ÖBB aktivieren Überholbahnhof im Unterinntal

Die ÖBB aktivieren auf der Neubaustrecke im Tiroler Unterinntal einen bereits beim Bau vorbereiteten Überholbahnhof im Bahntunnel bei Vomp. Auf rund zwei Kilometern liegen seit Jahren ein drittes und viertes Gleis bereit; mit acht Weichen und moderner Bahntechnik wird diese Kapazitätsreserve nun aktiviert. Ein Überholbahnhof erlaubt es, dass ein Güterzug ausweicht und Personenzüge rascher überholen. Die Strecke zwischen Kundl und Baumkirchen bildet seit 2012 das Rückgrat der regionalen Bahninfrastruktur und erlaubt im Fernverkehr Tempo bis 220 km/h. Ergänzend verdichten die ÖBB im Münsterer- und im Terfenertunnel die Blockabstände des bereits aktiven Zugsicherungssystems ETCS, sodass mehr Züge in kürzeren Abständen verkehren können.

Die Umbauarbeiten laufen vom 10. Juli bis 14. September 2026 und erfordern die Sperre der betroffenen Tunnels. Zunächst wird bis 25. Juli im Münsterertunnel zwischen Radfeld und Jenbach gearbeitet, ab 28. Juli folgt der Terfenertunnel. Fernverkehrszüge weichen auf die Bestandstrecke aus; für Reisende Richtung Vorarlberg und Schweiz ergeben sich keine Änderungen. Von 22. August bis zum Projektabschluss entfallen die Interregio-Züge zwischen Wörgl und Innsbruck, ersatzweise halten Railjets zusätzlich in Jenbach. Im Regionalverkehr verlängern sich die Fahrzeiten von REX2 und S3 um zwei Minuten, jene der CJX-Verbindungen um rund zwölf Minuten. Verlegt werden 2’000 Meter Gleis, 25’000 Meter Kabel und 800 Meter Oberleitung.