Flexible Veloabteile auf Schienen: SOB setzt Pilotprojekt mit IFiZ+ fort

Die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) plant die Weiterführung ihres Projekts zur flexiblen Flächenbewirtschaftung im Zug. Das während eines Jahres getestete Konzept basiert auf einem innovativen Abteil, das sich je nach Bedarf von einem klassischen Sitzbereich in eine Abstellfläche für Velos, Kinderwagen oder Gepäck umwandeln lässt. Entwickelt wurde es gemeinsam mit der Firma Erfindergeist aus Rorschacherberg.
Die SOB reagiert damit auf veränderte Mobilitätsbedürfnisse: Der Wunsch nach der Mitnahme von Velos nimmt zu, jedoch variiert der Platzbedarf stark – abhängig von Tageszeit, Wochentag und Saison. Während die Fahrzeugkonfiguration bislang starr war, erlaubt das neue Konzept eine dynamische Nutzung der Innenflächen. Eingesetzt wurde das flexible Abteil in einem Flirt-Zug, der vor allem im Regionalverkehr unterwegs war.
Ein zentrales Element des Projekts war die partizipative Entwicklung. Fahrgäste konnten per QR-Code oder im Gespräch Feedback geben. Die Rückmeldungen waren grösstenteils positiv und lieferten wichtige Impulse für die Weiterentwicklung.
Mit dem Folgeprojekt «IFiZ+» geht die SOB nun einen Schritt weiter: Geplant ist die Kombination der flexiblen Abteile mit Systemen zur Video-Objekterkennung. Diese Technologie ermöglicht es, auf Basis von Echtzeit- und Prognosedaten – etwa Wetter- und Feriendaten – das Platzangebot vorausschauend zu planen und gezielt umzurüsten. Eine verbesserte Kundeninformation soll dabei helfen, Velo- und Gepäckströme gleichmässiger im Zug zu verteilen.
Für die nächste Phase wird eine Teilflotte der Traverso-Züge mit dem neuen System ausgerüstet. Ergänzend prüft die SOB Komfortelemente wie Steckdosen oder Armlehnen an den beweglichen Sitzen. Die Finanzierung erfolgt in Zusammenarbeit mit Bestellerorganisationen und Partner:innen. Erkenntnisse aus dem Projekt sollen später auch anderen Bahnunternehmen zugänglich gemacht werden.