Mehr Übergriffe auf Bahnpersonal im Gleis: SEV fordert Schutz

Wie die SEV-Zeitung berichtet, richten sich Aggressionen im öffentlichen Verkehr zunehmend auch gegen Mitarbeitende der Infrastruktur. Auslöser sind oft Baustellenlärm oder Zugverspätungen.

Jan Weber, Zentralpräsident des SEV-Unterverbands BAU, schildert einen Vorfall auf einer Nachtbaustelle, bei dem auf eine Gleisbaumaschine geschossen wurde. Der Bautrupp hörte einen metallischen Knall am Fahrzeug und stellte mehrere kleine Einschusslöcher fest, vermutlich von einer Schrotflinte. Verletzt wurde niemand.

Am häufigsten sind verbale Angriffe, besonders bei Unterhaltsarbeiten und auf Nachtbaustellen. Es kommt aber auch zu tätlichen Übergriffen: Von einer Brücke wurden Bierflaschen auf Mitarbeitende im Gleisbett geworfen, in einem anderen Fall landete ein Blumentopf von einem Balkon auf einer Baustelle. Weber geht von einer hohen Dunkelziffer aus, weil viele Vorfälle direkt vor Ort geregelt und nicht gemeldet werden.

Der SEV weist die Transportunternehmen regelmässig auf die Problematik hin und fordert bessere Schutzmassnahmen, etwa dass Mitarbeitende bei Störungen und nachts nicht allein unterwegs sein müssen. Weber verlangt zudem, dass Übergriffe auf öV-Personal konsequent verfolgt werden.

Am 3. September führt der SEV zum zweiten Mal einen Aktionstag für mehr Sicherheit im öffentlichen Verkehr durch. Zu den Forderungen gehören mehr Personal, Doppelbegleitungen in Zügen, mehr Präsenz der Transportpolizei, geschützte Fahrerkabinen und stille Alarme im Busbereich.