Deutsche Bahn analysiert GSM-R-Ausfall und passt Wartung an

Wie DIE ZEIT berichtet, hat die Deutsche Bahn nach dem bundesweiten Stillstand des Zugverkehrs am Dienstagabend eine erste Analyse vorgelegt. Laut Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO, sei nun bekannt, wie das Fehlerbild entstanden sei und wie es sich künftig verhindern lasse.

Demnach trat beim Tausch einer Netzwerkverteilkomponente im Bahnfunksystem GSM-R ein singulärer Softwarefehler auf, der keine Fehlermeldung auslöste. Weil diese Meldung ausblieb, wurde das Parallelsystem nicht aktiviert, auf das bei Störungen automatisch umgeschaltet wird. Der Wechsel musste stattdessen manuell vollzogen werden. Zuvor mussten die Mitarbeitenden zudem einen Cyberangriff ausschliessen. Gegen 0.30 Uhr, rund zwei Stunden nach dem Ausfall, funktionierte der Funk wieder.

Um eine Wiederholung auszuschliessen, will die Bahn vorerst keine weiteren Komponenten tauschen und eine Fehlerbehebung beim Hersteller veranlassen. Instandhaltungsarbeiten sollen künftig nur noch von 0 bis 4 Uhr nachts und nur im jeweils nicht aktiven System stattfinden.

GSM-R dient der Kommunikation zwischen Lokführenden und Stellwerken und ist seit über 20 Jahren europaweiter Standard. Das Nachfolgesystem FRMCS ist laut Bahn frühestens in zehn Jahren einsatzbereit. Bis dahin werde das bestehende Netz umfassend erneuert, einem Upgrade unterzogen und resilienter gemacht. Zudem werde die Rückfallebene über den öffentlichen Mobilfunk neu aufgestellt.

Der Ausfall mit tausenden betroffenen Reisenden hatte Kritik aus Politik und Branchenverbänden ausgelöst, die sich vor allem gegen die überalterte Infrastruktur richtete.