Deutsche Bahn: Taskforce schlägt 22 Massnahmen für mehr Pünktlichkeit vor

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder will die Deutsche Bahn mit einem Massnahmenbündel zuverlässiger und pünktlicher machen. Eine eigens dafür eingesetzte Taskforce seines Ministeriums hat sich mit der Branche auf 22 konkrete Massnahmen verständigt, die das System kurzfristig stabilisieren sollen.
Erstes Ziel ist die Entlastung stark belasteter Bahnknoten, wo sich viele Hauptstrecken kreuzen und die meisten Routen an ihrer Kapazitätsgrenze betrieben werden. Schon kleine Störungen können dort Verspätungen auslösen, die sich im Netz fortpflanzen. Verbände reagierten grundsätzlich positiv, warnten aber davor, dass die Massnahmen nicht zu einem geringeren Angebot führen dürften.
Zu den geplanten Massnahmen zählen sogenannte “Joker-Gleise” – reservierte freie Gleise in Bahnhöfen für flexiblere Reaktionen auf Störungen – sowie “Flex-Abfahrten”, bei denen die Abfahrtszeit im Fahrplan bereits eine Minute vor der tatsächlichen Abfahrt angesetzt wird. Zudem sollen vollständige Streckensperrungen wegen Menschen oder Tieren im Gleis vermieden, 24-Stunden-Notfallteams eingesetzt und der Winterdienst verbessert werden.
Weitere Massnahmen umfassen mehr Servicepersonal an Bahnsteigen für schnelleren Ein- und Ausstieg, KI-basierte Assistenz in der Zugdisposition sowie sogenannte “Start-Ziel-Zuglotsen”, die den gesamten Laufweg eines Zuges begleiten. Bis Ende 2026 sollen ausserdem Regelwerke für den Eisenbahnbetrieb vereinfacht werden.
Eines der Grundprobleme bleibt der über Jahre gewachsene Sanierungsstau. Baustellen zur Modernisierung des Netzes verschärfen die Lage und sorgen für weitere Verspätungen. Hinzu kommt der Mischverkehr: Fern-, Regional- und Güterzüge teilen sich vielerorts dieselben Gleise, was bei Verzögerungen schnell Kettenreaktionen auslösen kann.
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