MOIA-Studie: Simulation zu deutschlandweitem autonomem Ridepooling

MOIA Mobility Consulting hat ein Whitepaper veröffentlicht, das die sozioökonomischen Potenziale eines bundesweit skalierten autonomen Ridepooling-Services anhand einer Simulation beschreibt. Grundlage sind Mobilfunkdaten von Invenium, die Mobilitätsbefragung „Mobilität in Deutschland 2017“ sowie Routingdaten von HERE; simuliert wurde mit dem Open-Source-Tool MATSim.
In der Analyse werden 157 Mio. tägliche Wege zwischen 1,5 und 50 km betrachtet. Davon übernimmt der Ridepoolingdienst 12 Mio. Fahrten pro Tag, was einem Anteil von rund 4 Prozent entspricht. Zur Bedienung setzt das Modell 300’000 vollelektrische Fahrzeuge ein; der durchschnittliche Besetzungsgrad liegt bei 1,7 Personen pro Kilometer.
Die simulierten Fahrten ergeben 183 Mio. Personenkilometer pro Tag. Die mittlere Wartezeit beträgt etwa 10 Minuten und ist laut Darstellung in urbanen wie ländlichen Gebieten erreichbar.
Gesamtwirkung laut Studie: Die Verkehrsleistung des Umweltverbunds steigt von 149 auf 209 Mrd. PKM pro Jahr, also um 40 Prozent. Pro Jahr werden 5 Mio. Tonnen CO2 sowie externe Kosten in Höhe von 3,6 Mrd. Euro eingespart. Begründet wird dies unter anderem mit der Elektrifizierung der Flotte, optimierten Routenführungen und geringeren Unfall-, Lärm- und Staukosten.
Der Ansatz adressiert laut Whitepaper auch ländliche Räume, federt Personalengpässe im ÖV ab und reduziert den Bedarf an Parkflächen. Für die Ausgestaltung vor Ort verweist MOIA auf simulationsgestützte Planungswerkzeuge (MIA) zur Bewertung von Servicequalität und Wirtschaftlichkeit.
