Italo drängt auf deutschen Fernverkehr – VCD warnt vor Rosinenpickerei

Die Bundesnetzagentur hat Stellungnahmen zu ihrem Vorschlag eingeholt, wie der Wettbewerb im Schienenfernverkehr künftig geregelt werden soll. Anlass ist der Plan des italienischen Bahnunternehmens Italo, in Deutschland Expresszüge anzubieten. Der ökologische Verkehrsclub VCD unterstützt zusätzliche Anbieter auf der Schiene, sofern der Wettbewerb das Gesamtangebot verbessert und nicht zu Lasten der Fahrgäste geht.

Die Bundesnetzagentur schlägt vor, dass ein Taktverkehr mindestens vier Abfahrten im Zweistundentakt umfassen muss. Dem VCD reicht das nicht: Für ein fahrgastfreundliches Angebot fordert der Verband mindestens zehn Abfahrten im Zweistundentakt sowie eine genaue Einhaltung des Takts, damit Anschlüsse an Regional- und Fernverkehr bestehen bleiben. Alle bisher von Fernzügen bedienten Städte sollen angebunden bleiben.

Zentrales Anliegen ist die Verhinderung von Rosinenpickerei. Anbieter sollen nicht nur die lukrativsten Strecken und Kernzeiten bedienen dürfen. Der VCD schlägt vor, lukrative und weniger lukrative Strecken gemeinsam auszuschreiben. In stark genutzten Knoten müsse der Verkehr von 6 bis 22 Uhr vollständig abgedeckt sein.

Als übergreifende Lösung nennt der VCD den Deutschlandtakt, der die Infrastruktur optimal nutze und abgestimmte Fahrpläne ermögliche. Für die nötige Engpassbeseitigung stelle die Bundesregierung die Mittel jedoch nicht ausreichend planbar bereit.