Erster FV-Dosto ohne Wankkompensation ab 30. September im SBB-Einsatz

Ab dem 30. September 2026 verkehrt der erste umgebaute FV-Dosto der SBB im regulären Betrieb mit Fahrgästen. Der Doppelstockzug für den Fernverkehr ist mit umgebauten Drehgestellen ohne Wankkompensation ausgerüstet. Grundlage für den Einsatz ist die Betriebsbewilligung des Bundesamts für Verkehr (BAV), welche die SBB Ende August erhalten hat.

Der Umbau verfolgt zwei Ziele: höheren Fahrkomfort und tiefere Kosten. Tests mit einem umgebauten Zug zeigten, dass sich der Fahrkomfort ohne Wankkompensation spürbar verbessert, insbesondere in Kurven und bei Einfahrten in Bahnhöfe. Gleichzeitig vereinfacht der Wegfall der wartungsintensiven Wankkompensation die Technik, reduziert den Instandhaltungsaufwand und macht die Züge weniger störungsanfällig.

Den Entscheid, sämtliche FV-Dosto umzubauen, hat die SBB im Dezember 2025 gefällt. Die Investition beträgt rund 90 Millionen Franken. Über die gesamte Lebensdauer der Flotte rechnet die SBB mit Einsparungen von rund 40 Millionen Franken durch tiefere Unterhaltskosten.

Der Testzug war 2025 gemeinsam mit dem Hersteller Alstom im Testzentrum Velim in Tschechien umgebaut worden, wo Entgleisungssicherheit und Federung geprüft wurden. Anschliessend folgten Streckenfahrten in der Schweiz. Der Umbau der restlichen Flotte erfolgt schrittweise in der Schweiz im Rahmen der regulären Revisionen und soll Anfang der 2030er-Jahre abgeschlossen sein.