Deutschland startet MILA.mobility für autonome Fahrzeuge im ÖPNV

Am 21. September 2026 ist in Deutschland das bundesweite Forschungs- und Entwicklungsprojekt MILA.mobility in die gemeinsame Entwicklungsphase gestartet. MILA steht für «Middleware-Integration von Leitstellen- und Dispositionssystemen für Autonome Mobilität». Entwickelt wird eine offene, herstellerneutrale Plattform, die autonome Fahrzeuge mit bestehenden Leitstellen-, Dispositions-, Buchungs- und Infrastruktursystemen verbindet.
Viele Projekte zum autonomen Fahren im deutschen ÖPNV laufen bislang in geschlossenen Systemen. Fehlende Standards erschweren den Anbieterwechsel, erfordern Sonderanpassungen und bremsen den Übergang in den Regelbetrieb. Mit MILA sollen Verkehrsunternehmen Fahrzeuge verschiedener Hersteller leichter in ihre Systeme einbinden können.
Am Projekt beteiligen sich 30 Partner aus Verkehrsunternehmen, Industrie, Wissenschaft und Verbänden. Die Laufzeit beträgt 44 Monate bis 31. März 2030, das Gesamtvolumen rund 57 Mio. Euro. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Vorhaben mit rund 33.8 Mio. Euro. Die Konsortialführung liegt bei den Leipziger Verkehrsbetrieben, der VDV verantwortet Standardisierung und Transfer in die Branche.
Erprobt wird in drei Zyklen in fünf Testfeldern – Leipzig, Region Hannover, Region München, Ludwigslust-Parchim und Rhein-Main – sowie in einem virtuellen Labor. Im Fokus steht der fahrerlose Betrieb auf SAE Level 4, bei dem ein Fahrzeug die Fahraufgabe innerhalb eines genehmigten Betriebsbereichs selbstständig übernimmt. Das deutsche Strassenverkehrsgesetz ermöglicht diesen Betrieb bereits.
