Mit Zug oder Flugzeug reisen lohnt sich je nach Profil – ZHAW-Studie Europa

Eine Studie der ZHAW School of Engineering vergleicht die Reisekosten von Bahn und Flugzeug auf 136 europäischen Strecken. Untersucht wurden unterschiedliche Reisendenprofile, darunter Einzelreisende ohne Gepäck sowie Familien mit Kindern und zusätzlichem Gepäck. Die Analyse wurde von Studierenden des Bachelorstudiengangs Mobility Science durchgeführt und baut auf einer Preisstudie von Greenpeace aus dem Jahr 2025 auf.
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede je nach Profil. Für Einzelreisende ohne Gepäck sind Flugreisen auf vielen internationalen Strecken häufig günstiger oder preislich vergleichbar mit der Bahn. Sobald jedoch Kinder oder zusätzliches Gepäck hinzukommen, steigen die Flugpreise deutlich stärker an. In Familienszenarien sind Flüge im Durchschnitt mehr als doppelt so teuer wie Bahnreisen. Gründe sind Gepäckzuschläge, Sitzplatzreservationen und fehlende Familienrabatte im Luftverkehr.
Besonders grosse Preisunterschiede zeigen sich auf Verbindungen mit Start oder Ziel in London und Barcelona. Dort ermöglichen grosse Flughäfen und eine hohe Präsenz von Low-Cost-Airlines sehr tiefe Einstiegspreise, mit denen Bahnangebote kaum konkurrieren können.
Für die Schweiz wurden acht internationale Routen ab Basel, Genf und Zürich analysiert. Bahnreisen in Nachbarländer wie Frankreich, Deutschland und Österreich sind häufig günstiger als Flüge, etwa nach Paris, Berlin oder Wien. Für längere Distanzen, beispielsweise nach Spanien, bleibt das Flugzeug meist preiswerter. Die Spannweite bei Bahntickets ist dabei besonders gross: Sie reicht von 29 Euro für Genf–Paris bis 417 Euro für Zürich–Madrid.
Laut Studienleiter Thomas Sauter-Servaes zeigen die Ergebnisse, dass sehr tiefe Flugpreise nur durch strukturelle Vorteile im Luftverkehr möglich sind. Trotz dieses Wettbewerbsnachteils ist die Bahn für viele Zielgruppen im grenzüberschreitenden europäischen Verkehr bereits heute die kostengünstigere Alternative.