Interpellation: Englisch verdrängt Landessprachen bei öV-Durchsagen

Nationalrat Daniel Ruch (FDP-Liberale Fraktion) hat am 18.06.2026 eine Interpellation eingereicht, die den Gebrauch der Landessprachen bei Durchsagen an Reisende in konzessionierten Verkehrsmitteln thematisiert. Transportunternehmen mit einer Personenbeförderungskonzession verwenden demnach in manchen Fällen Englisch vor einer oder mehreren Landessprachen oder sogar an deren Stelle.

Zur Begründung verweist der Vorstoss auf eine Erhebung im Bahnhof Zürich. Von 50 erfassten Durchsagen erfolgten 42 Prozent ausschliesslich auf Deutsch und Englisch, 23 Prozent zuerst auf Englisch und dann auf Französisch, während lediglich 25 Prozent zuerst Deutsch oder Französisch und danach Italienisch oder Englisch verwendeten. Italienisch, eine Amtssprache des Bundes, komme praktisch nicht vor. In fast zwei Dritteln der Fälle verdränge Englisch faktisch eine der Landessprachen.

Der Interpellant fragt den Bundesrat, ob dieser Befund mit dem öffentlichen Dienstleistungsauftrag vereinbar sei und ob er bereit ist, in einer Verordnung oder einem Reglement festzulegen, dass bei Durchsagen zuerst mindestens zwei Landessprachen verwendet werden müssen, bevor eine andere Sprache zum Einsatz kommt. Zuständig ist das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation. Den Vorstoss haben acht Ratsmitglieder mitunterzeichnet.