Neues Leitsystem für Bahnbetrieb bei DB InfraGO erfolgreich eingeführt

Am 30. Juni 2025 meldete die DB InfraGO AG in einer Medienmitteilung die erfolgreiche Inbetriebnahme eines neuen, zentralisierten Leitsystems für die Disposition des Bahnbetriebs. Die Umstellung markiert den Abschluss eines der umfangreichsten IT-Projekte im Rahmen des PRISMA-Programms (Re-Design Informations-Systeme Betrieb und Modernisierung der Architektur).
Systemumstellung und technischer Hintergrund
Seit Sonntagmorgen ersetzt ein einheitliches digitales Dispositionssystem die zuvor dezentral eingesetzten Softwarelösungen. Alle Betriebszentralen sowie die Netzleitzentrale arbeiten seither im gemeinsamen Systemverbund. Die Umstellung erfolgte planmässig und ohne Notwendigkeit eines Rückfalls auf das Altsystem. Zuvor wurde die technische und fachliche Betriebsbereitschaft durch umfassende Tests und Prüfverfahren bestätigt.
Das neue System ermöglicht netzweite Entscheidungen zur Zugsteuerung auf Basis eines gemeinsamen Echtzeit-Überblicks über den Zustand der Infrastruktur. Dies betrifft insbesondere die operative Steuerung bei Störungen, Verspätungen oder Baustellen. Auch die direkte Fahrgastinformation wird dadurch laut DB InfraGO zuverlässiger.
Relevanz für Fachpersonen aus Mobilität, Verwaltung und Politik
Die Einführung des neuen Dispositionssystems stellt einen wesentlichen Schritt zur Digitalisierung des Bahnbetriebs in Deutschland dar. Für Entscheider:Innen im öffentlichen Verkehr bedeutet dies eine Verbesserung der Betriebssicherheit, Effizienz und Kundeninformation. Aus Sicht der Verwaltung verdeutlicht das Projekt, wie hochverfügbare Infrastruktursysteme erfolgreich migriert und modernisiert werden können – auch unter Echtzeitbedingungen im laufenden Betrieb. Die gewonnenen Erfahrungen und die gewählte Projektarchitektur sind insbesondere für Verkehrsunternehmen und Infrastrukturbetreiber in der Schweiz und Europa von strategischem Interesse.