Neue Luftraumstruktur am Flughafen Zürich: Mehr Sicherheit ohne zusätzliche Lärmbelastung

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Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat die Luftraumstruktur rund um den Flughafen Zürich überarbeitet. Ziel dieser Anpassung ist eine Erhöhung der Flugsicherheit, ohne dass sich die Lärmbelastung für die Anwohner:Innen verändert. Die neue Struktur tritt am 20. März 2025 in Kraft.

Ausgangslage: Sicherheitsrisiken im Luftraum Zürich

Eine Analyse ergab, dass der bisherige Luftraum um den Flughafen Zürich sicherheitskritische Schwachstellen aufwies. Anlass für die Untersuchung war ein Beinahezusammenstoss zwischen zwei startenden Flugzeugen. Im Jahr 2018 startete das Projekt «Redesign Luftraum Zürich», um Luftraumverletzungen zu reduzieren und das Kollisionsrisiko zu minimieren.

Wissenschaftlich fundierte Neugestaltung

Die Umgestaltung basiert auf einer präzisen Risikoanalyse, dem sogenannten Collision Risk Modelling (CRM). Mit dieser Methode wird das Kollisionsrisiko zwischen Luftfahrzeugen berechnet. Das Projekt legte für den Luftraum Zürich einen Sicherheitsgrenzwert (Target Level of Safety) von 1 × 10⁻⁹ fest. Dies bedeutet, dass bei 300’000 jährlichen Flugbewegungen rechnerisch nur alle 1’000 Jahre eine Kollision zu erwarten ist.

Beteiligte Akteure und Auswirkungen

Das Projekt wurde gemeinsam mit der Flughafen Zürich AG, Skyguide, Swiss, der Schweizer Luftwaffe, deutschen Behörden und Leichtaviatik-Verbänden entwickelt. Die neue Luftraumstruktur umfasst eine effizientere Kontrolle des Verkehrsraums und reduziert potenzielle Gefahrensituationen. Die An- und Abflugrouten bleiben dabei unverändert, sodass sich die Lärmbelastung für die Bevölkerung nicht erhöht.

Mit dieser Neustrukturierung setzt die Schweiz europaweit Massstäbe: Es ist das erste Mal, dass eine Luftraumanpassung auf Basis eines Kollisionsrisikomodells durchgeführt wird.