Europäisches Batterieprojekt «SeNSE»: Fortschritt für die Elektromobilität

Die Batterietechnologie für Elektrofahrzeuge entwickelt sich rasant weiter. Ein wegweisendes europäisches Forschungsprojekt namens «SeNSE» hat in den letzten vier Jahren bedeutende Fortschritte erzielt. Elf Teams aus Wissenschaft und Industrie arbeiteten gemeinsam an verbesserten Lithium-Ionen-Batterien mit dem Ziel, diese schnell in die industrielle Produktion zu überführen.

Skalierbare Innovationen für den Markt

Das Projekt wurde unter der Leitung der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) durchgeführt und von der EU mit zehn Millionen Euro gefördert. Die Forschenden konzentrierten sich darauf, Batteriematerialien und -technologien zu entwickeln, die innerhalb weniger Jahre in Elektrofahrzeugen eingesetzt werden können. Der Schwerpunkt lag auf der Skalierbarkeit: Alle entwickelten Materialien wurden so optimiert, dass sie sich für eine industrielle Massenproduktion eignen.

Verbesserte Zellchemie und Schnellladefähigkeit

Ein zentrales Ergebnis des Projekts war die Reduktion von Kobalt in der Kathode um 50 Prozent. Zudem wurde ein Teil des Graphits in der Anode durch Silizium ersetzt, um die Energiedichte zu erhöhen. Der Elektrolyt wurde so modifiziert, dass er weniger brennbar ist, ohne die Leistungsfähigkeit der Batterie zu beeinträchtigen. Ergänzend entwickelten Forschende der Coventry University und der FPT Motorenforschung AG ein präzises Temperaturmanagementsystem, das Überhitzung während des Ladevorgangs verhindert.

Industrielle Umsetzung und nächste Schritte

Mehrere Patente wurden angemeldet, und erste Pilotproduktionen laufen bereits. Die Skalierung für eine Grossproduktion, etwa in den Gigafactories von Northvolt, erfordert jedoch weitere Investitionen. Parallel dazu startet die Empa ein neues EU-Projekt mit dem Fokus auf kobaltfreie Hochvoltzellen.

«SeNSE» hat bewiesen, dass europäische Forschungskooperationen massgeblich zur Entwicklung wettbewerbsfähiger Batterietechnologien beitragen können.