Extremwetter stellt BERNMOBIL vor technische und betriebliche Herausforderungen

Hohe Temperaturen, Starkregen und Gewitter belasten die Infrastruktur des Berner öV zunehmend. BERNMOBIL hat in den vergangenen Jahren konkrete Massnahmen definiert, um den Betrieb auch bei extremen Wetterlagen aufrechtzuerhalten.
Starkregen und überflutete Schienen
Nach den Überflutungen vom 3. Juli 2022 wurden Abläufe für Starkregenereignisse festgelegt. Sobald Tramschienen an kritischen Stellen bis zu einer Bodenmarkierung unter Wasser stehen, stoppen Fahrer:Innen den Betrieb. Ab einer Wassertiefe von rund 10 cm besteht das Risiko von Schäden an Achsen und Fahrmotoren sowie von Hindernissen im Gleis.
Hitzebelastung der Infrastruktur
Bei Temperaturen ab etwa 30 Grad dehnen sich Kupferfahrleitungen aus und können durchhängen. Auf mehreren Abschnitten wurden Nachspannungssysteme installiert, die Längenänderungen automatisch ausgleichen. Dieses System stabilisiert die Fahrleitungen bei Hitze.
Tramschienen in Strassen und auf Brücken verformen sich aufgrund ihrer Einbettung kaum. Schienen in Schotterbettungen reagieren stärker auf Hitze, verfärbende Schutzanstriche gelten jedoch als wenig wirksam. Brückenbeläge werden vom Tiefbauamt mit Wasser gekühlt, um Verformungen vorzubeugen.
Technische Komponenten
Weichensteuerkästen reagieren empfindlich auf starke Sonneneinstrahlung und können ausfallen. Klimaanlagen in Fahrzeugen sind bei Hitze besonders gefordert. Durch verstärkten Unterhalt konnten Ausfälle zuletzt weitgehend vermieden werden. Bei Elektrofahrzeugen reduzieren sich hitzebedingte Probleme im Motorraum. Die vollständige Umstellung der Flotte auf Elektrobetrieb ist bis etwa 2035 vorgesehen.
Hitzeinseln und Temperaturmessung
In der Stadt Bern treten lokal grosse Temperaturunterschiede auf. Die Universität Bern betreibt seit 2018 ein Netz von rund 80 Messstationen, die im Sommer alle zehn Minuten die Lufttemperatur erfassen. Auch Fahrleitungsmasten von BERNMOBIL dienen als Messpunkte. Die Daten zeigen besonders hohe Temperaturen in der Altstadt.
Diese Massnahmen zeigen, wie BERNMOBIL die öV-Infrastruktur systematisch an veränderte klimatische Bedingungen anpasst und gleichzeitig Grundlagen für weitere bauliche Optimierungen schafft.