Gotthard-Basistunnel: zehn Jahre Betrieb auf der Nord-Süd-Achse

Der Gotthard-Basistunnel (GBT) feiert am 1. Juni 2026 sein zehnjähriges Jubiläum. Seit der Einweihung 2016 sind 276’000 Güterzüge und 169’000 Personenzüge durch den mit 57 Kilometern längsten Eisenbahntunnel der Welt gefahren.

Die Fahrzeit zwischen Zürich und Lugano beträgt heute weniger als zwei Stunden – rund 50 Minuten weniger als 2015. Die Nachfrage im Personenverkehr auf der Gotthardachse hat sich nahezu verdoppelt. Seit fast zwei Jahren verkehrt in beiden Richtungen alle 30 Minuten ein Zug. Zusammen mit dem 2020 fertiggestellten Ceneri-Basistunnel und dem Lötschberg-Basistunnel bildet der GBT das Herzstück der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT).

Im Güterverkehr ermöglicht die flache Linienführung unter den Alpen schwerere Ladungen und längere Züge. Das Transportvolumen auf der Gotthardachse stieg von 17.8 Millionen Nettotonnen pro Jahr (2015) auf 24.2 Millionen Nettotonnen (2025). Aktuell wird nur ein Teil der Kapazität genutzt, weiteres Verlagerungspotenzial von der Strasse auf die Schiene besteht.

Die SBB investiert jährlich rund 35 Millionen Franken in den Unterhalt des Tunnels. Robotergestützte Reinigungssysteme entfernen Bremsabrieb und Metallablagerungen, hochpräzise Messinstrumente überwachen Gleise und Anlagen permanent. Bis 2027 soll zudem der Tunnelfunk ersetzt werden. Nach der schweren Entgleisung eines Güterzugs 2023 infolge eines Radscheibenbruchs – Schadensumme 150 Millionen Franken, ein Jahr Sperrung der Weströhre – hat die SBB Entgleisungsdetektoren vor dem Tunnel installiert und kontrolliert Güterwagen über die gesetzlichen Vorgaben hinaus.

Quelle: sbb.ch