte dies zu erheblichen Kapazitätsengpässen. Weitere Sperrungen auf den italienischen Zulaufstrecken über Luino sowie Milano–Domodossola verschärften die Situation. Die Beispiele zeigen: Die internationale Koordination bei der Baustellenplanung ist unzureichend. Vollsperrungen ohne nutzbare Ausweichrouten schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene.

Im Gegensatz dazu verlief der alpenquerende Strassentransport weitgehend stabil. Lediglich die wetterbedingte Sperrung der A13 im Misox erforderte temporäre Umleitungen über den Gotthard. Der gesetzlich angestrebte Zielwert von höchstens 650’000 alpenquerenden Lastwagenfahrten wurde erneut deutlich überschritten – um rund 310’000 Fahrten.

Zur Stärkung der Schiene übernahm die Schweiz Anfang 2025 zusammen mit Belgien den Vorsitz des Güterverkehrskorridors Nordsee–Rhein–Mittelmeer. Ziel ist eine verbesserte Koordination von Kapazitätsmanagement und Baustellenplanung auf internationaler Ebene. Zudem unterzeichneten Bundesrat Albert Rösti und Frankreichs Verkehrsminister Philippe Tabarot im Februar eine Absichtserklärung für den Ausbau der linken Rheinstrecke – einem wichtigen Zulauf zur NEAT. Der nächste Verlagerungsbericht ist für Herbst 2025 angekündigt.

ÖBB Rail Cargo Group optimiert Palettenmanagement mit digitaler Plattform

euro paletten“ by twicepix is licensed under CC BY-SA 2.0

Partnerschaft mit Pallet Control Tower soll EUR-Palette als globalen Standard stärken

Die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) geht eine strategische Partnerschaft mit Pallet Control Tower bv (PCT) ein, einem niederländischen Spezialisten für das Management von EUR-Paletten und Mehrweg-Transportverpackungen (RTI). Ziel ist es, den Austausch und Handel von Paletten global zu optimieren und das EUR-Palettensystem als Standard zu etablieren.

Effizienterer Palettentausch durch Digitalisierung

Ein zentraler Bestandteil der Zusammenarbeit ist die Einführung eines digitalen Tauschsystems für EUR-Paletten und RTIs. Das von PCT entwickelte eCredits-System ermöglicht virtuelle Transaktionen, die weltweit genutzt werden können. Unternehmen profitieren dadurch von höherer Transparenz, reduziertem administrativem Aufwand und effizienteren Logistikprozessen.

Zusätzlich bietet die Plattform PCT-Online Möglichkeiten zum Kauf und Verkauf von Paletten und RTIs. In Regionen wie Nordamerika, Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Asien-Pazifik können Unternehmen Palettenbestände flexibel verwalten und bedarfsgerecht handeln.

Vorbereitung auf regulatorische Anforderungen

Die EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) stellt neue Anforderungen an den Einsatz von Mehrwegverpackungen im internationalen Handel. RCG setzt mit dieser Partnerschaft auf eine SaaS-Lösung (Software as a Service), die durch API-Technologie eine nahtlose Integration in bestehende Logistiksysteme ermöglicht.

Durch die Digitalisierung des Palettenmanagements will RCG das EUR-Palettensystem als globalen Standard verankern und den intermodalen Gütertransport weiter optimieren. Die Zusammenarbeit mit PCT bietet eine nachhaltige Lösung für Unternehmen, die auf eine effiziente und regelkonforme Logistik setzen.