Deutschland: Studie zeigt Potenzial autonomer Fahrzeuge für ÖPNV

Ioki Hamburg Flotte
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Eine Studie im Auftrag von DB Regio untersucht erstmals anhand von detaillierten Szenarien für das Jahr 2045, wie autonomes Fahren maximalen Nutzen für die Mobilität in Deutschland entfalten kann. Erstellt wurde die Studie in Zusammenarbeit mit ioki, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Prognos AG.

Laut der Studie bringt es kaum Vorteile, wenn die Technologie nur dazu genutzt wird, das vorhandene Angebot an Bussen autonom fahren zu lassen. Auch privatwirtschaftlich betriebene Robotaxis bringen kaum Verbesserung – im Gegenteil: Der Verkehr würde in Metropolen um bis zu 40 Prozent zunehmen.

Den grössten Nutzen brächte autonomes Fahren, wenn es in den ÖPNV integriert, dieser zusätzlich ausgebaut und anders strukturiert wird. Eine zentrale Rolle spielen selbstfahrende Shuttles, die Fahrgäste:Innen entweder direkt ans Ziel bringen oder als Zubringer zum Zug und zu optimierten Buslinien fungieren.

Wären rund eine Million autonome Shuttles und Busse unterwegs, lägen die durchschnittlichen Wartezeiten bis zum Einstieg bei 5 Minuten in Metropolen und bei 13 Minuten im ländlichen Raum – 50 Prozent kürzer als aktuell. Die Reisezeiten entsprächen nahezu denen des Pkw.

Mit einem derartigen Angebot würden mehr Menschen auf ein eigenes Auto verzichten und auf den ÖPNV umsteigen. Der Anteil an der gesamten Verkehrsleistung, die öffentliche Verkehrsmittel erbringen, würde sich auf 35 Prozent mehr als verdoppeln. Die Belastung durch den Strassenverkehr würde in Städten und Metropolen um bis zu 11 Prozent sinken. Gleichzeitig könnte die öffentliche Hand ihre Zuschüsse zum ÖPNV trotz des massiv ausgebauten Angebots um 20 Prozent reduzieren. Autofahrende würden 2045 beim Umstieg auf den ÖPNV durchschnittlich 170 Euro pro Monat sparen.