Interpellation zur Verkehrsverlagerung auf der Jurasüdfuss-Achse

Die Städteallianz, Westschweizer Kantone, Unternehmen und Bewohnergruppen der Jurasüdfuss-Region weisen seit mehr als sechs Monaten auf eine Verschlechterung des Bahnangebots auf der Jurasüdfuss-Achse zwischen Biel und Genf via Yverdon-les-Bains, Morges und Nyon nach der Einführung des Fahrplans 2025 hin. Die Abschaffung direkter Zugverbindungen oder längere Fahrtzeiten führen zu einer zunehmenden Verlagerung auf die Strasse, insbesondere beim Arbeitsverkehr. Einige Zugfahrten dauern inzwischen doppelt so lange, was den öffentlichen Verkehr weniger attraktiv macht.
Die Nationalrätin Brenda Tuosto fordert den Bundesrat auf, die Entwicklung zu quantifizieren und aktuelle Daten zur Verfügung zu stellen. Der Bundesrat antwortet, dass ihm lediglich Passagierzahlen des öffentlichen Verkehrs und Verkehrsdaten der betroffenen Nationalstrassen zur Verfügung stehen. Ein Vergleich dieser Daten lässt nur sehr bedingt Rückschlüsse auf allfällige Verlagerungseffekte zu. Ein Vergleich der Verkehrsdaten aus den Jahren 2024 und 2025 an ausgewählten Messpunkten auf den Nationalstrassen liefert keine belastbaren Hinweise auf die angenommene Verkehrsverlagerung.
Bezüglich der Direktverbindungen antwortet der Bundesrat, dass das künftige Angebot dem zwischen SBB und CTSO vereinbarten Fahrplan 2025 entspricht. Dieser ermöglicht halbstündlich eine Verbindung zwischen Genf und dem Jurasüdfuss mit Umsteigen in Renens. Der Fahrplan 2025 erweist sich als robust und hat die Pünktlichkeit auf den Strecken in der Westschweiz deutlich verbessert. Mittelfristig verfolgen die SBB das Ziel, die umsteigefreie Direktverbindung zwischen Genf und Biel – und wenn möglich bis nach Basel – wiederherzustellen. Der im Bau befindliche Tunnel in Ligerz stellt eine wichtige Voraussetzung dar, dessen Öffnung für Ende 2029 vorgesehen ist.