Deutsche Bahn legt GDL erstes Angebot mit 6 Prozent Lohnplus vor

Die Deutsche Bahn (DB) hat der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in den laufenden Tarifverhandlungen ein erstes Angebot vorgelegt. Es sieht Lohnerhöhungen von insgesamt 6 Prozent vor. Die Tabellenentgelte sollen in zwei Schritten um 3.8 Prozent steigen – 2 Prozent ab dem 1. September 2026 und 1.8 Prozent ab dem 1. September 2027. Zusätzlich stehen 2.2 Prozent für Strukturanpassungen zur Verfügung, etwa die Einführung einer neuen, achten Entgeltstufe sowie gezielte Erhöhungen von Entgelt und Zulagen für operative Personale. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 400 Euro.
Das Angebot umfasst auch konkrete Vorschläge zur gemeinsamen Handhabung des Tarifeinheitsgesetzes. Vorgesehen sind Vereinbarungen zu einem unabhängigen, notariellen Zählverfahren zur Bestimmung der gewerkschaftlichen Mehrheiten in den Betrieben sowie Regelungen zur Geltung bestimmter tarifvertraglicher Bestimmungen für alle Gewerkschaftsmitglieder – unabhängig von den Mehrheitsverhältnissen.
Die Laufzeit soll 30 Monate betragen, vom 1. Januar 2026 bis zum 30. Juni 2028. DB-Personalvorstand Martin Seiler bezeichnete das Angebot als gut und sehr weitreichend. Es bilde Kernforderungen der GDL ab und sende ein klares Signal, dass eine Einigung am Verhandlungstisch möglich sei. Zugleich müsse ein Tarifabschluss die weitere Entwicklung der Sanierung bei DB Cargo berücksichtigen. Bis Ende Februar gilt eine Friedenspflicht, Streiks sind damit ausgeschlossen.