NRW plant gemeinsame Plattform für bargeldloses Ticketing im ÖPNV

Detailed view of euro coins with a focus on the Eiffel Tower design, symbolizing Paris and France.
Detailed view of euro coins with a focus on the Eiffel Tower design, symbolizing Paris and France. by Clément Proust is licensed under Pexels License

Die VDV eTicket Service GmbH & Co. KG (VDV-ETS) hat eine europaweite Ausschreibung für ein Vorhaben veröffentlicht, das den bargeldlosen Ticketkauf im nordrhein-westfälischen Nahverkehr auf eine neue Grundlage stellen soll. Gesucht werden Auftragnehmer für zwei eng verknüpfte Systeme: einen zentralen Speicher für digitale Tickets und ein Werkzeug zur sicheren Verarbeitung von Kreditkartendaten.

Heute betreiben Verkehrsunternehmen und Verbünde in NRW meist eigene, voneinander getrennte Systeme für das kontaktlose und kartenbasierte Bezahlen. Wer ein Ticket per Kreditkarte oder Smartphone kauft, kann dieses ausserhalb des Verkaufsgebiets oft nicht kontrolliert werden – ein Problem in einem eng verflochtenen Verbundraum wie dem Rhein-Ruhr-Gebiet.

Die neue Plattform soll das ändern: Ein gemeinsam genutzter, interoperabler Ticket- und Tokenspeicher soll es ermöglichen, dass Tickets verbundübergreifend abgerufen und kontrolliert werden können. Dabei werden keine Kreditkartendaten gespeichert, sondern nur pseudonymisierte Tokens – also Ersatzkennzeichen, die keinen Rückschluss auf die Person erlauben.

Das Vorhaben ist Teil der Digitalisierungsoffensive des Landes NRW und wird mit Landesmitteln gefördert. Die Entwicklung soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein, der Produktivbetrieb ab dem 31. Dezember 2026 beginnen. Damit wäre eine wichtige Voraussetzung für den bargeldlosen Vertrieb im NRW-Nahverkehr geschaffen, den das Land bis 2027 anstrebt.