Elektrobusse im öV: 55 Prozent Batteriebusse bei Neuzulassungen

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Die Elektrifizierung des öffentlichen Busverkehrs in der Schweiz schreitet dynamisch voran. Gemäss einer Technologiestudie von INFRAS für den Verband öffentlicher Verkehr (VöV) beträgt der Anteil der Batteriebusse an den neu zugelassenen Linienbussen bereits 55 Prozent. Im Bestand liegt der Anteil bei rund 10 Prozent, bzw. 17 Prozent einschliesslich der reinen Trolleybusse. Brennstoffzellenbusse spielen in der Schweiz bislang keine relevante Rolle.

Bei den Ladekonzepten zeigt sich ein klarer Trend zu reinen Depotladern, ergänzt bei Bedarf durch Kombilader mit dezentralen Ladestationen. Reine Gelegenheitslader stehen nicht mehr im Fokus. Die Bedeutung von Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) nimmt weiter zu. Der Batteriemarkt bleibt dynamisch mit weiteren Preissenkungen in Aussicht. Ab circa 2040 werden höhere Energiedichten durch neue Zellchemien grössere Reichweiten ermöglichen.

Ab Februar 2027 müssen Batterien gemäss der EU-Batterieverordnung über einen digitalen Batteriepass verfügen. Dieser enthält Informationen zu Herkunft, Zusammensetzung, CO₂-Fussabdruck, Leistungsdaten und Recyclingfähigkeit und sichert damit Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff bleibt begrenzt. Biotreibstoffe können als Übergangstechnologie dienen, sind jedoch in der Schweiz nur eingeschränkt verfügbar. Wasserstoffverbrenner-Busse sind im Linienverkehr aufgrund des geringen Wirkungsgrads und der fehlenden Modellverfügbarkeit keine Option. Batteriebusse schneiden bei Energieeffizienz, Gesamtkosten und Umweltauswirkungen im Vergleich zu anderen fossilfreien Antriebstechnologien am besten ab.

Mit zunehmendem Elektrifizierungsgrad steigt die Komplexität der Flottenumstellung. Dies führt zu höheren Anforderungen an die IT-Systemlandschaft und die Ladeinfrastruktur. Bei der Elektrifizierung entsteht ein Wechselwirkungsdreieck zwischen Umlaufplanung, Ladezeiten und der Anzahl benötigter Fahrzeuge. Diese Faktoren beeinflussen sich gegenseitig und müssen systemisch optimiert werden.

Verschiedene Strategien ermöglichen die vollständige Flottenumstellung anspruchsvoller Umläufe: Optimierung der Umläufe, Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge als Depotlader, Kombilader mit dezentralen Ladestationen oder das Abwarten technischer Reichweitensteigerungen.