ERC System erprobt elektrischen Senkrechtstarter in München

Das Münchner Luftfahrt-Startup ERC System hat die Flugerprobung seines vollelektrischen eVTOL-Prototyps der dritten Generation gestartet. Der Senkrechtstarter mit dem Namen “Romeo” absolvierte im November seinen Erstflug. Mit einem Abfluggewicht von 2’735 Kilogramm und einer Spannweite von 16 Metern zählt er zu den grössten und schwersten elektrischen Senkrechtstartern, die bisher in Europa geflogen sind.
Ein eVTOL (electric Vertical Take-Off and Landing) ist ein Fluggerät, das elektrisch angetrieben senkrecht starten und landen kann. Das geplante kommerzielle Modell von ERC System soll hybrid-elektrisch ausgelegt sein und wie ein Hubschrauber starten, im Reiseflug aber tragflächengestützt fliegen. Die Zulassung wird für 2031 angestrebt.
Das Fluggerät ist speziell für den Patiententransport zwischen Krankenhäusern optimiert. Die DRF Luftrettung mit Sitz in Filderstadt begleitet die Entwicklung als strategischer Partner. CEO Krystian Pracz sieht im ERC-Flieger eine sinnvolle Ergänzung zur etablierten Hubschrauber-Luftrettung ab den 2030er-Jahren. Hintergrund sind zunehmende Transportdistanzen durch die Spezialisierung von Kliniken sowie der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen.
Neben dem bemannten Fluggerät arbeitet ERC System an einem unbemannten Frachtfluggerät. Details dazu sollen im zweiten Quartal 2026 folgen. Das 2020 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 60 Mitarbeitende und wird vom Luft- und Raumfahrtkonzern IABG finanziert.