Erste Simis-C Plus-Anlage der SBB in Uznach in Betrieb

Am Montag, 27. April 2026, hat Siemens Mobility in Uznach das erste Simis-C Plus-Stellwerk in Betrieb genommen. Der Bahnhof Uznach diente als Pilotanlage für das Entwicklungsprojekt und umfasst 41 Signale, 32 Zwergsignale, 13 Weichen, drei Blockübergänge und sechs Barrieren.
Mit Simis-C Plus werden bestehende Simis-C-Stellwerke der SBB in eine moderne Architektur überführt. Die Stellwerkslogik läuft neu auf Simis W, während ein neu entwickelter Stellrechneradapter (STR-Adapter) die Verbindung zum bestehenden Simis-C herstellt, das weiterhin die Aussenanlagen wie Weichen und Signale ansteuert und überwacht. In Uznach wurde dafür ein neuer Rechnerschrank mit drei ACC (Area Control Component) installiert. Der Bereichsstellrechner BSTR 50 läuft gemäss Siemens bereits seit Monaten störungsfrei.
Auf dem SBB-Streckennetz sind aktuell noch 41 Simis-C-Stellwerke in Betrieb, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Ein vollständiger Ersatz hätte insbesondere bei komplexen Verkehrsknoten hohe betriebliche und finanzielle Aufwände bedeutet. Nach einem Proof of Concept unterzeichneten SBB und Siemens Ende 2023 einen Entwicklungsvertrag. Die ersten vier Migrationsprojekte sind bestellt; bis 2032 sollen insgesamt 34 Anlagen auf Simis-C Plus migriert werden, zeitweise mit mehr als zehn parallel laufenden Projekten.
Die migrierten Anlagen ermöglichen eine rollierende Erneuerung in Richtung Digitales Stellwerk mit Eulynx (DSTW) und erlauben funktionale Erweiterungen von Simis W wie die ETCS-Level-2-Fähigkeit. Für die komplexeren Simis-C-Anlagen entwickelt Siemens in den nächsten zwei Jahren eine erweiterte Version. Parallel dazu wurde Siemens mit einem proaktiven Obsoleszenz-Management beauftragt, um die Lieferfähigkeit der verbleibenden Simis-C-Komponenten sicherzustellen.
Quelle: https://www.siemens.com
