Hamburg: HOCHBAHN testet KI-Kameras am Bahnsteig

Die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) pilotiert seit dem vergangenen Jahr den Einsatz von Kameras mit Unterstützung künstlicher Intelligenz (KI) an U-Bahn-Haltestellen. Ziel ist eine automatische Mustererkennung sicherheitskritischer Ereignisse, um die Reaktionszeit der Leitstelle zu verkürzen.

Getestet wurde die Technik bislang an den Haltestellen Barmbek, Baumwall und Berliner Tor in unterschiedlichen Zeiträumen. In einer ersten Phase prüfte die HOCHBAHN, ob die bestehende Kameratechnik mit KI verknüpft werden kann. In einer zweiten Phase kam an Barmbek und Baumwall neue Kameratechnologie zum Einsatz, die gegenüber den Bestandskameras deutliche Vorteile zeigte.

Die KI-Software erkennt auffällige Verhaltensmuster wie Personen im Gleisbereich, liegende Menschen, Gedränge auf dem Bahnsteig oder tätliche Auseinandersetzungen und meldet solche Szenen automatisch an die Leitstelle, die jeden Vorfall prüft. Für Fahrgäste waren die Tests von aussen nicht wahrnehmbar; das Verfahren entspricht laut HOCHBAHN den Vorgaben der DSGVO.

Jens-Günter Lang, Vorstand Technik der HOCHBAHN, verweist auf 93 U-Bahn-Haltestellen und steigende Fahrgastzahlen als Grund für höhere Anforderungen an Schutzkonzepte. Die HOCHBAHN plant, die Kameratechnologie noch in diesem Jahr an der Haltestelle Landungsbrücken sowie 2027 am Hauptbahnhof Süd zu erproben. In der nächsten Phase sollen zudem die Betriebsabläufe der Leitstelle angepasst und die KI-Software weiter trainiert werden.