ÖBB Bilanz 2024: Nachfragehoch trotz Naturkatastrophen und Konjunkturschwäche

Starkes Fahrgastwachstum kompensiert Belastungen
Im Geschäftsjahr 2024 verzeichneten die ÖBB mit 511,3 Mio. beförderten Fahrgästen einen neuen Rekord. Die Nachfrage im Nahverkehr stieg um 9,8 %, was die Auswirkungen des Hochwassers und der Rezession teilweise ausglich. Das Konzernergebnis vor Steuern lag bei 113,6 Mio. Euro (+1,8 % gegenüber dem Vorjahr).
Personenverkehr und Infrastruktur stabil – Güterverkehr unter Druck
Der Teilkonzern Personenverkehr generierte trotz gestiegener Umsätze ein rückläufiges Ergebnis (EBT: 70 Mio. Euro), belastet durch Kostenanstiege und wetterbedingte Ausfälle. Die Rail Cargo Group verzeichnete ein Minus von 24,5 Mio. Euro. Dagegen wuchs die Zugleistung der Infrastruktur um 4,2 %, mit einem EBT von 12,6 Mio. Euro.
Investitionen in Energie, Fahrzeuge und Netzausbau
Die ÖBB trieben 2024 zentrale Projekte voran: bauliche Fertigstellung der Koralmbahn, Fortschritte am Semmering- und Brenner-Basistunnel sowie neue Kraftwerke zur Erhöhung des Eigenstromanteils auf 80 % bis 2030. Die Flotte wurde um 30 neue Fahrzeuge erweitert, weitere 120 sind bis 2026 geplant.
Personalwachstum und Ausbildungsoffensive
Der Personalstand wuchs um 5,4 % auf 47.484 Köpfe. Die Integration von Arverio in Deutschland und der hohe Bedarf durch die Angebotsausweitung führten zu 6.200 Neueinstellungen. Mit knapp 2.000 Lehrlingen bleibt der Konzern eine der grössten Ausbildungseinrichtungen des Landes.
Ausblick auf 2025: Koralmbahneröffnung als Mobilitätsimpuls
Die 130 km lange Neubaustrecke der Koralmbahn verbindet ab Dezember 2025 Graz und Klagenfurt in 45 Minuten. Damit wird das Fernverkehrsangebot österreichweit um 30 % erweitert. Die ÖBB erwarten daraus wirtschaftliche Impulse für einen urbanen Raum mit über 1,1 Mio. Menschen.