Hochgeschwindigkeitsbahn Newcastle-Sydney tritt in Entwicklungsphase ein

Wie SBS News berichtet, ist die seit den 1980er-Jahren diskutierte Idee einer Hochgeschwindigkeitsbahn in Australien mit der geplanten Strecke zwischen Newcastle und Sydney erstmals in eine konkrete Umsetzungsphase eingetreten. Nach der Veröffentlichung eines teilweise geschwärzten Business Case durch die High Speed Rail Authority im Februar startete das Vorhaben in eine zweijährige Entwicklungsphase.

Die neue Linie würde die Reisezeit von Sydney an die Central Coast auf rund 30 Minuten verkürzen, die Fahrt nach Newcastle auf unter eine Stunde – heute dauert sie mit der Bahn etwa zweieinhalb Stunden. Von Newcastle zum neuen Flughafen in Western Sydney wären rund 90 Minuten vorgesehen. Rund 60 Prozent der Strecke (115 km) sollen als zweiröhrige Tunnel gebaut werden, was den Abschnitt technisch anspruchsvoll und teuer macht.

Laut Business Case könnte die Strecke den Bau von 160’000 Wohnungen ermöglichen, mehr als 99’000 Arbeitsplätze schaffen und über 50 Jahre einen wirtschaftlichen Effekt von 250 Mrd. AUD bringen. Der Korridor Newcastle-Sydney gilt als verkehrsreichste Intercity-Verbindung des Landes mit 624 Einwohnenden pro Quadratkilometer – mehr als doppelt so dicht wie der spanische Korridor Barcelona-Saragossa.

Die Spitzengeschwindigkeit ist mit bis zu 320 km/h geplant, in den Tunnels mit rund 200 km/h. Der Bau des ersten Abschnitts dürfte rund zehn Jahre dauern, die Gesamtkosten werden auf 94 Mrd. AUD geschätzt. Als Finanzierungsmodelle nennt der Business Case eine öffentlich-private Partnerschaft oder eine gedeckelte staatliche Investition von rund 5 Mrd. AUD pro Jahr für den Abschnitt bis zur Sydneyer Innenstadt.