Deutschland: Deutsche Bahn stattet Mitarbeitende mit Bodycams aus

Bild: ChstGPT

Elf Tage nach dem tödlichen Angriff auf einen DB-Mitarbeiter in einem Regionalzug haben Vertreter:innen von Bund, Ländern, Gewerkschaften und der Verkehrsbranche einen gemeinsamen Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene beschlossen. Zu dem Sicherheitsgipfel hatte DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla eingeladen.

Die DB setzt mehrere Sofortmassnahmen um: Ab 2026 erhalten alle Mitarbeitenden mit Kund:innenkontakt im Nah- und Fernverkehr sowie an Bahnhöfen freiwillig nutzbare Bodycams. Bodycams sind am Körper getragene Kameras, die bei Konfliktsituationen als Beweismittel und zur Abschreckung dienen. Zusätzlich werden 200 weitere Sicherheitskräfte an Bahnhöfen eingesetzt, die persönliche Schutzausrüstung verbessert und Deeskalationstrainings ausgebaut. Bei DB Regio gilt ab dem 1. März 2026 das Prinzip Eigensicherung vor Prüfung – das Kontrollpersonal entscheidet selbst, ob ein Fahrgast einen Ausweis vorzeigen muss.

Der Aktionsplan sieht weitere Handlungsfelder vor: den Ausbau der Videoüberwachung in Zügen und an Bahnhöfen, mehr Personal in Nahverkehrszügen, den Verzicht auf die Ausweiskontrolle beim Deutschlandticket sowie eine KI-unterstützte Auswertung von Video- und Audioaufzeichnungen zur Früherkennung. Auch der strafrechtliche Schutz von Mitarbeitenden soll gestärkt werden.

Hintergrund sind bisher unveröffentlichte Zahlen: 2025 kam es konzernweit zu 3’262 körperlichen Übergriffen auf DB-Mitarbeitende – ein Anstieg von 37 Prozent in zehn Jahren. Die konkreten Umsetzungsschritte sollen bis Ende April 2026 vereinbart werden.