Hamburg: Freenow by Lyft plant autonome Testfahrten in drei Stadtteilen

A hand holding a smartphone displaying the Lyft ridesharing app with a vivid pink background.
A hand holding a smartphone displaying the Lyft ridesharing app with a vivid pink background. by Thought Catalog is licensed under Pexels License

Noch in diesem Jahr sollen autonome Fahrzeuge von Freenow by Lyft in Hamburg erste Testfahrten aufnehmen. Das Pilotprojekt startet in Altona-West, Hamburg-Nord und Bergedorf. Laut automotiveIT handelt es sich um das erste Projekt dieser Art in Deutschland, bei dem eine Kommune gemeinsam mit einem privaten Mobilitätsanbieter konkrete Rahmenbedingungen für den Einsatz von Level-4-Fahrzeugen definiert – also vollautomatisiertes Fahren in definierten Bereichen.

Ende Januar unterzeichneten Verkehrssenator Dr. Anjes Tjarks und Freenow-by-Lyft-CEO Thomas Zimmermann ein Memorandum of Understanding im Hamburger Rathaus. Das Abkommen sieht vier Leitprinzipien vor: hohe Sicherheitsstandards, die Integration lokaler Taxiunternehmen, eine gezielte Auswertung von Betriebsdaten sowie einen schrittweisen Übergang vom Test- zum Regelbetrieb. Laut Heise soll ein Rufdienst an der Peripherie des Hamburger ÖPNV die Anbindung an zentrale Knotenpunkte verbessern, vor allem in Nebenverkehrszeiten und unterversorgten Gebieten.

Freenow by Lyft entstand 2025 durch die Übernahme der ehemaligen BMW- und Mercedes-Tochter FreeNow durch den US-amerikanischen Fahrdienstanbieter Lyft für rund 175 Millionen Euro. Hamburg ist laut automotiveIT der erste europäische Testfall für autonome Taxis unter realen Bedingungen. CEO Thomas Zimmermann verspricht, das lokale Taxigewerbe von Beginn an einzubinden – etwa durch neue Aufgabenbereiche in Wartung, Flottensteuerung und technischer Betreuung.

Aus der Taxibranche kommt dennoch Skepsis. Jan Weber, Vorstand des Hansa-Funk, verweist laut Taxi Times darauf, dass derzeit noch Sicherheitsfahrer:innen an Bord seien. Bis zum vollautonomen Betrieb würden noch viele Jahre vergehen. Weber betont zudem, dass autonome Fahrzeuge keinen persönlichen Service leisten könnten – etwa Hilfe beim Ein- und Aussteigen oder beim Koffertransport.

Einen konkreten Zeitplan für den regulären Fahrgastbetrieb nennt Freenow by Lyft nicht. In Hamburg ist bereits Moia mit autonomen Sammeltaxis auf Basis des VW ID. Buzz aktiv.

Quellen: Taxi Times, Heise, automotiveIT