München: S-Bahn erstmals ferngesteuert rangiert

Deutsche Bahn AG / Thomas Kiewning
Im Werk München-Steinhausen rangiert erstmals eine S-Bahn per Fernsteuerung. Der Lokführer steuert das Fahrzeug über einen Bedienplatz im Gebäude via 5G-Verbindung. Die Technik kann Laufwege einsparen und Rangierfahrten beschleunigen, damit Züge schneller wieder für Fahrgäste verfügbar sind.
Die Tests mit einem umgerüsteten Fahrzeug der Baureihe 423 liefern Grundlagen für die Zulassung von Remote Train Operation (RTO) im Rangierbetrieb. Deutschlandweit sind rund 400 S-Bahnen dieser Baureihe im Einsatz, der technische Ansatz ist auf weitere Baureihen übertragbar.
Die DB investierte rund eine Million Euro in die Ausrüstung mit Technik von Alstom und den Bedienplatz. Für die Datenübertragung in Echtzeit entstand ein eigenes 5G-Campus-Netz.
Im Werk Steinhausen zählt die S-Bahn täglich rund 350 Rangierbewegungen. Das Fahrzeug lässt sich aus der Ferne komplett steuern, einschliesslich Türen, Beleuchtung und Warnsignale. Grosse Displays zeigen am Steuerpult Livebilder der Fahrt. Eine Steuerung per Tablet ist ebenfalls möglich.
Der Rollout hängt von Finanzierung und Fördermitteln sowie der Zulassung ab. Bei entsprechender Finanzierung könnte der Rollout in München 2028 beginnen – noch vor der Digitalisierung der Infrastruktur.