Nach Brand in Stellwerk: Weiterhin Einschränkungen zwischen Magdeburg und Berlin

Nach dem verheerenden Stellwerksbrand in Gerwisch bei Magdeburg müssen sich Bahnreisende auf der wichtigen Verbindung zwischen der Landeshauptstadt und Berlin weiterhin auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Das Feuer hat die Leit- und Sicherungstechnik so schwer beschädigt, dass das Stellwerk nicht mehr repariert werden kann.
Totalschaden am Stellwerk
Die Technik wurde durch das Feuer derart stark in Mitleidenschaft gezogen, dass eine Reparatur ausgeschlossen ist. DB InfraGO und der Hersteller prüfen derzeit intensiv, wie eine Kapazitätssteigerung auf der betroffenen Strecke erreicht werden kann. Aufgrund des enormen Schadensumfangs bleibt jedoch unklar, wann der Zugverkehr wieder regulär laufen kann. Eine Prognose ist weiterhin nicht möglich.
Massive Auswirkungen auf den Bahnverkehr
Die Folgen für Reisende sind gravierend: Die Züge der Linie RE 1 zwischen Magdeburg und Frankfurt/Oder enden bereits in Möser, Ersatzbusse bringen die Fahrgäste zum Magdeburger Hauptbahnhof. Die Linie RB 40 von Braunschweig nach Burg endet in Biederitz, auch hier verkehren Ersatzbusse bis Burg.
Besonders betroffen sind Fernverkehrszüge: ICE- und IC-Züge zwischen Berlin und Magdeburg mit planmässigen Halten in Potsdam und Brandenburg/Havel müssen umgeleitet werden. Dies führt zu einer Fahrtzeitverlängerung von etwa 45 Minuten, die Halte in Potsdam Hauptbahnhof und Brandenburg/Havel entfallen komplett. Reisenden wird empfohlen, alternative Verbindungen ab Berlin zu nutzen.
Angespannte Betriebslage verschärft sich
Die Situation wird durch weitere Grossbaustellen zusätzlich verschärft. In Kombination mit den Umleitungsverkehren aufgrund der Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin sowie den bis 13. Dezember andauernden Bauarbeiten auf der Anhalter Bahn zwischen Berlin Südkreuz und Bitterfeld entsteht derzeit eine besonders angespannte Betriebslage.
Alternative Strecken sind zum Teil sehr stark ausgelastet, weshalb für langlaufende Züge des Personen- und Güterverkehrs weiträumigere Umleitungen über Rosslau, Wiesenburg und Seddin beziehungsweise Hannover und Stendal erforderlich sind. Der Güterverkehr muss ebenfalls grossräumig umgeleitet werden.
Brand während Wartungsarbeiten
Das Feuer war laut Polizeiangaben im Zuge von Wartungsarbeiten ausgebrochen. Der Stellwerksbrand zeigt, wie verwundbar die Bahninfrastruktur ist und welche weitreichenden Folgen der Ausfall einer zentralen technischen Anlage für das gesamte Verkehrsnetz haben kann.