Koper-Linz: ÖBB und SŽ sichern Rohstoffe für voestalpine

Über den slowenischen Adriahafen Koper gelangen jährlich mehr als drei Millionen Tonnen Rohstoffe zu den voestalpine-Stahlstandorten Linz und Donawitz, 2025 waren es 3.1 Millionen Tonnen. Insgesamt transportiert die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) rund 8.5 Millionen Tonnen Rohstoffe pro Jahr für den Stahlkonzern. Die Transporte von Eisenerz, metallurgischer Kohle und Eisenschwamm (HBI) wickelt die RCG gemeinsam mit SŽ – Tovorni promet ab, der Güterverkehrstochter der Slowenischen Eisenbahn.
Entlang der Strecken von Koper nach Österreich laufen derzeit mehrere Bauarbeiten gleichzeitig. Einschränkungen bestehen unter anderem auf den Abschnitten Koper-Divača, Brezovica-Preseje und Borovnica-Verd sowie zwischen Ljubljana und Jesenice. Der Grenzbahnhof Jesenice wird bis September 2027 modernisiert, wodurch dort weniger Gleise zur Verfügung stehen. RCG und SŽ stimmen Kapazitäten, Fahrzeug- und Personaleinsatz sowie alternative Laufwege eng ab und setzen interoperable Lokomotiven ein, die grenzüberschreitend genutzt werden können. Damit sinkt die Aufenthaltsdauer der Züge in Jesenice von rund zwei Stunden auf maximal 30 Minuten. Für längere Sperrphasen wurden Umleitungen erarbeitet, etwa über den Grenzbahnhof Spielfeld-Strass.
Die Standorte Linz und Donawitz benötigen täglich rund 40’000 Tonnen Rohstoffe. Ab 2027 setzt voestalpine mit dem Programm greentec steel weitere Schritte zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion, was auch die Anforderungen an die Lieferketten verändert. Die RCG fordert eine stärker koordinierte europäische Infrastrukturplanung, harmonisierte Standards, vereinfachte Grenzprozesse und eine konsequente Digitalisierung.
