Fünf-Punkte-Plan für die Marschbahn zwischen Hamburg und Sylt

2020-06-21 - Hindenburgdamm mit Personenzug
2020-06-21 – Hindenburgdamm mit Personenzug by Fabian Horst is licensed under CC BY-SA 4.0

Das Land Schleswig-Holstein und die Deutsche Bahn (DB) haben sich auf einen Fünf-Punkte-Plan für die 173 Kilometer lange Marschbahn zwischen Hamburg, Niebüll und Westerland verständigt. Ziel ist ein stabilerer und pünktlicherer Betrieb auf der einzigen landseitigen Schienenverbindung nach Sylt. Die durchschnittliche Pünktlichkeit lag 2025 bei 80.3 Prozent, an einzelnen Wintertagen bei 50 bis 60 Prozent.

Kernstück ist ein Trassentausch zwischen Regionalverkehr und Autozügen. Der Regionalexpress erhält dadurch zwischen Husum und Niebüll eine zusätzliche Fahrzeitreserve von bis zu 15 Minuten. Die Fahrzeit zwischen Niebüll und Westerland bleibt unverändert, auf dem Gesamtabschnitt Hamburg-Westerland verlängert sie sich um 10 bis 15 Minuten. Laut Simulationen steigt die Ankunftspünktlichkeit in Niebüll von rund 78 auf bis zu 96 Prozent, in Westerland von rund 59 auf bis zu 84 Prozent. Die Umsetzung erfolgt spätestens zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026/27 mit einer Laufzeit bis mindestens Ende 2028. Die Kosten teilen sich Land und DB hälftig.

Ergänzend wird ein gemeinsames Störfallkonzept mit allen beteiligten Eisenbahnverkehrsunternehmen entwickelt. Material- und Ersatzteilkapazitäten wurden ausgebaut, die Instandhaltungsstandorte Husum, Niebüll, Klanxbüll und Westerland gestärkt.

Mittelfristig soll die Strecke zwischen Niebüll und Westerland zweigleisig ausgebaut werden, zunächst in den Abschnitten Niebüll-Klanxbüll und Morsum-Tinnum. Der Bund unterstützt den Ausbau, sofern das Land die Planungskosten vorfinanziert. Baubeginn ist Anfang der 2030er Jahre. Auch die Elektrifizierung bleibt Teil der Strategie.

Zwischen 2019 und 2025 investierte die DB rund 219 Millionen Euro in die Marschbahn. Für 2026 bis 2030 sind weitere 68.7 Millionen Euro vorgesehen, bis 2028 zusätzlich rund 144 Millionen Euro in die Leit- und Sicherungstechnik. Das neue Elektronische Stellwerk Niebüll soll bis Frühjahr 2028 in Betrieb gehen und neun mechanische Stellwerke ersetzen.

Der Bahnhof Westerland mit täglich rund 7’300 Reisenden wird bis 2029 umfassend modernisiert. Vorgesehen sind verlängerte Bahnsteige, zusätzliche Bahnsteigdächer, ein Blindenleitsystem sowie die Sanierung des Empfangsgebäudes. Die Bauarbeiten starten Ende 2026.

Quelle: https://www.deutschebahn.com/de/presse/presse-regional/pr-hamburg-de/aktuell/presseinformationen-regional/Marschbahndialog-auf-Sylt-13804348